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Ligen / Regionalliga Nordost / Sachsen

FC Erzgebirge Aue: Geschichte, Meistertitel und Erzgebirgsstadion

Ebene 4, Regionalliga Nordost

Der FC Erzgebirge Aue gewann als SC Wismut Karl-Marx-Stadt 1956, 1957 und 1959 die DDR-Meisterschaft, spielte dabei aber immer in Aue. Der Verein gehörte der DDR-Oberliga 39 Jahre lang an, länger als jeder andere Klub.

Illustrierter Förderturm vor Erzgebirgskämmen, Vereinsseite FC Erzgebirge Aue
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Geschichte in Epochen

Aufstieg aus dem Bergbau

Der Verein wuchs mit dem Uranbergbau der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft Wismut. Mit dem Aufstieg in die DDR-Oberliga 1951 hieß er BSG Wismut Aue. Die Verbindung zum Bergbau prägt den Klub bis heute: Die Aufstellung heißt Schichtplan, und der Spielertunnel im Erzgebirgsstadion ist im Schacht-Look gestaltet.

Der Verein, der zwei Städte trug

1954 beschloss der Sportausschuss der DDR den Übergang von Betriebssportgemeinschaften zu Sportclubs. Die Fußballsektion der BSG Wismut Aue sollte dem am 6. November 1954 gegründeten SC Wismut Karl-Marx-Stadt eingegliedert werden und damit ins heutige Chemnitz umziehen. Nach Protesten der Mitgliederversammlung und der Auer Bevölkerung lenkte die Sportvereinigung ein: Die Mannschaft trug fortan den Namen der Großstadt, spielte aber weiterhin im Erzgebirgsstadion in Aue. 1963 kehrte der Verein auch dem Namen nach zurück und hieß wieder BSG Wismut Aue.

Drei Meisterschaften

Unter dem Namen SC Wismut Karl-Marx-Stadt erlebte der Klub seine erfolgreichste Zeit. 1955 gewann er den FDGB-Pokal, im Endspiel von Leipzig mit 3:2 nach Verlängerung gegen Empor Rostock, und dazu die Übergangsrunde, die wegen der Umstellung des Ligabetriebs auf das Kalenderjahr ausgespielt wurde. 1956, 1957 und 1959 folgten drei DDR-Meisterschaften. Alle drei brachten die Teilnahme am Europapokal der Landesmeister, wo der Verein an Ajax Amsterdam, den Young Boys Bern und Rapid Wien scheiterte.

Die Veilchen und die lange Zugehörigkeit

Die lila-weißen Farben, denen der Verein seinen Beinamen verdankt, gehen auf einen Vorschlag von Bringfried Müller zurück; erstmals liefen die Auer damit am Karfreitag 1966 auf. Erst 1989/90 stieg der Klub aus der DDR-Oberliga ab, der er 39 Jahre ununterbrochen angehört hatte, länger als jeder andere Verein. 1990 wurde aus der BSG der FC Wismut Aue, 1993 der FC Erzgebirge Aue.

Ligahistorie

Erfasst sind die Spielzeiten der DDR-Oberliga, teils unter den früheren Namen BSG Wismut Aue und SC Wismut Karl-Marx-Stadt, sowie die Jahrgänge der 2. Bundesliga, der 3. Liga und der Regionalliga Nordost.

1. Liga2. Liga3. LigaRegionalligaOberliga19512026
Ligazugehörigkeit aus dem Datenbestand des Ligaarchivs. Stand 6. September 2026.
Ebene 1Ebene 2Ebene 3Ebene 4Ebene 5

Im Ligaarchiv sind für FC Erzgebirge Aue seit 1947 32 Saisons auf Ebene 1, 16 Saisons auf Ebene 2, 7 Saisons auf Ebene 3, 1 Saison auf Ebene 4 erfasst. Die jüngste erfasste erstklassige Spielzeit war 1989/90. Aktuell wird die Saison 2026/27 in der Regionalliga Nordost geführt. Erfasst sind Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, die Regionalligastaffeln und die Ligen des DDR-Fußballs; Landes- und Verbandsligen werden nachgetragen.

Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaEbenePlatzEreignis
2026/27Regionalliga Nordost4laufend
2025/263. Liga317
2024/253. Liga313
2023/243. Liga36
2022/233. Liga314
2021/222. Bundesliga217
2020/212. Bundesliga212
2019/202. Bundesliga27
2018/192. Bundesliga214
2017/182. Bundesliga216
2016/172. Bundesliga214
2015/163. Liga32
2014/152. Bundesliga217
2013/142. Bundesliga214
2012/132. Bundesliga215
2011/122. Bundesliga215
2010/112. Bundesliga25
2009/103. Liga32
2008/093. Liga312
2007/082. Bundesliga216
2006/072. Bundesliga210
2005/062. Bundesliga27
2004/052. Bundesliga27
2003/042. Bundesliga28
1989/90DDR-Oberliga113
1988/89DDR-Oberliga17
1987/88DDR-Oberliga110
1986/87DDR-Oberliga14
1985/86DDR-Oberliga111
1984/85DDR-Oberliga14
1983/84DDR-Oberliga18
1982/83DDR-Oberliga110
1981/82DDR-Oberliga110
1980/81DDR-Oberliga112
1979/80DDR-Oberliga19
1978/79DDR-Oberliga111
1977/78DDR-Oberliga111
1976/77DDR-Oberliga110
1975/76DDR-Oberliga16
1974/75DDR-Oberliga112
1973/74DDR-Oberliga110
1972/73DDR-Oberliga111
1971/72DDR-Oberliga110
1970/71DDR-Oberliga111
1969/70DDR-Oberliga17
1968/69DDR-Oberliga19
1967/68DDR-Oberliga111
1966/67DDR-Oberliga19
1965/66DDR-Oberliga16
1964/65DDR-Oberliga19
1963/64DDR-Oberliga110
1962/63DDR-Oberliga14
1954/55DDR-Oberliga12
1953/54DDR-Oberliga14
1952/53DDR-Oberliga12
1951/52DDR-Oberliga17

Für 1 von 56 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Erfolge

WettbewerbAnzahl
DDR-Meisterschaft3
FDGB-Pokal1
Endspiel- und Finalteilnahmen ohne Titel1

Alle Titel wurden unter dem Namen SC Wismut Karl-Marx-Stadt gewonnen, die Heimspiele fanden dabei durchgehend in Aue statt. Weil die Vereinslinie über die Umbenennungen hinweg durchgehend ist, gehen sie vollständig in den Traditionsindex ein.

Erzgebirgsstadion

Das erste Städtische Stadion von 1928 wurde im März 1950 abgerissen. Am 20. August 1950 ging der Neubau in Betrieb, zunächst für 22.000 Zuschauer ausgelegt und nach dem damaligen Ministerpräsidenten Otto-Grotewohl-Stadion genannt. Seit dem 26. November 1991 heißt es Erzgebirgsstadion. Nach der Saison 2009/10 wurde die Anlage umfangreich saniert, unter anderem bekam die Gegentribüne ein Dach.

Derbys und Rivalitäten

Die sächsischen Begegnungen mit Dynamo Dresden, dem Chemnitzer FC und dem FSV Zwickau prägen den Spielplan. Die Beziehung zu Chemnitz hat dabei eine Besonderheit: Zwischen 1954 und 1963 trug der Auer Verein den Namen der Stadt, ohne je dort gespielt zu haben.

Häufige Fragen zum FC Erzgebirge Aue

Wie oft war Aue DDR-Meister?

Dreimal: 1956, 1957 und 1959, jeweils unter dem Namen SC Wismut Karl-Marx-Stadt. Dazu kommt der Sieg in der Übergangsrunde 1955, für den kein offizieller Titel vergeben wurde.

Warum hieß Aue Karl-Marx-Stadt?

Weil die Fußballsektion 1954 dem neu gegründeten SC Wismut Karl-Marx-Stadt zugeordnet wurde. Nach Protesten durfte die Mannschaft aber weiter in Aue spielen. 1963 kehrte auch der Name zurück.

Hat Aue den FDGB-Pokal gewonnen?

Ja, einmal: 1955 mit einem 3:2 nach Verlängerung gegen Empor Rostock im Endspiel von Leipzig.

Wie lange war Aue in der DDR-Oberliga?

39 Jahre ununterbrochen, von 1951 bis zum Abstieg 1989/90. Kein anderer Verein gehörte ihr länger an.

Warum heißen die Auer die Veilchen?

Wegen der lila-weißen Vereinsfarben, die auf einen Vorschlag von Bringfried Müller zurückgehen und erstmals am Karfreitag 1966 getragen wurden.

In welchem Stadion spielt Erzgebirge Aue?

Im Erzgebirgsstadion, das am 20. August 1950 eröffnet wurde und bis 1991 Otto-Grotewohl-Stadion hieß.

Seit wann heißt der Verein FC Erzgebirge Aue?

Seit 1993. Davor hieß er ab 1990 FC Wismut Aue und zuvor BSG Wismut Aue.

Weitere Vereine der Regionalliga Nordost

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite Regionalliga Nordost

Quellen: FC Erzgebirge Aue bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · FC Erzgebirge Aue, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · BSG Wismut Aue, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · 80 Jahre Wismut Aue, sportschau.de (abgerufen 2026-09-04)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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HN

Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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