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Ernst-Abbe-Sportfeld: Kapazität, Geschichte und Verein

Ernst-Abbe-Sportfeld ist die Heimspielstätte eines Vereins der Regionalliga Nordost. Kapazität, Bau- und Namensgeschichte im Überblick, jede Angabe mit Quelle.

Illustrierte Stadionsilhouette mit vier Flutlichtmasten im Saaletal, Ernst-Abbe-Sportfeld
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Wo die Jenaer Fußball-Regeln entstanden

Das Ernst-Abbe-Sportfeld liegt südlich des Stadtzentrums direkt an der Saale, im Volkspark Oberaue. Dort wurde in Jena schon vor dem Stadionbau Fußball gespielt — an diesem Ort haben die Jenaer Fußball-Regeln ihren Ursprung.

Im Oktober 1921 berichtete die Jenaische Zeitung von der Gründung einer Sportplatzbaugenossenschaft. Nach zweijähriger Bauzeit wurde die Anlage am 24. August 1924 eingeweiht; im ersten Spiel trennten sich der 1. SV Jena und der VfL Halle 96 1:1. Die Tribüne bot damals 600 Personen Platz.

Den Namen trägt das Sportfeld seit dem 25. August 1939, dem fünfzehnten Jahrestag der Einweihung — nach Ernst Abbe, dem Physiker, Optiker und Sozialreformer, der mit dem Jenaer Unternehmen verbunden war. Die Stadt Jena erwarb das Areal 1991 aus dem Besitz der Carl-Zeiss-Stiftung.

27.500 in einem Stadion für 20.000

Der Zuschauerrekord stammt vom 28. März 1962. Zum Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger gegen Atlético Madrid kamen 27.500 Besucher — bei einem offiziellen Fassungsvermögen von rund 20.000. Das Spiel endete 0:1.

Die Differenz ist kein Zählfehler, sondern beschreibt die Praxis jener Jahre. Im Ligaarchiv gibt es dafür ein Gegenstück: Im Auestadion in Kassel widersprechen sich die Angaben derselben Zeit ebenfalls, und die Quellen räumen ausdrücklich ein, dass über das damalige Fassungsvermögen keine Einigkeit besteht.

Der Rekord der Nachwendezeit liegt bei 17.600 Zuschauern beim DFB-Pokalspiel gegen den FC Schalke 04 im Januar 2009, wofür hinter der Gegengeraden eigens eine Stahlrohrtribüne errichtet wurde.

Zwei technische Premieren

Zwei Anlagen machten das Sportfeld über Jena hinaus bekannt:

  • 1974 entstand eine Flutlichtanlage mit vier Stahlhohlmasten. Mit 70 Metern galten sie als die höchsten Flutlichtmasten Europas. Wegen Baufälligkeit mussten sie im Juli 2013 demontiert werden.
  • 1978 wurde die erste elektronische Anzeigetafel der DDR in Betrieb genommen — 15 Meter hoch, 20 Meter breit, acht Zeilen zu je 26 Buchstaben, betrieben mit 7.280 Glühlampen.

2018 kam eine LED-Flutlichtanlage mit 80 Scheinwerfern und 800 Lux. Ihre Errichtung war mehrfach verschoben worden, weil die Angebote deutlich über den von der Stadt erwarteten 800.000 Euro lagen.

Die Kapazitätsangaben

Für das Sportfeld kursieren mehrere Werte, je nach Ausbaustand: über 15.000 Plätze mit 9.572 Sitzplätzen nach dem Umbau, 12.630 oder 12.990 in jüngeren Übersichten. 1997 wurde die alte Holztribüne von 1924 mit ihren 420 Plätzen abgerissen und durch eine überdachte Tribüne mit 4.020 Sitzplätzen ersetzt.

Neubau nach langem Hin und Her

Über einen Neubau wurde jahrelang gestritten. Wegen der Hochwassergefährdung an der Saale stand neben dem Ausbau am bestehenden Standort auch ein Stadion an anderer Stelle zur Debatte. Im Herbst 2020 begannen die Arbeiten für ein reines Fußballstadion am selben Ort.

Ein Detail aus dem Umbau: Teile der alten Anlage wurden 2013 versteigert. Der Erlös kam der Nachwuchsarbeit mehrerer Jenaer Vereine zugute sowie einem vom Hochwasser betroffenen Sportplatz.

Häufige Fragen zum Ernst-Abbe-Sportfeld

Wie viele Zuschauer fasst das Ernst-Abbe-Sportfeld?

Je nach Ausbaustand über 15.000 oder rund 12.600 Plätze. Nach dem Umbau von 1997 standen 9.572 Sitzplätze zur Verfügung.

Wie hoch ist der Zuschauerrekord?

27.500 am 28. März 1962 im Europapokal-Halbfinale gegen Atlético Madrid — bei einem offiziellen Fassungsvermögen von rund 20.000.

Wann wurde das Sportfeld eröffnet?

Am 24. August 1924, nach zweijähriger Bauzeit.

Woher kommt der Name?

Von Ernst Abbe, Physiker, Optiker und Sozialreformer. Benannt wurde die Anlage 1939 am fünfzehnten Jahrestag ihrer Einweihung.

Was war an der Flutlichtanlage besonders?

Die vier Stahlhohlmasten von 1974 galten mit 70 Metern als die höchsten Europas. 2013 mussten sie wegen Baufälligkeit abgebaut werden.

Welche Premiere gab es 1978?

Die erste elektronische Anzeigetafel der DDR, betrieben mit 7.280 Glühlampen.

Wem gehört das Sportfeld?

Der Stadt Jena, die es 1991 von der Carl-Zeiss-Stiftung erwarb.

Welcher Verein spielt hier?

Der FC Carl Zeiss Jena.

Quellen: Ernst-Abbe-Sportfeld bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04)

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