Geschichte des BFC Preussen
1894 bis 1933: Gymnasiasten, Verbandsgründer, Berliner Meister
Der BFC Preussen geht auf Schüler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums zurück, die 1894 zunächst einen Fußballclub Friedrich-Wilhelm gründeten und sich, um Konflikte zu vermeiden, noch im selben Jahr als BFC Preussen neu aufstellten. Als Gründungstag nennt der Verein den 1. Mai 1894. 1897 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Verbands Deutscher Ballspielvereine, aus dem der Verband Berliner Ballspielvereine wurde.
Vor dem Ersten Weltkrieg gewann der Verein die Berliner Meisterschaft 1899, 1900, 1901, 1910 und 1912; 1912 erreichte er das Viertelfinale der Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Im März 1901 schlug er die Surrey Wanderers mit 8:3, laut Wikipedia der erste Sieg einer deutschen Mannschaft über einen Klub aus England. 1909 folgte ein Freundschaftsspiel gegen Newcastle United. Ab 1902 war Felix Linnemann Mitglied, der spätere DFB-Präsident, ab 1906 auch im Vorstand.
Bis 1933 spielte der BFC Preussen ohne Unterbrechung in der obersten Berliner Spielklasse, meist im Mittelfeld. Der Verein hielt an einem strengen Amateurismus fest und verlor dadurch den Anschluss an die Spitze.
1933 bis 1949: Gauliga verpasst, Umzug nach Lankwitz
Der BFC Preussen verpasste 1933 die Qualifikation für die neue Gauliga. Seit 1932 unterhielt der Verein eine eigene SA-Sportabteilung; sein Stadion auf dem Tempelhofer Feld war am 20. August 1933 Schauplatz des ersten SA-Massensportfestes. Für den Ausbau des Flughafens Tempelhof musste die Anlage weichen, 1938 bezog der Verein das Preussenstadion in Lankwitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte er sich erst 1949 neu gründen.
1970 bis 1991: Regionalliga Berlin und drei Oberliga-Titel
Der BFC Preussen stieg 1972 als Meister der Amateurliga in die Regionalliga Berlin auf, damals die zweithöchste Spielklasse. Beide Spielzeiten dort endeten auf Platz 11. Weil der Verein 1974 die Qualifikation für die neue Oberliga Berlin verpasste, musste er ein Jahr in der Amateurliga spielen und kehrte 1975 als Meister zurück.
In den späten 1970er Jahren gehörte er zu den stärksten Mannschaften West-Berlins: Oberliga-Meister und damit Berliner Meister 1977, 1980 und 1981, Vizemeister 1978 und 1979. Jede Meisterschaft öffnete die Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga, alle drei Anläufe scheiterten. Von 1978 bis 1981 stand der Verein viermal in Folge im Finale des Berliner Landespokals und gewann dreimal. 1977 erreichte er zudem das Halbfinale der deutschen Amateurmeisterschaft.
1991 bis 2025: Vom Neuanfang in der Verbandsliga zum Durchmarsch
Der BFC Preussen wurde nach der Auflösung der Oberliga Berlin 1991 in die NOFV-Oberliga eingegliedert, stieg nach einem Jahr ab und war 1992 Gründungsmitglied der Verbandsliga Berlin. Nach Abstiegen 1993 und 1999 gelang 2005 als Berliner Meister der Sprung in die damals viertklassige Oberliga. 2009 und 2012 folgten weitere Abstiege bis in die Landesliga.
Unter Trainer Andreas Neuendorf kehrte der Verein 2015 in die Berlin-Liga zurück. 2016 gewann er den Berliner Landespokal mit 1:0 gegen den SV Lichtenberg 47 und unterlag in der ersten Runde des DFB-Pokals 2016/17 dem 1. FC Köln. Nach einem weiteren Abstieg 2019 und der Rückkehr 2022 folgte der Durchmarsch: 2024 Berliner Meister, 2025 Meister der Oberliga Nordost, Staffel Nord. In seiner ersten Regionalliga-Saison 2025/26 wurde der Verein Achter. In der ewigen Tabelle der Berlin-Liga steht er auf Platz 3.
