Ligen / Regionalliga Nordost / Sachsen
FSV Zwickau: Erster DDR-Meister und der Weg nach Anderlecht
Der FSV Zwickau führt die Tradition der ZSG Horch fort, die 1950 die erste DDR-Oberliga gewann. Als BSG Sachsenring erreichte der Verein 1976 das Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger und gewann dreimal den FDGB-Pokal.
Geschichte in Epochen
Planitz und der erste Titel
Der Ursprung liegt beim 1912 gegründeten Planitzer SC im heutigen Zwickauer Vorort Planitz. Nach der Auflösung aller Vereine in der Sowjetischen Besatzungszone entstand 1945 die SG Planitz, die sich 1948 für die erste Ostzonenmeisterschaft qualifizierte und das Endspiel gegen die SG Freiimfelde Halle durch ein Tor von Horst Weiß mit 1:0 gewann.
Am 15. März 1949 gründeten mehrere Zwickauer Sportgemeinschaften mit Hilfe des Fahrzeugwerks Horch und unter Hinzuziehung von Spielern der SG Planitz die Zentrale Sportgemeinschaft Horch Zwickau. Als ZSG Horch gewann die Mannschaft gleich die erste Spielzeit der DDR-Oberliga 1949/50. Deshalb tragen Spieler und Anhänger bis heute einen Stern über dem Vereinsemblem.
Vier Namen in einer Liga
Die Zwickauer spielten unter vier verschiedenen Namen in der höchsten Spielklasse des Ostens: als ZSG Horch, ab 1950 als BSG Horch, ab 1951 als BSG Motor und ab dem 15. Februar 1968 als BSG Sachsenring. Am 31. März 1969 fusionierte Sachsenring mit dem abstiegsgefährdeten Zweitligisten Aktivist Zwickau, mit Zustimmung des Fußballverbands der DDR. Insgesamt verbrachte der Verein 36 Jahre in der von 1949 bis 1991 bestehenden DDR-Oberliga.
Drei Pokalsiege und ein Halbfinale
Als BSG Motor gewann Zwickau 1963 und 1967 den FDGB-Pokal, 1975 folgte als BSG Sachsenring der dritte Erfolg, im Endspiel gegen Dynamo Dresden und erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs im Elfmeterschießen entschieden.
Der Pokalsieg führte in die Saison 1975/76 des Europapokals der Pokalsieger, und dort gelang der größte internationale Erfolg der Vereinsgeschichte. Nacheinander schaltete Zwickau Panathinaikos Athen, den AC Florenz nach Elfmeterschießen und Celtic Glasgow aus. Erst im Halbfinale war gegen den späteren Sieger RSC Anderlecht Schluss.
Neugründung und die Jahre danach
Nach der Wende beschlossen Mitglieder der Fußballsektion Anfang 1990 die Ausgliederung und die Gründung des eingetragenen Vereins Fußball-Sport-Verein Zwickau. Seither war der Klub nicht mehr erstklassig. Zweimal, 1999 und 2010, musste er Insolvenz anmelden. 2016 gelang der Aufstieg in die 3. Liga.
Ligahistorie
Erfasst sind die Spielzeiten der DDR-Oberliga, teils unter den früheren Namen BSG Motor und BSG Sachsenring Zwickau, sowie die Jahrgänge der 3. Liga und der Regionalliga Nordost.
Im Ligaarchiv sind für FSV Zwickau seit 1947 29 Saisons auf Ebene 1, 4 Saisons auf Ebene 2, 7 Saisons auf Ebene 3, 8 Saisons auf Ebene 4 erfasst. Die jüngste erfasste erstklassige Spielzeit war 1988/89. Aktuell wird die Saison 2026/27 in der Regionalliga Nordost geführt. Erfasst sind Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, die Regionalligastaffeln und die Ligen des DDR-Fußballs; Landes- und Verbandsligen werden nachgetragen.
