Ligaarchiv

Ligen / 3. Liga / Nordrhein-Westfalen

Rot-Weiss Essen: Geschichte, Erfolge und Stadion

Ebene 3, 3. Liga

Rot-Weiss Essen wurde 1907 gegründet, gewann 1953 den DFB-Pokal und 1955 die deutsche Meisterschaft. Die Geschichte des Vereins von den 1950er Jahren bis zur Rückkehr in den Profifußball 2022.

Flutlichtmast und Zechensilhouette im Ruhrgebiet ueber roten und weissen Baendern, Illustration zu Rot-Weiss Essen
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Geschichte in Epochen

Ein Hinweis zur Zählweise: Die Oberliga West war bis 1963 die höchste deutsche Spielklasse. Saisons dort werden im Ligaarchiv als Ebene 1 geführt, genauso wie spätere Bundesliga-Spielzeiten. Die im Steckbrief genannte Zahl der Erstliga-Saisons umfasst deshalb beides und ist höher, als die Zahl der Bundesliga-Aufstiege vermuten lässt.

Gründung 1907 und die Jahre bis zum Krieg

Rot-Weiss Essen wurde am 1. Februar 1907 als SV Vogelheim gegründet. Nach mehreren Zusammenschlüssen mit anderen Essener Klubs trägt der Verein seit 1923 seinen heutigen Namen. Die Schreibweise mit doppeltem s ist weder nach alter noch nach neuer Rechtschreibung korrekt, sie ist jedoch der eingetragene Eigenname und wird deshalb auch hier so geführt.

Prägend für die Frühzeit von Rot-Weiss Essen war Georg Melches, der den Verein über Jahrzehnte als Vorsitzender begleitete und dem später das erste eigene Stadion seinen Namen verdankte.

Die 1950er Jahre: Pokalsieg, Meisterschaft, Europapokal

Die erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte fällt in die 1950er Jahre. Am 1. Mai 1953 gewann der Verein mit einem 2:1 gegen Alemannia Aachen im Düsseldorfer Rheinstadion den DFB-Pokal. Zwei Jahre später, am 26. Juni 1955, folgte der größte Erfolg: Mit einem 4:3 über den 1. FC Kaiserslautern im Hannoveraner Niedersachsenstadion wurde der Verein deutscher Meister. Es ist bis heute der einzige Meistertitel.

Dem Meistertitel von Rot-Weiss Essen ging ein Trainerwechsel voraus. Vor der Saison 1954/55 übernahm Fritz Szepan den Trainerposten von Karl Hohmann. Die Mannschaft gewann die Oberliga West mit sechs Punkten Vorsprung und blieb anschließend in der Gruppenphase der Endrunde ungeschlagen: Mit 10:2 Punkten setzte sie sich vor Bremerhaven 93, Kickers Offenbach und Wormatia Worms durch.

Als Meister nahm der Klub in der Saison 1955/56 am erstmals ausgetragenen Europapokal der Landesmeister teil. Neben dem 1. FC Saarbrücken, der für das damals eigenständige Saarland antrat, war der Verein damit der erste deutsche Teilnehmer in diesem Wettbewerb. Das Abenteuer endete in der ersten Runde am schottischen Meister Hibernian Edinburgh.

Bundesliga-Jahre und der lange Weg nach unten

Nach Gründung der Bundesliga 1963 gelang dem Verein dreimal der Aufstieg in das Oberhaus, 1966, 1969 und 1973. Von Dauer war keine dieser Rückkehren. 1994 stand der Verein zum zweiten Mal in einem DFB-Pokalfinale und unterlag Werder Bremen im Berliner Olympiastadion mit 1:3.

Ab Mitte der 1990er Jahre führte der Weg von Rot-Weiss Essen über Jahre in die Viertklassigkeit, begleitet von wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Im Juni 2010 wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet, das auch die Pläne für den Stadionneubau ins Stocken brachte.

Rückkehr in den Profifußball

Am 14. Mai 2022 sicherte sich Rot-Weiss Essen mit einem 2:0 gegen Rot Weiss Ahlen den Aufstieg aus der Regionalliga West in die 3. Liga und beendete damit eine lange Phase der Viertklassigkeit. In der Saison 2025/26 schloss der Verein die 3. Liga auf Rang drei ab.

