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FC Carl Zeiss JenaGeschichte, Titel und Europapokal

4. Liga · Regionalliga Nordost Von Hannes Nagel · geprüft am 2. 10. 2026

Geschichte in Epochen

Werksklub der Zeiss-Werke

Am 13. Mai 1903 gründeten Angestellte der Firma Carl Zeiss in Jena einen Fußball-Klub, der zunächst nur Werksangehörigen offenstand; zum 1. Juli 1904 wurde die Mitgliedschaft für alle geöffnet. In Ostthüringen war der Klub früh dominierend und gewann zwischen 1909 und 1933 zwölfmal die dortige Meisterschaft.

Viele Namen, eine Linie

Kaum ein Verein hat so oft den Namen gewechselt. Aus dem Fußball-Klub wurde 1917 der 1. SV Jena, nach dem Krieg die SG Ernst-Abbe Jena, danach SG Stadion Jena, BSG Carl Zeiss Jena, BSG Mechanik und BSG Motor Jena, ab 1954 SC Motor Jena. Am 20. Januar 1966 entstand daraus der FC Carl Zeiss Jena. Anders als bei manchem Nachbarn ist die Linie durchgehend: Es handelt sich um Umbenennungen desselben Vereins, nicht um Neugründungen nach einem Bruch.

Die goldenen Jahre

1963 wurde Jena erstmals DDR-Meister, 1968 und 1970 folgten zwei weitere Titel. Dazu kamen vier Pokalsiege in den Jahren 1960, 1972, 1974 und 1980 sowie neun Vizemeisterschaften. Aus Jena kamen in dieser Zeit Nationalspieler wie Peter Ducke, Konrad Weise und Lothar Kurbjuweit.

Düsseldorf 1981

Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte fällt auf den 13. Mai 1981. Im Düsseldorfer Rheinstadion stand der FC Carl Zeiss Jena im Finale des Europapokals der Pokalsieger und unterlag Dinamo Tiflis mit 1:2. Auf dem Weg dorthin hatte die Mannschaft von Trainer Hans Meyer den AS Rom, den FC Valencia, den walisischen Außenseiter Newport County und im Halbfinale Benfica Lissabon ausgeschaltet. Es war das vorletzte Mal, dass ein Klub aus der DDR in einem europäischen Endspiel stand.

Nach der Wende

In der letzten Spielzeit der DDR-Oberliga 1990/91 qualifizierte sich Jena über Platz sechs für die 2. Bundesliga. Es folgten Jahre zwischen Zweitklassigkeit, Regionalliga und Drittklassigkeit. Ein später Höhepunkt war das Halbfinale im DFB-Pokal 2008.

Ligahistorie

Erfasst sind die Spielzeiten der DDR-Oberliga sowie die Jahrgänge der Regionalliga Nordost. Die Zeit zwischen 1991 und 2012 sowie die Vorkriegsjahre werden nachgetragen.

1952/532026/27
2026/274. LigaRegionalliga Nordost
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/27Regionalliga Nordost4. Liga—laufend
2025/26Regionalliga Nordost4. Liga2laufend
2024/25Regionalliga Nordost4. Liga5
2023/24Regionalliga Nordost4. Liga7
2022/23Regionalliga Nordost4. Liga2
2021/22Regionalliga Nordost4. Liga2
2020/21Regionalliga Nordost4. Liga4
2019/203. Liga3. Liga20
2018/193. Liga3. Liga14
2017/183. Liga3. Liga11
2016/17Regionalliga Nordost4. Liga1
2015/16Regionalliga Nordost4. Liga7
2014/15Regionalliga Nordost4. Liga4
2013/14Regionalliga Nordost4. Liga3
2012/13Regionalliga Nordost4. Liga2
2011/123. Liga3. Liga18
2010/113. Liga3. Liga15
2009/103. Liga3. Liga5
2008/093. Liga3. Liga16
2007/082. Bundesliga2. Liga18
2006/072. Bundesliga2. Liga13
2005/06Regionalliga Nord3. Liga2
2000/01Regionalliga Süd3. Liga18
1999/00Regionalliga Nordost3. Liga4
1998/99Regionalliga Nordost3. Liga9
1997/982. Bundesliga2. Liga16
1996/972. Bundesliga2. Liga12
1995/962. Bundesliga2. Liga6
1994/95Regionalliga Nordost3. Liga1
1993/942. Bundesliga2. Liga17
1992/932. Bundesliga2. Liga8
1991/922. Bundesliga2. Liga5
1990/91DDR-Oberliga1. Liga6
1989/90DDR-Oberliga1. Liga5
1988/89DDR-Oberliga1. Liga8
1987/88DDR-Oberliga1. Liga6
1986/87DDR-Oberliga1. Liga6
1985/86DDR-Oberliga1. Liga3
1984/85DDR-Oberliga1. Liga7
1983/84DDR-Oberliga1. Liga10
1982/83DDR-Oberliga1. Liga3
1981/82DDR-Oberliga1. Liga5
1980/81DDR-Oberliga1. Liga2
1979/80DDR-Oberliga1. Liga3
1978/79DDR-Oberliga1. Liga3
1977/78DDR-Oberliga1. Liga5
1976/77DDR-Oberliga1. Liga3
1975/76DDR-Oberliga1. Liga5
1974/75DDR-Oberliga1. Liga2
1973/74DDR-Oberliga1. Liga2
1972/73DDR-Oberliga1. Liga2
1971/72DDR-Oberliga1. Liga4
1970/71DDR-Oberliga1. Liga2
1969/70DDR-Oberliga1. Liga1
1968/69DDR-Oberliga1. Liga2
1967/68DDR-Oberliga1. Liga1
1966/67DDR-Oberliga1. Liga5
1965/66DDR-Oberliga1. Liga2
1964/65DDR-Oberliga1. Liga2
1963/64DDR-Oberliga1. Liga6
1962/63DDR-Oberliga1. Liga1
1961/62DDR-Oberliga1. Liga4
1952/53DDR-Oberliga1. Liga16

