Poststadion Berlin: Vorbild der Volkssportstätten und Olympia 1936
Das Poststadion in Berlin-Moabit entstand zwischen 1926 und 1929 nach Plänen von Georg Demmler und war Vorbild für die Sportparks der Weimarer Republik. 1936 sahen hier 55.000 Zuschauer das olympische Fußballspiel Deutschland gegen Norwegen.

Eine Volkssportstätte als Vorbild
Das Poststadion an der Lehrter Straße in Berlin-Moabit entstand zwischen 1926 und 1929 im Auftrag der Reichspostverwaltung für den Postsportverein, nach Plänen des Architekten Georg Demmler. Das Besondere war nicht das Stadion allein, sondern das Konzept: Rasen-, Wasser- und Hallensport wurden zu einer großen Volkssportstätte zusammengefasst. Um die Arena lagen vier Fußballplätze, zehn Tennisplätze, ein Tennisstadion, eine Schwimm- und Ruderhalle sowie ein Freibad.
Die Berliner Denkmaldatenbank führt die Anlage als Mustersportanlage, die die sozial motivierte Freiflächenpolitik des Stadtbaurats Martin Wagner dokumentiert. Sie war Vorbild für ähnliche Sportparks, die in den Jahren der Weimarer Republik in anderen deutschen Städten angelegt wurden.
Die große Zeit zwischen 1929 und 1936
Sieben Jahre lang war das Poststadion die wichtigste Sportstätte Berlins. Es löste das Grunewaldstadion als Austragungsort der Endrundenspiele um die deutsche Meisterschaft ab; Union Oberschöneweide, Hertha BSC, der Berliner SV 92, Blau-Weiß 90 und die BSC Kickers spielten hier. 1934 gewann der FC Schalke 04 vor 45.000 Zuschauern gegen den 1. FC Nürnberg, 1936 wurde Nürnberg hier gegen Fortuna Düsseldorf deutscher Meister.
Die deutsche Nationalmannschaft trug drei Länderspiele im Poststadion aus, darunter 1930 ein 3:3 gegen England mit drei Toren von Richard Hofmann. Am 7. Juli 1935 wurde die Anlage zur Boxarena, als Max Schmeling nach Punkten gegen Paolino Uzcudun gewann.
Olympia 1936 und der Bedeutungsverlust
Bei den Olympischen Spielen 1936 fanden im Poststadion die Vorrundenspiele der Fußballer statt. Am 7. August 1936 sahen 55.000 Zuschauer das Spiel Deutschland gegen Norwegen, der Zuschauerrekord der Anlage. Die deutsche Mannschaft verlor 0:2 und schied aus.
Mit dem Bau des Olympiastadions an der Stelle des Grunewaldstadions verlor das Poststadion seine Rolle als wichtigste Berliner Sportstätte. Nur noch einmal, 1943, wurde hier das Spiel um Platz drei der deutschen Meisterschaft ausgetragen. Die alliierten Luftangriffe von 1943 und 1944 beschädigten Tribünen und Einrichtungen schwer.
Zur Kapazität
Ursprünglich war das Stadion für 35.000 Plätze ausgelegt; für die Olympischen Spiele wurde es erweitert, weshalb 1936 der Rekord von 55.000 Zuschauern möglich war. Für den heutigen Spielbetrieb wird die Kapazität mit 10.000 Plätzen angegeben. Wer die drei Zahlen nebeneinanderlegt, sieht die Geschichte der Anlage: gebaut für die Massen der Weimarer Republik, erweitert für Olympia, heute eine Bezirkssportanlage.
Häufige Fragen zum Poststadion
Wann wurde das Poststadion gebaut?
Zwischen 1926 und 1929, nach Plänen von Georg Demmler im Auftrag der Reichspostverwaltung.
Wie hoch ist der Zuschauerrekord im Poststadion?
55.000 Zuschauer am 7. August 1936 beim olympischen Fußballspiel Deutschland gegen Norwegen.
Warum verlor das Poststadion seine Bedeutung?
Mit dem Bau des Olympiastadions für die Spiele 1936 wanderten die großen Partien dorthin ab.
Wie viele Zuschauer fasst das Poststadion heute?
Für den heutigen Spielbetrieb werden 10.000 Plätze angegeben. Ursprünglich waren es 35.000, nach der Erweiterung für Olympia mehr.
Welcher Verein spielt im Poststadion?
Der Berliner AK 07.
Steht das Poststadion unter Denkmalschutz?
Ja, die Anlage ist in der Berliner Denkmaldatenbank als Mustersportanlage der Weimarer Republik verzeichnet.
Quellen: Poststadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · Poststadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Poststadion, Denkmaldatenbank Berlin (abgerufen 2026-09-04) · Poststadion, Berliner AK 07 (abgerufen 2026-09-04)
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