Ligahistorie
Für den BFC Preussen sind im Ligaarchiv 40 Spielzeiten in der 2. bis 5. Liga erfasst, jeweils mit Platzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Zeilen der Jahre 1970 bis 2008 stammen aus der Saisonübersicht in der Wikipedia, die übrigen aus den Saisontabellen der jeweiligen Liga. Die Stufe richtet sich nach der damaligen Ligastruktur: Die Oberliga Berlin war bis 1991 die 3. Liga, die Verbandsliga Berlin zwischen 1994 und 2008 die 5. Liga. Spielzeiten in der Berlin-Liga und der Landesliga nach 2008 liegen unterhalb der 5. Liga und werden nicht geführt. Die Jahrzehnte vor 1970 werden nachgetragen.
| Saison | Liga | Stufe | Platz | Ereignis |
|---|---|---|---|---|
| 2025/26 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 8 | laufend |
| 2024/25 | Oberliga Nordost | 5. Liga | 1 | Meister, Aufstieg |
| 2008/09 | Oberliga Nordost | 5. Liga | 15 | Abstieg |
| 2007/08 | Oberliga Nordost | 4. Liga | 13 | |
| 2006/07 | Oberliga Nordost | 4. Liga | 8 | |
| 2005/06 | Oberliga Nordost | 4. Liga | 11 | |
| 2004/05 | Verbandsliga Berlin | 5. Liga | 1 | Meister, Aufstieg |
| 2003/04 | Verbandsliga Berlin | 5. Liga | 3 | |
| 2002/03 | Verbandsliga Berlin | 5. Liga | 5 | |
| 2001/02 | Verbandsliga Berlin | 5. Liga | 8 | |
| 2000/01 | Verbandsliga Berlin | 5. Liga | 2 | |
| 1998/99 | Verbandsliga Berlin | 5. Liga | 16 | Abstieg |
| 1997/98 | Verbandsliga Berlin | 5. Liga | 3 | |
| 1996/97 | Verbandsliga Berlin | 5. Liga | 12 | |
| 1995/96 | Verbandsliga Berlin | 5. Liga | 12 | |
| 1994/95 | Verbandsliga Berlin | 5. Liga | 12 | |
| 1993/94 | Landesliga Berlin | 5. Liga | 1 | Meister, Aufstieg |
| 1992/93 | Verbandsliga Berlin | 4. Liga | 14 | Abstieg |
| 1991/92 | Oberliga Nordost | 3. Liga | 16 | Abstieg |
| 1990/91 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 10 | |
| 1989/90 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 14 | |
| 1988/89 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 10 | |
| 1987/88 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 11 | |
| 1986/87 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 9 | |
| 1985/86 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 5 | |
| 1984/85 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 14 | |
| 1983/84 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 8 | |
| 1982/83 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 5 | |
| 1981/82 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 4 | |
| 1980/81 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 1 | Meister |
| 1979/80 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 1 | Meister |
| 1978/79 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 2 | |
| 1977/78 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 2 | |
| 1976/77 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 1 | Meister |
| 1975/76 | Oberliga Berlin | 3. Liga | 7 | |
| 1974/75 | Amateurliga Berlin | 4. Liga | 1 | Meister, Aufstieg |
| 1973/74 | Regionalliga Berlin | 2. Liga | 11 | Abstieg |
| 1972/73 | Regionalliga Berlin | 2. Liga | 11 | |
| 1971/72 | Amateurliga Berlin | 3. Liga | 1 | Meister, Aufstieg |
| 1970/71 | Amateurliga Berlin | 3. Liga | 3 |
Stadion: Preussenstadion in Lankwitz
Der BFC Preussen spielt seit 1938 im Preussenstadion an der Malteserstraße in Berlin-Lankwitz, das dem Verein selbst gehört. Zugelassen sind 3.000 Zuschauer, davon 200 auf Sitzplätzen. Bei der Eröffnung 1938 fasste die Anlage noch 20.000 Menschen.
Für die Regionalliga Nordost genügte das Stadion beim Aufstieg 2025 nicht allen Vorgaben: Es fehlten eine Abtrennung für Gästefans, ausreichendes Flutlicht und eine überdachte Tribüne, eine Übergangsregelung wurde erwogen. 2025/26 kamen zu 17 Heimspielen insgesamt 10.401 Zuschauer, im Schnitt rund 610. Nicht zu verwechseln ist die Anlage mit dem gleichnamigen Preußenstadion in Münster.