Für 1 von 63 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Erfolge

WettbewerbAnzahl
DDR-Meisterschaft3
FDGB-Pokal4
Endspiel- und Finalteilnahmen ohne Titel4

Der FDGB-Pokal war der Pokalwettbewerb der DDR. Weil die Vereinslinie durchgehend ist, gehen diese Titel vollständig in den Traditionsindex ein.

Ernst-Abbe-Sportfeld

Das Ernst-Abbe-Sportfeld liegt direkt an der Saale südlich der Jenaer Innenstadt und wurde am 24. August 1924 mit einem Freundschaftsspiel gegen den VfL Halle 1896 eingeweiht, das 1:1 endete. 1974 kam eine Flutlichtanlage mit vier Stahlhohlmasten hinzu, 1978 die erste elektronische Anzeigetafel im DDR-Fußball.

Zur Kapazität gibt es widersprüchliche Angaben. Nach dem 2024 abgeschlossenen Umbau nennt die Vereins- und Stadionbeschreibung 15.100 Plätze, ältere Quellen führen 15.610, und Wikidata weist 12.990 aus. Das Ligaarchiv nennt die Zahlen nebeneinander, statt eine davon auszuwählen.

Der Zuschauerrekord stammt vom 28. März 1962: 27.500 Menschen sahen das Europapokal-Halbfinale gegen Atlético Madrid. Der Rekord nach 1990 liegt bei 19.000 Zuschauern beim DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München am 19. August 2016, erzielt mit eigens aufgebauten Zusatztribünen.

Derbys und Rivalitäten

Die Thüringer Rivalität gegen den FC Rot-Weiß Erfurt ist die älteste und schärfste. In der Regionalliga Nordost treffen die Jenaer regelmäßig auf die Leipziger Klubs, den Chemnitzer FC und den FSV Zwickau, mit denen sie die gemeinsame Vergangenheit in der DDR-Oberliga verbindet.

Häufige Fragen zum FC Carl Zeiss Jena

Wann wurde der FC Carl Zeiss Jena gegründet?

Am 13. Mai 1903, zunächst als Fußball-Klub der Firma Carl Zeiss. Den heutigen Namen trägt der Verein seit dem 20. Januar 1966.

Wie oft war Jena DDR-Meister?

Dreimal: 1963, 1968 und 1970. Dazu kommen neun Vizemeisterschaften.

Was war der größte Erfolg?

Das Finale im Europapokal der Pokalsieger am 13. Mai 1981 in Düsseldorf, das gegen Dinamo Tiflis mit 1:2 verloren ging.

In welchem Stadion spielt Carl Zeiss Jena?

Im Ernst-Abbe-Sportfeld an der Saale. Die Kapazitätsangaben schwanken zwischen 12.990 und 15.610 Plätzen.

Wie viele Pokalsiege hat Jena?

Vier: 1960, 1972, 1974 und 1980, jeweils im FDGB-Pokal der DDR.

Wer ist der Rivale des FC Carl Zeiss Jena?

Der FC Rot-Weiß Erfurt im Thüringer Derby.

Welche Vereinsfarben hat Carl Zeiss Jena?

Blau, Gelb und Weiß.

Welche bekannten Spieler kamen aus Jena?

Peter Ducke, Konrad Weise und Lothar Kurbjuweit gehörten zu den prägenden Spielern der erfolgreichen Jahre und waren DDR-Nationalspieler.

Weitere Vereine der Regionalliga Nordost

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite Regionalliga Nordost

Quellen: FC Carl Zeiss Jena bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · FC Carl Zeiss Jena, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Kurbjuweit und das Finale 1981, Nordkurier (abgerufen 2026-09-04) · Erfolgsübersicht, FCC-Wiki (abgerufen 2026-09-04)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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