Den 1. FC Eschborn gibt es nicht mehr
Der 1. FC Eschborn 1930 wurde am 10. September 1930 gegründet und stellte am 3. Juli 2016 den Spielbetrieb ein. Das Ligaarchiv führt den Verein weiter, weil seine Spielzeiten in der 3. bis 5. Liga Teil der Ligahistorie sind. Als Nachfolger entstand 2016 der SC Eschborn, der alle Jugendmannschaften übernahm.
Über Jahrzehnte kam der Verein aus der Stadt Eschborn im Main-Taunus-Kreis nicht über regionale Bedeutung hinaus. Das änderte sich erst in den 2000er-Jahren.
Sponsorenpool und Regionalliga Süd
Grundlage des Aufstiegs des 1. FC Eschborn war ein Sponsorenpool, den ein Reisekaufmann gegründet hatte. Unter der sportlichen Leitung des früheren iranischen Nationalspielers Ali Marzban gelang 2003 nach nur zwei Oberligajahren der Aufstieg in die Regionalliga Süd, damals die 3. Liga. Die Mannschaft wurde 2003/04 Siebzehnter und stieg ab, kehrte aber 2005 sofort zurück.
Die zweite Regionalligasaison 2005/06 endete auf dem letzten Platz, mit einem einzigen Sieg und 10 Punkten. Danach rutschte der Verein bis in die Landesliga Mitte durch und spielte ab 2008/09 wieder in der Hessenliga, die inzwischen die 5. Liga war.
Januar 2006: der Investor, der absprang
Anfang Januar 2006 schien der Einstieg eines russischen Geschäftsmannes die Finanzen des 1. FC Eschborn zu sanieren und einen Umbau des Regionalligakaders zu ermöglichen. Wenige Wochen später zog er seine Zusage zurück; Präsident und Vizepräsident waren bereits zurückgetreten. Am 25. Januar 2006 beantragte der Verein beim Amtsgericht Frankfurt die Insolvenz, am 29. Mai 2006 wurde das Verfahren eröffnet.
Einen ähnlichen Ablauf verzeichnet das Ligaarchiv beim FC Viktoria 1889 Berlin: Dort führten im Dezember 2018 ausbleibende Zahlungen eines Investors zum Insolvenzantrag.
Noch einmal Regionalliga, dann das Ende
Der 1. FC Eschborn wurde 2011/12 Erster der Hessenliga und sicherte sich damit einen Platz in der neu gegründeten Regionalliga Südwest (4. Liga). Dort landete er 2012/13 auf dem viertletzten Platz und stieg wieder ab.
Nach der Aufhebung des Insolvenzverfahrens beschloss die Mitgliederversammlung am 31. Oktober 2013 die Fortsetzung des Vereins. Die Saison 2015/16 beendete die Mannschaft als Sechster der Hessenliga. Am 20. Mai 2016 folgte ein neuer Insolvenzantrag, am 3. Juli 2016 das Ende des Spielbetriebs.
Ligahistorie
Erfasst sind die belegten Spielzeiten mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Oberligajahre 2001 bis 2003, 2004/05 und 2006/07 werden nachgetragen.
| Saison | Liga | Stufe | Platz |
|---|---|---|---|
| 2015/16 | Hessenliga | 5. Liga | 6 |
| 2014/15 | Hessenliga | 5. Liga | 10 |
| 2013/14 | Hessenliga | 5. Liga | 3 |
| 2012/13 | Regionalliga Südwest | 4. Liga | 16 |
| 2011/12 | Hessenliga | 5. Liga | 1 |
| 2010/11 | Hessenliga | 5. Liga | 4 |
| 2009/10 | Hessenliga | 5. Liga | 6 |
| 2008/09 | Hessenliga | 5. Liga | 6 |
| 2005/06 | Regionalliga Süd | 3. Liga | 18 |
| 2003/04 | Regionalliga Süd | 3. Liga | 17 |
Heinrich-Graf-Sportanlage
Heimspielstätte des 1. FC Eschborn war die Heinrich-Graf-Sportanlage in Eschborn mit 2.800 Plätzen. Weitere belegte Angaben zu Bau oder Ausbau der Anlage liegen dem Ligaarchiv bisher nicht vor.
Häufige Fragen zum 1. FC Eschborn
Gibt es den 1. FC Eschborn noch?
Nein. Der Spielbetrieb endete am 3. Juli 2016. Die Jugendmannschaften übernahm der 2016 gegründete SC Eschborn.
Wann wurde der Verein gegründet?
Am 10. September 1930.
In welcher höchsten Spielklasse spielte Eschborn?
In der Regionalliga Süd, damals die 3. Liga, in den Spielzeiten 2003/04 und 2005/06.
Wo spielte der 1. FC Eschborn?
Auf der Heinrich-Graf-Sportanlage in Eschborn mit 2.800 Plätzen.
Was führte 2006 zur Insolvenz?
Ein Investor zog im Januar 2006 seine Zusage zurück. Am 25. Januar folgte der Insolvenzantrag, am 29. Mai die Eröffnung des Verfahrens.
Quellen: 1. FC Eschborn bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-10-02) · 1. FC Eschborn, Wikipedia (abgerufen 2026-10-02) · FC Viktoria 1889 Berlin, Wikipedia (abgerufen 2026-10-02) · Saisondaten aus den Ligaartikeln der Wikipedia (abgerufen 2026-09-04)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.