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Max-Morlock-Stadion: Benannt nach einem Weltmeister von 1954

Das Max-Morlock-Stadion in Nürnberg fasst 50.000 Zuschauer und trägt seit 2017 den Namen des Weltmeisters von 1954, der seine gesamte Laufbahn beim 1. FC Nürnberg verbrachte.

Illustrierte ovale Stadionschale mit Laufbahn am Waldrand, Max-Morlock-Stadion
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Eine Goldmedaille für den Entwurf

Das Stadion entstand zwischen 1925 und 1928 nach Plänen des Nürnberger Oberbaurats Otto Ernst Schweizer, eines bedeutenden Vertreters der modernen Architektur. Ursprünglich war es ein Ein-Rang-Stadion, auf aufgeschütteten Erdwällen errichtet; nur die Haupttribüne im Bauhaus-Stil war überdacht und bot 2.600 Zuschauern Platz.

Wie ungewöhnlich der Entwurf war, zeigt eine Auszeichnung, die es im Ligaarchiv kein zweites Mal gibt: Bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam erhielt das Stadiongelände im Wettbewerb für künstlerische Gestaltung eine Goldmedaille für den städtebaulichen Entwurf.

Eröffnet wurde mit einem Spiel der Städteauswahlen von Nürnberg und Fürth, das die Nachbarstadt 1:0 gewann. Bereits 1929 fand hier das Endspiel um die deutsche Meisterschaft statt. Den markanten achteckigen Grundriss hat die Anlage bis heute behalten.

Auf dem Reichsparteitagsgelände

Ab 1933 wurde das umliegende Areal zum Reichsparteitagsgelände umgestaltet. Während der Reichsparteitage fand im Stadion der Tag der Hitlerjugend statt; entsprechend hieß es in dieser Zeit auch Stadion der Hitlerjugend.

Damit gehört Nürnberg zu jener Gruppe im Ligaarchiv, deren Bauwerk oder Name die NS-Zeit trägt. Anders als beim Neckarstadion, dem Moselstadion und dem Stadion Oberwerth stand hier nicht der Name im Zentrum, sondern die Lage — wie beim Olympiastadion Berlin, wo das Bauwerk selbst der Zeuge ist. Das Gelände wird heute ausdrücklich als Erinnerungsort geführt.

Victory Stadium

Nach Kriegsende nutzte die US-Armee die Anlage als Sportfeld; von 1945 bis 1961 hieß sie Victory Stadium. Das ist im Bestand der zweite Fall eines Besatzungsnamens nach dem Frankfurter Victory Park und dem kurzzeitigen Stade Monsabert in Kaiserslautern.

Wie der Club hierher kam

Bis 1963 spielte der 1. FC Nürnberg im vereinseigenen Stadion am Zabo. Mit dessen Verkauf konnte sich der Verein den Umzug leisten; seit Einführung der Bundesliga trägt er seine Heimspiele im Städtischen Stadion aus, das dafür Stahlrohrtribünen und eine Flutlichtanlage erhielt.

Die Tribüne, die beim Umbau einstürzte

1987 begann der erste vollständige Umbau, auch als Folge der Katastrophe von Heysel. Dabei geschah etwas, das die Baugeschichte prägt: Die Haupttribüne von 1928, die eigentlich erhalten bleiben sollte, stürzte während der Arbeiten ein.

1991 wurde die Anlage als Frankenstadion wiedereröffnet. Zur damaligen Kapazität gehen die Angaben auseinander — genannt werden 44.833 und 53.462 Plätze mit unterschiedlicher Aufteilung von Steh- und Sitzplätzen.

Ab 2003 folgte die Modernisierung für die Weltmeisterschaft 2006, für rund 56 Millionen Euro: Das Spielfeld wurde um 1,5 Meter tiefergelegt, die Oberränge in zwei Ecken erweitert, zwei Sitzreihen zum Spielfeld hin angebaut — und die Bestuhlung von Gelb auf Rot geändert.

Sechs Namen

  • 1928 bis 1945 Städtisches Stadion
  • 1945 bis 1961 Victory Stadium
  • 1961 bis 1991 wieder Städtisches Stadion
  • 1991 bis 2006 Frankenstadion
  • 2006 bis 2017 drei aufeinanderfolgende Sponsorennamen
  • seit dem 1. Juli 2017 Max-Morlock-Stadion

Eine Ausnahme ist überliefert: Während der Weltmeisterschaft 2006 wurde das Stadion trotz laufenden Sponsorenvertrags als Frankenstadion geführt.

Kapazität

50.000 Plätze bei Ligaspielen, 40.308 bis 44.308 bei internationalen Partien — die Differenz entsteht durch den Wegfall der Stehplätze. Bemerkenswert ist, dass die Zahl von 1928 und die von heute übereinstimmen: 50.000. Dazwischen lagen Werte von 44.833 bis 53.462.

Seit der Saison 2023/24 tragen auch die Frauen des Vereins ihre Heimspiele hier aus.

Häufige Fragen zum Max-Morlock-Stadion

Wie viele Zuschauer fasst das Max-Morlock-Stadion?

50.000 bei Ligaspielen, je nach Quelle 40.308 bis 44.308 bei internationalen Partien.

Wann wurde das Stadion gebaut?

Zwischen 1925 und 1928 nach Plänen von Otto Ernst Schweizer, eröffnet 1928 als Städtisches Stadion.

Wofür erhielt das Stadion eine Goldmedaille?

Für den städtebaulichen Entwurf, im Wettbewerb für künstlerische Gestaltung bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam.

Was war der Tag der Hitlerjugend?

Eine Veranstaltung während der Reichsparteitage, die im Stadion abgehalten wurde. In dieser Zeit hieß es auch Stadion der Hitlerjugend.

Warum hieß es Victory Stadium?

Von 1945 bis 1961 nutzte die US-Armee die Anlage als Sportfeld.

Was geschah beim Umbau ab 1987?

Die Haupttribüne von 1928, die erhalten bleiben sollte, stürzte während der Bauarbeiten ein.

Seit wann heißt es Max-Morlock-Stadion?

Seit dem 1. Juli 2017, nach dem Weltmeister von 1954, der seine gesamte Laufbahn beim 1. FC Nürnberg verbrachte.

Welche Form hat das Stadion?

Einen achteckigen Grundriss, den es seit 1928 behalten hat.

Quellen: Max-Morlock-Stadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · 1. FC Nürnberg, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05) · Meisterschaft 1968, fcn.de (abgerufen 2026-09-05)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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