| Saison | Liga | Ebene | Platz | Ereignis |
|---|---|---|---|---|
| 2026/27 | Regionalliga Nordost | 4 | — | laufend |
| 2025/26 | Regionalliga Nordost | 4 | 3 | |
| 2024/25 | Regionalliga Nordost | 4 | 4 | |
| 2023/24 | Regionalliga Nordost | 4 | 12 | |
| 2022/23 | 3. Liga | 3 | 19 | |
| 2021/22 | 3. Liga | 3 | 10 | |
| 2020/21 | 3. Liga | 3 | 10 | |
| 2019/20 | 3. Liga | 3 | 16 | |
| 2018/19 | 3. Liga | 3 | 7 | |
| 2017/18 | 3. Liga | 3 | 15 | |
| 2016/17 | 3. Liga | 3 | 5 | |
| 2015/16 | Regionalliga Nordost | 4 | 1 | |
| 2014/15 | Regionalliga Nordost | 4 | 2 | |
| 2013/14 | Regionalliga Nordost | 4 | 6 | |
| 2012/13 | Regionalliga Nordost | 4 | 3 | |
| 1997/98 | 2. Bundesliga | 2 | 17 | |
| 1996/97 | 2. Bundesliga | 2 | 14 | |
| 1995/96 | 2. Bundesliga | 2 | 5 | |
| 1994/95 | 2. Bundesliga | 2 | 16 | |
| 1988/89 | DDR-Oberliga | 1 | 13 | |
| 1985/86 | DDR-Oberliga | 1 | 14 | |
| 1982/83 | DDR-Oberliga | 1 | 14 | |
| 1981/82 | DDR-Oberliga | 1 | 12 | |
| 1980/81 | DDR-Oberliga | 1 | 11 | |
| 1979/80 | DDR-Oberliga | 1 | 8 | |
| 1978/79 | DDR-Oberliga | 1 | 12 | |
| 1977/78 | DDR-Oberliga | 1 | 10 | |
| 1976/77 | DDR-Oberliga | 1 | 8 | |
| 1975/76 | DDR-Oberliga | 1 | 9 | |
| 1974/75 | DDR-Oberliga | 1 | 7 | |
| 1973/74 | DDR-Oberliga | 1 | 8 | |
| 1972/73 | DDR-Oberliga | 1 | 8 | |
| 1971/72 | DDR-Oberliga | 1 | 7 | |
| 1970/71 | DDR-Oberliga | 1 | 6 | |
| 1969/70 | DDR-Oberliga | 1 | 5 | |
| 1968/69 | DDR-Oberliga | 1 | 5 | |
| 1967/68 | DDR-Oberliga | 1 | 7 | |
| 1966/67 | DDR-Oberliga | 1 | 3 | |
| 1965/66 | DDR-Oberliga | 1 | 10 | |
| 1964/65 | DDR-Oberliga | 1 | 8 | |
| 1963/64 | DDR-Oberliga | 1 | 12 | |
| 1962/63 | DDR-Oberliga | 1 | 7 | |
| 1961/62 | DDR-Oberliga | 1 | 5 | |
| 1954/55 | DDR-Oberliga | 1 | 5 | |
| 1953/54 | DDR-Oberliga | 1 | 11 | |
| 1952/53 | DDR-Oberliga | 1 | 3 | |
| 1951/52 | DDR-Oberliga | 1 | 5 | |
| 1950/51 | DDR-Oberliga | 1 | 3 |
Erfolge
| Wettbewerb | Anzahl |
|---|---|
| DDR-Meisterschaft | 1 |
| FDGB-Pokal | 3 |
| Endspiel- und Finalteilnahmen ohne Titel | 1 |
Der Meistertitel von 1950 wurde als ZSG Horch Zwickau gewonnen, die Pokalsiege als BSG Motor und BSG Sachsenring. Weil die Vereinslinie über die Umbenennungen und die Ausgliederung von 1990 hinweg fortgeführt wird, gehen sie in den Traditionsindex ein.
Stadion Zwickau
Die heutige Spielstätte im Westen der Stadt ersetzte das traditionsreiche Georgi-Dimitroff-Stadion. Belastbare Kapazitätsangaben liegen dem Ligaarchiv derzeit nicht vor; sie werden nachgetragen, sobald sie aus einer Primärquelle belegt sind.
Derbys und Rivalitäten
Die sächsischen Begegnungen mit dem Chemnitzer FC, Erzgebirge Aue und den Leipziger Klubs prägen den Spielplan. Aue und Zwickau trennen keine dreißig Kilometer, was diese Partie zur engsten Nachbarschaftsrivalität macht.
Häufige Fragen zum FSV Zwickau
War Zwickau DDR-Meister?
Ja. Als ZSG Horch Zwickau gewann der Verein die erste Spielzeit der DDR-Oberliga 1949/50. Bereits 1948 hatte die SG Planitz die Ostzonenmeisterschaft gewonnen.
Warum trägt Zwickau einen Stern auf dem Trikot?
Wegen des Meistertitels in der ersten Saison der DDR-Oberliga. Der Stern sitzt oberhalb des Vereinsemblems.
Wie oft hat Zwickau den FDGB-Pokal gewonnen?
Dreimal: 1963 und 1967 als BSG Motor, 1975 als BSG Sachsenring.
Was war der größte internationale Erfolg?
Das Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger 1975/76, nach Siegen über Panathinaikos Athen, den AC Florenz und Celtic Glasgow.
Unter welchen Namen spielte Zwickau in der DDR-Oberliga?
Unter vier: ZSG Horch, BSG Horch, BSG Motor und ab 1968 BSG Sachsenring.
Wie lange war Zwickau in der DDR-Oberliga?
36 Jahre, verteilt über die gesamte Zeit ihres Bestehens von 1949 bis 1991.
Seit wann heißt der Verein FSV Zwickau?
Seit Anfang 1990, als die Fußballsektion der BSG Sachsenring ausgegliedert und als eingetragener Verein neu aufgestellt wurde.
Weitere Vereine der Regionalliga Nordost
Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.
- FC Carl Zeiss Jena
- FC Erzgebirge Aue
- BFC Dynamo
- Chemnitzer FC
- FC Rot-Weiß Erfurt
- VFC Plauen
- SV Babelsberg 03
- Berliner AK 07
- FC Viktoria 1889 Berlin
- VfB Germania Halberstadt
- FSV Optik Rathenow
- SV Tasmania Berlin
- FC Oberlausitz Neugersdorf
- ZFC Meuselwitz
- 1. FC Lokomotive Leipzig
- TSG Neustrelitz
- BSG Chemie Leipzig
- Hertha BSC II
- RB Leipzig II
- Torgelower FC Greif
Zur Staffelseite Regionalliga Nordost
Quellen: FSV Zwickau bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · FSV Zwickau, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Vereinsgeschichte, fsv-zwickau.de (abgerufen 2026-09-04) · Als Zwickau Celtic Glasgow rauswarf, fussball.de (abgerufen 2026-09-04)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.