Eine Kette aus Insolvenz und Fusion
Die Vereinsgeschichte Greifswalds ist eine Abfolge von Zusammenschlüssen, Auflösungen und Neuanfängen:
- 1912 erster reiner Fußballverein der Stadt
- 1926 Greifswalder SC aus der Fusion zweier Vereine — 1945 zwangsweise aufgelöst
- danach zwei Betriebssportgemeinschaften, eine davon an das örtliche Kernkraftwerk gebunden
- 1990 Neugründung des Greifswalder SC — 2002 Insolvenz, 2003 Auflösung
- 1. Januar 2004 Gründung des Greifswalder SV 04 aus drei Vereinen, „nach einer großen Kraftanstrengung innerhalb der Stadt“
- 1. Juli 2015 Fusion mit dem FC Pommern Greifswald zum heutigen Greifswalder FC
Im Ligaarchiv steht Greifswald damit neben Viktoria Köln, wo ebenfalls zwei Insolvenzen und zwei Neugründungen dokumentiert sind — und die Bindung an ein Kernkraftwerk ist im Bestand einmalig.
Ein Verein, der aus gescheiterten Gesprächen entstand
Der Fusionspartner von 2015 hat eine bemerkenswerte Entstehung: Nachdem im Mai 2010 Fusionsgespräche zwischen dem SV 04 und der Hochschulsportgemeinschaft gescheitert waren, gründeten ehemalige Sponsoren beider Vereine kurzerhand den FC Pommern Greifswald — der den Ligaplatz der Hochschulmannschaft übernahm.
Fünf Jahre später fusionierten beide doch. Der neue Verein entschied sich dabei bewusst gegen den höheren Startplatz: Trotz Startberechtigung in der Oberliga übernahm er den Verbandsligaplatz des SV 04.
Zwei Aufstiege durch Quotientenregelung
2021/22 stieg der GFC als Erster der Oberliga-Staffel Nord in die Regionalliga auf — in einer Saison, die nach der Quotientenregel gewertet wurde. Damit steht Greifswald neben dem FSV 63 Luckenwalde, der auf demselben Weg aufstieg.
Auch der Weg in den DFB-Pokal war ungewöhnlich: Nach dem Abbruch des Landespokals 2020/21 bestimmte der Verband, dass die bestplatzierte Mannschaft des Landes teilnehmen sollte. Weil Hansa Rostock bereits über die 3. Liga qualifiziert war, rückte der GFC nach. In der ersten Runde unterlag er dem FC Augsburg mit 2:4 vor 4.237 Zuschauern.
Ligahistorie
Erfasst sind die Spielzeiten der Regionalliga Nordost mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Oberliga- und Verbandsligajahre werden nachgetragen.
| Saison | Liga | Stufe | Platz | Ereignis |
|---|---|---|---|---|
| 2026/27 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | — | laufend |
| 2025/26 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 15 | laufend |
| 2024/25 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 6 | |
| 2023/24 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 2 | |
| 2022/23 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 14 | |
| 2021/22 | Oberliga Nordost | 5. Liga | 1 | |
| 2020/21 | Oberliga Nordost | 5. Liga | 2 | |
| 2018/19 | Oberliga Nordost | 5. Liga | 3 |
Talentzulieferer für Rostock
Die Nachwuchsabteilung gilt seit Jahren als eine der leistungsstärksten des Landes; Greifswald gehört zu den größten Talentzulieferern für Hansa Rostock und die Auswahlmannschaften Mecklenburg-Vorpommerns.
Heimspielstätte ist das Volksstadion. Das Wappen zeigt einen Greif, die Vereinsfarben sind Blau und Weiß.
Häufige Fragen zum Greifswalder FC
Wann wurde der Greifswalder FC gegründet?
Am 1. Juli 2015, durch Fusion des Greifswalder SV 04 mit dem FC Pommern Greifswald. Die Wurzeln reichen bis 1912 zurück.
Was geschah 2002?
Der Greifswalder SC meldete Insolvenz an und wurde 2003 aufgelöst. 2004 folgte die Gründung eines Nachfolgevereins.
Wie entstand der FC Pommern Greifswald?
Nach gescheiterten Fusionsgesprächen 2010 gründeten ehemalige Sponsoren beider Vereine den neuen Klub, der den Ligaplatz der Hochschulmannschaft übernahm.
Wie kam Greifswald in den DFB-Pokal?
Nach dem Abbruch des Landespokals 2020/21 rückte der GFC nach, weil Hansa Rostock bereits anderweitig qualifiziert war.
Wie ging das Pokalspiel aus?
2:4 gegen den FC Augsburg vor 4.237 Zuschauern im Volksstadion.
Seit wann spielt der Verein in der Regionalliga?
Seit 2022, nach dem Aufstieg in einer nach Quotientenregel gewerteten Saison.
Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?
8.000; im Ligabetrieb sind 4.990 zugelassen.
Weitere Vereine der Regionalliga Nordost
Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.
- FC Carl Zeiss Jena
- FC Erzgebirge Aue
- BFC Dynamo
- FSV Zwickau
- Chemnitzer FC
- FC Rot-Weiß Erfurt
- 1. FC Magdeburg II
- SV Babelsberg 03
- Hallescher FC
- BFC Preussen
- Hertha BSC II
- FC Viktoria 1889 Berlin
- VSG Altglienicke
- FSV 63 Luckenwalde
- 1. FC Lokomotive Leipzig
- RSV Eintracht Stahnsdorf
- SV Tasmania Berlin
- BSG Chemie Leipzig
- FC Oberlausitz Neugersdorf
- RB Leipzig II
- Torgelower FC Greif
Zur Staffelseite Regionalliga Nordost
Quellen: Greifswalder FC bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · Greifswalder FC, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Vereinsgeschichte, greifswalder-fc.de (abgerufen 2026-09-11) · FC Pommern Greifswald, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Greifswalder SV 04, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.