Berliner Nachbarn in der Regionalliga Nordost
Der BFC Preussen trifft in der Saison 2026/27 auf fünf weitere Mannschaften, die in Berlin spielen: den BFC Dynamo, die VSG Altglienicke, Hertha BSC II, den SV Tasmania Berlin und den RSV Eintracht Stahnsdorf, der seine Heimspiele ebenfalls im Preussenstadion austrägt. Eine gewachsene Rivalität mit einem dieser Vereine ist in den Quellen nicht dokumentiert.
Der BFC Preussen jenseits des Fußballs
Der BFC Preussen war Anfang des 20. Jahrhunderts einer der Pioniervereine im deutschen Eishockey und gewann 1911 und 1912 die Berliner Meisterschaft. 1983 ging die Eishockeyabteilung zusammen mit der des Berliner Schlittschuhclubs im BSC Preussen auf. Heute betreibt der Verein neben Fußball auch Futsal, Handball, Volleyball, Leichtathletik und Gymnastik.
Häufige Fragen zum BFC Preussen
Wann wurde der BFC Preussen gegründet?
Am 1. Mai 1894, von Schülern des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein 1949 neu gegründet.
In welcher Liga spielt der BFC Preussen in der Saison 2026/27?
Der BFC Preussen spielt in der Saison 2026/27 in der Regionalliga Nordost (4. Liga). Es ist seine zweite Spielzeit dort nach dem Aufstieg 2025.
Wie heißt das Stadion des BFC Preussen und wie viele Zuschauer fasst es?
Das Preussenstadion in Berlin-Lankwitz ist für 3.000 Zuschauer zugelassen, davon 200 auf Sitzplätzen. Es gehört dem Verein.
Was ist der größte Erfolg des BFC Preussen?
Sportlich sind es zehn Berliner Meistertitel von 1899 bis 2024 und das Viertelfinale der deutschen Meisterschaft 1912. Historisch bedeutsam ist der 8:3-Sieg über die Surrey Wanderers 1901, der erste Sieg einer deutschen Mannschaft über einen englischen Klub.
Wie viele Erstliga-Saisons hat der BFC Preussen gespielt?
In der Bundesliga keine. Bis 1933 spielte der Verein ununterbrochen in der damals obersten Berliner Spielklasse; die höchste Stufe seit Einführung der Bundesliga war die Regionalliga Berlin als 2. Liga 1972 bis 1974.
Wer ist der Rivale des BFC Preussen?
Eine gewachsene Rivalität ist nicht dokumentiert. In der Regionalliga Nordost 2026/27 spielt der Verein gegen fünf weitere Berliner Mannschaften, darunter den BFC Dynamo und den SV Tasmania Berlin.
Welche Vereinsfarben hat der BFC Preussen?
Schwarz und Weiß. So führt sie die Vereinsdarstellung bei Wikipedia.
Welche bekannten Spieler spielten für den BFC Preussen?
Nationalspieler in den Anfangsjahren waren unter anderem Edwin Dutton, Otto Thiel und Walter Sorkale. Später trugen Michael Sziedat und Christoph Dabrowski das Trikot des Vereins; Andreas Neuendorf und Thomas Häßler arbeiteten dort als Trainer.
Weitere Vereine der Regionalliga Nordost
Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.
- FC Carl Zeiss Jena
- FC Erzgebirge Aue
- BFC Dynamo
- FSV Zwickau
- Chemnitzer FC
- FC Rot-Weiß Erfurt
- 1. FC Magdeburg II
- SV Babelsberg 03
- Hallescher FC
- Greifswalder FC
- Hertha BSC II
- FC Viktoria 1889 Berlin
- VSG Altglienicke
- FSV 63 Luckenwalde
- 1. FC Lokomotive Leipzig
- RSV Eintracht Stahnsdorf
- SV Tasmania Berlin
- BSG Chemie Leipzig
- FC Oberlausitz Neugersdorf
- RB Leipzig II
- Torgelower FC Greif
Zur Staffelseite Regionalliga Nordost
Quellen: BFC Preussen, Wikipedia (Geschichte, Erfolge, Saisonüberblick seit 1970) (abgerufen 2026-10-02) · BFC Preussen bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-10-02) · Preussenstadion, Wikipedia (abgerufen 2026-10-02) · Regionalliga Nordost 2025/26, Wikipedia (Platzierung, Zuschauer) (abgerufen 2026-10-02) · Regionalliga Nordost 2026/27, Wikipedia (Teilnehmer, Spielstätten) (abgerufen 2026-10-02) · Website des BFC Preussen (abgerufen 2026-10-02)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.