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Steigerwaldstadion Erfurt: Von der Mitteldeutschen Kampfbahn zur Arena

Das Steigerwaldstadion in Erfurt wurde im Mai 1931 als Mitteldeutsche Kampfbahn eingeweiht und zählte zu den größten Sportstätten der Region. Zu Spitzenspielen kamen fast 50.000 Zuschauer an den Steigerrand.

Illustrierte Tribüne mit Zeltdach vor Waldkante, Steigerwaldstadion in Erfurt
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Ein Anspruch als Bauprogramm

Die Pläne reichen in die frühen zwanziger Jahre zurück. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg wollte Erfurt seine Rolle als eine der Metropolen Mitteldeutschlands untermauern — und über dieses Projekt war man sich im Stadtrat trotz aller Zerstrittenheit der Weimarer Parteien einig. Niemand wollte es durch parteipolitisches Kalkül gefährden.

Nach rund vierjähriger Bauzeit wurde die Anlage am 17. Mai 1931 als Mitteldeutsche Kampfbahn eröffnet. Der Name war Programm: Sie zählte damals zu den größten und modernsten der Region.

Kein Fußballstadion

Bemerkenswert ist, wofür sie gebaut wurde: Als Heimstätte eines Fußballvereins war das Stadion zunächst nicht vorgesehen. Es diente Turnfesten, Reiterspielen und Leichtathletik — mit einer 500 Meter langen Laufbahn und einer acht Meter breiten Rasenbahn für den Reitsport zwischen Laufbahn und Spielfeld. Fußball fand nur vereinzelt statt.

Eine Holztribüne kam erst 1934 dazu. Sie stand fast sechzig Jahre bei Wind und Wetter, mehrfach restauriert und ausgebessert.

Drei Namen, drei Systeme

  • 1931 bis 1948 Mitteldeutsche Kampfbahn
  • 1948 bis 1991 Georgij-Dimitroff-Stadion
  • seit 1991 Steigerwaldstadion, nach dem nahegelegenen Steigerwald — der Name wurde nach einer Umfrage in der Bevölkerung gewählt

Damit ist Erfurt der fünfte Fall im Ligaarchiv, in dem ein Name der DDR-Zeit nach 1990 abgelegt wurde — neben Leutzsch, Aue, Chemnitz und Potsdam, das seinen behielt. Der Weg über eine Bevölkerungsumfrage ist dabei einmalig.

Zur Vollständigkeit gehört ein weiterer Abschnitt: Am 26. Juli 1932 nutzten Adolf Hitler und die NSDAP das Stadion für eine Großkundgebung.

Zwei DDR-Meisterschaften

1954 und 1955 wurde der SC Turbine Erfurt, Vorgänger des heutigen FC Rot-Weiß Erfurt, hier DDR-Meister. Dazu kamen Länderspiele, internationale Leichtathletikwettkämpfe und Etappenankünfte der Friedensfahrt.

Ende der sechziger Jahre erhielt die Anlage eine 400-Meter-Tartanbahn und eine elektronische Anzeigetafel. 1976 und 1981 folgten Zäune und Blockabtrennungen — die die Quellen ausdrücklich als unvermeidlich bezeichnen.

Der Umbau 2015 bis 2017

2012 stellte der Stadtrat die Weichen für den Umbau zu einer Multifunktionsarena. Veranschlagt waren knapp 40 Millionen Euro, davon 33 Millionen Fördermittel des Landes und rund sechs Millionen von der Stadt; am Ende waren es rund 42,8 Millionen Euro.

Zwei Merkmale des Ergebnisses:

  • Die achteckige Grundform — dieselbe, die das Max-Morlock-Stadion in Nürnberg seit 1928 hat.
  • Zur Beheizung und Kühlung wird die Abwärme der benachbarten Eisschnelllaufhalle genutzt. Im Ligaarchiv ist das der einzige Fall einer solchen Kopplung.

Die Farbgebung in Rot und Weiß bezieht sich zugleich auf den Verein, das Land Thüringen und den Deutschen Leichtathletik-Verband.

Nicht alles überlebte den Umbau: Die letzten historischen Reste der Mitteldeutschen Kampfbahn, das Marathontor, wurden 2015 abgerissen.

Kapazität

Nach dem Umbau bietet die Anlage 18.599 bis 18.611 Plätze, je nach Quelle. Damit ist sie das zweitgrößte Stadion Thüringens.

Häufige Fragen zum Steigerwaldstadion

Wie viele Zuschauer fasst das Steigerwaldstadion?

Je nach Quelle 18.599 oder 18.611 Plätze. Es ist das zweitgrößte Stadion Thüringens.

Wann wurde das Stadion eröffnet?

Am 17. Mai 1931 als Mitteldeutsche Kampfbahn, nach rund vierjähriger Bauzeit.

Wofür wurde es ursprünglich gebaut?

Für Turnfeste, Reiterspiele und Leichtathletik — mit einer 500-Meter-Laufbahn und einer Rasenbahn für den Reitsport. Als Fußballstadion war es nicht vorgesehen.

Wie kam der heutige Name zustande?

Nach der Wende durch eine Umfrage in der Bevölkerung; benannt ist die Anlage nach dem nahegelegenen Steigerwald.

Was kostete der Umbau?

Rund 42,8 Millionen Euro, überwiegend aus Fördermitteln des Landes Thüringen.

Wie wird das Stadion beheizt?

Mit der Abwärme der benachbarten Eisschnelllaufhalle.

Welche Titel wurden hier gewonnen?

1954 und 1955 die DDR-Meisterschaft durch den SC Turbine Erfurt.

Was geschah mit dem Marathontor?

Der letzte historische Rest der Mitteldeutschen Kampfbahn wurde 2015 abgerissen.

Quellen: Steigerwaldstadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · Steigerwaldstadion Erfurt, erfurt-web.de (abgerufen 2026-09-04) · Stadiongeschichte, rot-weiss-erfurt.de (abgerufen 2026-09-04)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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