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Stadion an der Hafenstraße

Das Stadion an der Hafenstraße im Essener Norden wurde im August 2012 eröffnet und ist die Heimspielstätte von Rot-Weiss Essen. Die Kapazität wird vom Verein mit 19.962 Plätzen angegeben.

Illustrierte Tribuenensilhouette mit Flutlichtmast vor Hafenkraenen, Stadion an der Hafenstrasse
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Ein Name, zwei Bauwerke

Der Name Stadion an der Hafenstraße bezeichnet zwei verschiedene Anlagen — und das ist der häufigste Grund für Verwirrung bei diesem Ort.

  • 1939 bis 1964 hieß so das alte Stadion, das ab 1964 nach dem 1963 verstorbenen Vereinsgründer Georg-Melches-Stadion genannt wurde.
  • Seit Januar 2022 trägt den Namen der Neubau von 2012, der bis dahin schlicht Stadion Essen hieß.

Dazwischen liegen dreiundfünfzig Jahre, in denen der Name gar nicht vergeben war. Wer eine Kapazität oder ein Baujahr zur Hafenstraße liest, muss deshalb zuerst klären, welches der beiden Bauwerke gemeint ist.

Das alte Stadion, 1923 bis 2012

1920 erwarb der Vorgängerverein von Rot-Weiss Essen ein Grundstück an der damaligen Phönixstraße, der heutigen Hafenstraße. Es stellte sich als zu klein heraus; erst nach dem Zukauf weiterer Flächen entstanden 1923 drei Tribünen für 10.000 Zuschauer. 1939 folgte ein Neubau an derselben Stelle mit rund 27.000 Plätzen, der im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört wurde.

Der Wiederaufbau in den fünfziger Jahren galt als hochmodern: Die Verbandszeitung des Westdeutschen Fußballverbands verglich die Anlage mit dem Highbury des FC Arsenal. Essen hatte eine Multifunktions-Haupttribüne und das erste Flutlicht im Ruhrgebiet, dazu Tennisplätze und eine Gartenanlage im Außenbereich.

Bis 1975 gehörte das Stadion dem Verein, dann verkaufte er es aus finanziellen Gründen an die Stadt. Die Kapazität sank von 30.000 auf 15.000 Plätze, nachdem 1991 die Westtribüne aus Altersgründen geschlossen und 1994 abgerissen worden war. Mehrere Gutachten bestätigten schließlich, dass die über sechzig Jahre alte Haupttribüne baufällig war.

Der Neubau

Am 28. April 2010 schloss der Essener Oberbürgermeister eine Beteiligung der Stadt am Neubau noch aus. Ein halbes Jahr später, am 28. Oktober 2010, beschloss der Rat in einer außerordentlichen Sitzung genau diesen Neubau — für einen Verein, der damals viertklassig spielte. Im Ligaarchiv ist das der einzige Fall dieser Art.

Gebaut wurde ab April 2011 nahezu an derselben Stelle, bei laufendem Spielbetrieb. Die Gesamtkosten lagen bei 64 Millionen Euro, davon 49,5 Millionen für Bau- und Baunebenkosten und 11,6 Millionen für Vorlauf- und Beratungskosten.

Das letzte Ligaspiel im alten Stadion fand am 19. Mai 2012 gegen Fortuna Köln statt, tags darauf ein Abschiedsspiel. Danach begann der Abriss. Der Bauschutt wurde kleingemahlen und zur Auffüllung der Baugrube des neuen Stadions verwendet — das alte Bauwerk steckt also buchstäblich im Untergrund des neuen. Auf der freigewordenen Fläche entstand ein Parkplatz, in Betrieb seit dem 31. März 2014. Ein Flutlichtmast des alten Stadions blieb stehen.

Kapazität

Die Angaben zum heutigen Stadion gehen auseinander: 20.650 Plätze nennen mehrere Verzeichnisse, 19.962 der Verein selbst, aufgeteilt auf 9.000 Steh- und 11.300 Sitzplätze in neunzehn Blöcken auf vier Tribünen. Die Differenz dürfte auf Presse-, Logen- und Rollstuhlplätze zurückgehen, die unterschiedlich mitgezählt werden.

Das Ligaarchiv nennt beide Zahlen. Für das alte Stadion galten zuletzt 15.000 Plätze, davor bis zu 30.000.

Die Alte West

Eine Eigenheit hat den Umzug überlebt: Die Kurve heißt weiterhin Alte West, obwohl sie im Neubau geografisch im Osten liegt. Der Name blieb aus Traditionsgründen — ein kleines Beispiel dafür, dass Fankultur sich nicht nach Himmelsrichtungen richtet.

Neben Rot-Weiss Essen trägt hier die SGS Essen ihre Heimspiele in der Frauen-Bundesliga aus.

Häufige Fragen zum Stadion an der Hafenstraße

Wie viele Zuschauer fasst das Stadion an der Hafenstraße?

Je nach Quelle 19.962 oder 20.650 Plätze, davon 9.000 Steh- und 11.300 Sitzplätze.

Wann wurde das neue Stadion eröffnet?

Am 12. August 2012; die letzte Tribüne war 2013 fertig.

Was kostete der Neubau?

64 Millionen Euro, davon 49,5 Millionen für Bau- und Baunebenkosten.

Warum heißt es wieder Stadion an der Hafenstraße?

Von 2012 bis 2022 hieß der Neubau Stadion Essen. Nach einer Spendenaktion erwarb Rot-Weiss Essen die Namensrechte und gab ihm im Januar 2022 den historischen Namen zurück.

Was war das Georg-Melches-Stadion?

Der Vorgängerbau, der von 1939 bis 1964 selbst Stadion an der Hafenstraße hieß und danach nach dem Vereinsgründer benannt wurde. Er wurde 2012 und 2013 abgerissen.

Was geschah mit dem Bauschutt des alten Stadions?

Er wurde kleingemahlen und zur Auffüllung der Baugrube des neuen Stadions verwendet.

Warum heißt die Kurve Alte West, obwohl sie im Osten liegt?

Der Name wurde aus dem alten Stadion übernommen und aus Traditionsgründen beibehalten.

Hatte Essen das erste Flutlicht im Ruhrgebiet?

Ja, im wiederaufgebauten Stadion der fünfziger Jahre.

Wer spielt außer Rot-Weiss Essen hier?

Die SGS Essen in der Frauen-Bundesliga.

Quellen: Stadion an der Hafenstraße bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · Heimat! Das Stadion an der Hafenstraße (abgerufen 2026-09-03) · Georg-Melches-Stadion (abgerufen 2026-09-03)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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