WettbewerbAnzahl
Deutsche Meisterschaft1
DFB-Pokal1
Endspiel- und Finalteilnahmen ohne Titel1
1. Liga2. Liga3. LigaRegionalligaOberliga19472026
Ligazugehörigkeit aus dem Datenbestand des Ligaarchivs. Stand 6. September 2026.
Ebene 1Ebene 2Ebene 3Ebene 4Ebene 5

Im Ligaarchiv sind für Rot-Weiss Essen seit 1947 23 Saisons auf Ebene 1, 27 Saisons auf Ebene 2, 16 Saisons auf Ebene 3, 14 Saisons auf Ebene 4 erfasst. Die jüngste erfasste erstklassige Spielzeit war 1976/77. Aktuell wird die Saison 2026/27 in der 3. Liga geführt. Erfasst sind Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, die Regionalligastaffeln und die Ligen des DDR-Fußballs; Landes- und Verbandsligen werden nachgetragen.

Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaEbenePlatzEreignis
2026/273. Liga3laufend
2025/263. Liga33
2024/253. Liga38
2023/243. Liga37
2022/233. Liga315
2021/22Regionalliga West4
2020/21Regionalliga West4
2019/20Regionalliga West4
2018/19Regionalliga West4
2017/18Regionalliga West4
2016/17Regionalliga West4
2015/16Regionalliga West4
2014/15Regionalliga West4
2013/14Regionalliga West4
2012/13Regionalliga West4
2011/12Regionalliga West4
2010/11Regionalliga West4
2009/10Regionalliga West4
2008/09Regionalliga West4
2007/08Regionalliga West3
2006/072. Bundesliga215
2005/06Regionalliga West3
2004/052. Bundesliga217
2003/04Regionalliga West3
2002/03Regionalliga West3
2001/02Regionalliga West3
2000/01Regionalliga West3
1999/00Regionalliga West3
1998/99Regionalliga West3
1997/98Regionalliga West3
1996/972. Bundesliga217
1995/96Regionalliga West3
1994/95Regionalliga West3
1993/942. Bundesliga220
1992/932. Bundesliga2
1991/922. Bundesliga2
1990/912. Bundesliga215
1989/902. Bundesliga26
1988/892. Bundesliga216
1987/882. Bundesliga211
1986/872. Bundesliga210
1985/862. Bundesliga2
1984/852. Bundesliga2
1983/842. Bundesliga217
1982/832. Bundesliga214
1981/822. Bundesliga211
1980/812. Bundesliga28
1979/802. Bundesliga22
1978/792. Bundesliga28
1977/782. Bundesliga22
1976/77Bundesliga118
1975/76Bundesliga18
1974/75Bundesliga112
1973/74Bundesliga113
1972/73Regionalliga West2
1971/72Regionalliga West2
1970/71Bundesliga118
1969/70Bundesliga112
1968/69Regionalliga West2
1967/68Regionalliga West2
1966/67Bundesliga118
1965/66Regionalliga West2
1964/65Regionalliga West2
1963/64Regionalliga West2
1962/63Oberliga West1
1961/62Oberliga West1
1960/61Oberliga West1
1959/60Oberliga West1
1958/59Oberliga West1
1957/58Oberliga West1
1956/57Oberliga West1
1955/56Oberliga West1
1954/55Oberliga West1
1953/54Oberliga West1
1952/53Oberliga West1
1951/52Oberliga West1
1950/51Oberliga West1
1949/50Oberliga West1
1948/49Oberliga West1
1947/48Oberliga West1

Für 53 von 80 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Das Stadion an der Hafenstraße

Rot-Weiss Essen spielt seit August 2012 im Stadion an der Hafenstraße im Essener Norden. Der Verein gibt die Kapazität mit 19.962 Plätzen an, aufgeteilt in rund 9.000 Steh- und 11.300 Sitzplätze; Drittanbieter führen abweichend 20.650 Plätze. Dazu kommen Businessbereiche, elf Logen und eine Pressetribüne.

