Neckarstadion: Sieben Namen in hundert Jahren
Die Spielstätte in Stuttgart-Bad Cannstatt wurde 1933 eröffnet und trug seither sieben verschiedene Namen. Der Zuschauerrekord von 1950 wird je nach Quelle mit 97.553 oder 115.000 angegeben.

Sieben Namen
Kaum ein deutsches Stadion trägt seine Zeitgeschichte so deutlich im Namen. Die Anlage in Bad Cannstatt wurde zwischen 1929 und 1933 gebaut und am 23. Juli 1933 eröffnet. Seither hieß sie:
- Stuttgarter Kampfbahn, 1929 bis 1933
- Adolf-Hitler-Kampfbahn, 1933 bis 1945
- Century Stadium, 1945 — die Besatzungsmächte spielten hier Baseball
- Kampfbahn und Zeppelin-Kampfbahn, 1945 bis 1949
- Neckarstadion, 1949 bis 1993 — die längste Periode und der Name, unter dem die Anlage bekannt wurde
- Gottlieb-Daimler-Stadion, 1993 bis 2008
- seit 2008 zwei aufeinanderfolgende Sponsorennamen
Das Ligaarchiv führt auch den Namen der NS-Zeit, weil sein Weglassen eine Lücke in der Baugeschichte hinterließe — dieselbe Entscheidung wie beim Stadion Oberwerth in Koblenz und beim Wormatia-Stadion.
Vom Leichtathletikstadion zum Fußballstadion
Ursprünglich umschloss eine 400 Meter lange Aschenbahn mit sechs Bahnen das Spielfeld, die Kapazität lag bei höchstens 40.000. Das architektonische Prunkstück war die 100 Meter lange und 21 Meter breite Haupttribüne mit einem 14 Meter frei auskragenden Dach aus Eisenbeton.
Ab 1935 erhöhten provisorische Holztribünen das Fassungsvermögen auf 70.000 — 1938 mussten sie aus Sicherheitsgründen wieder abgebaut werden. Zwischen 1949 und 1951 wurde die Gegentribüne ausgebaut. Für die Weltmeisterschaft 1974 folgte der größte Umbau: neue Haupttribüne, überdachte Gegentribüne, Anzeigetafel. 1990 kam eine Rasenheizung, 1992/93 der Umbau für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft, bei dem Stehplätze zu Sitzplätzen wurden.
Der Rekord, über den die Quellen streiten
Am 22. November 1950 fand hier das erste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg statt, gegen die Schweiz. Es ist der bestbesuchte Tag der Stadiongeschichte — aber die Zahlen gehen weit auseinander.
Verbreitete Angaben nennen 97.553 Zuschauer. Andere Quellen berufen sich auf den DFB und nennen 115.000. Weitere sprechen von über 100.000. Das Ligaarchiv nennt die Spannweite, statt eine Zahl auszuwählen: Bei einem Spiel dieser Größenordnung im Jahr 1950 sind Einlasszählung und Schätzung nicht dasselbe, und keine der Quellen legt offen, welche der beiden sie wiedergibt.
Kapazität heute
Für Ligaspiele werden 60.058 Plätze angegeben, für internationale Partien 54.812. Einzelne Quellen nennen 60.449, was auf Umbauten und unterschiedliche Stichjahre zurückgeht. Zwischen 2022 und 2024 wurde die Haupttribüne für die Europameisterschaft 2024 umgebaut.
Was hier stattfand
Das erste Endspiel um die deutsche Meisterschaft an diesem Ort gewann 1949 der VfR Mannheim nach Verlängerung mit 3:2 gegen Borussia Dortmund; im Anschluss wurde erstmals die Meisterschale überreicht. Dazu kommen Spiele der Weltmeisterschaft 1974, die Leichtathletik-Europameisterschaft 1986, die Europameisterschaft 1988, die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1993 und die Weltmeisterschaft 2006.
Häufige Fragen zum Neckarstadion
Wie viele Namen trug das Stadion?
Sieben seit 1929: Stuttgarter Kampfbahn, Adolf-Hitler-Kampfbahn, Century Stadium, Kampfbahn beziehungsweise Zeppelin-Kampfbahn, Neckarstadion, Gottlieb-Daimler-Stadion und seit 2008 zwei Sponsorennamen.
Wie hoch ist der Zuschauerrekord?
Er stammt vom Länderspiel gegen die Schweiz am 22. November 1950. Die Angaben reichen von 97.553 über mehr als 100.000 bis 115.000, je nach Quelle.
Wie viele Zuschauer fasst das Stadion heute?
60.058 bei Ligaspielen, 54.812 bei internationalen Spielen.
Wann wurde das Stadion gebaut?
Zwischen 1929 und 1933, eröffnet am 23. Juli 1933.
Warum hatte das Stadion eine Laufbahn?
Es war von Beginn an als Leichtathletikstadion angelegt, mit einer 400 Meter langen Aschenbahn und sechs Bahnen. Später fanden hier Leichtathletik-Europa- und Weltmeisterschaften statt.
Welcher Verein spielt hier?
Der VfB Stuttgart.
Quellen: MHPArena bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · Baugeschichte, mhparena-stuttgart.de (abgerufen 2026-09-05) · Fußballgeschichte, mhparena-stuttgart.de (abgerufen 2026-09-05) · Ein Stadion mit bewegter Vergangenheit, Stuttgarter Zeitung (abgerufen 2026-09-05)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.