Vorgänger der heutigen Spielstätte war das Georg-Melches-Stadion, das bis 1975 dem Verein selbst gehörte und dann aus finanziellen Gründen an die Stadt verkauft wurde. Seine Kapazität lag zuletzt bei 15.000 Plätzen. 1956 erhielt es als erste Spielstätte Westdeutschlands eine Flutlichtanlage.

Derbys und Rivalitäten

Die schärfste Rivalität von Rot-Weiss Essen besteht zum MSV Duisburg. Als lokale Gegner gelten außerdem Rot-Weiß Oberhausen und der Wuppertaler SV, sofern beide Vereine in derselben Spielklasse antreten.

Einordnung im Vergleich

Im Traditionsindex des Ligaarchivs liegt Rot-Weiss Essen deutlich über dem Wert, den die aktuelle Spielklasse erwarten ließe — der Index rechnet Vereinsalter, Spielklassenhistorie, Titel, Stadiongröße und Pokalpräsenz zusammen und endet nicht bei der 2. Bundesliga. Alle Vereine des Landes stehen unter Fußballvereine in Nordrhein-Westfalen, die Staffelübersicht unter Ligen.

Fanszene und Kultur

Rot-Weiss Essen zieht deutlich mehr Zuschauer an als für die Spielklasse üblich. In der Saison 2025/26 kamen im Schnitt 17.366 Zuschauer zu den Heimspielen, was einer Auslastung von rund 87 Prozent entspricht. Damit zählt die Spielstätte zu den meistbesuchten Arenen der Spielklasse. Die Mitgliederzahl gab der Verein zuletzt mit rund 2.900 an (Stand 6. Dezember 2021).

Das Stadion wird außerdem von der Frauenmannschaft der SGS Essen genutzt und dient als Konzertort. Der Aufstiegstag im Mai 2022 gilt als prägender Moment der jüngeren Vereinsgeschichte: Nach dem Schlusspfiff strömten die Zuschauer auf den Rasen, die Feier verlagerte sich anschließend in die Stadt.

Häufige Fragen zu Rot-Weiss Essen

Wann wurde Rot-Weiss Essen gegründet?

Rot-Weiss Essen wurde am 1. Februar 1907 als SV Vogelheim gegründet. Den heutigen Namen trägt der Verein seit 1923.

In welcher Liga spielt Rot-Weiss Essen?

In der 3. Liga, also auf der dritten Spielklassenebene. Der Aufstieg dorthin gelang 2022.

In welchem Stadion spielt Rot-Weiss Essen?

Im Stadion an der Hafenstraße in Essen. Der Verein gibt die Kapazität mit 19.962 Plätzen an.

Was ist der größte Erfolg von Rot-Weiss Essen?

Die deutsche Meisterschaft 1955. Hinzu kommt der DFB-Pokalsieg 1953 und die Teilnahme am ersten Europapokal der Landesmeister 1955/56.

Wie oft war Rot-Weiss Essen erstklassig?

Der Verein stieg nach Gründung der Bundesliga dreimal auf, 1966, 1969 und 1973. Dauerhaft etablieren konnte er sich im Oberhaus nicht.

Wer ist der Rivale von Rot-Weiss Essen?

Der MSV Duisburg gilt als schärfster Rivale. Regional kommen Rot-Weiß Oberhausen und der Wuppertaler SV hinzu.

Welche Vereinsfarben hat Rot-Weiss Essen?

Rot und Weiß, wie der Vereinsname bereits anzeigt.

Welche bekannten Spieler standen bei Rot-Weiss Essen unter Vertrag?

Prägend für die Meistermannschaft der 1950er Jahre war Trainer Fritz Szepan, der die Mannschaft ab der Saison 1954/55 betreute.

Quellen: Rot-Weiss Essen bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · Rot-Weiss Essen (abgerufen 2026-09-03) · Georg-Melches-Stadion (abgerufen 2026-09-03) · Heimat! Das Stadion an der Hafenstraße (abgerufen 2026-09-03) · Rot-Weiss Essen — Erfolge, Daten und Stadion (abgerufen 2026-09-03)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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HN

Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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