Moselstadion Trier: Flutlicht in vier Wochen
Das Moselstadion wurde 1930 als Sportanlage Auf der D’ham eingeweiht. 1998 musste binnen weniger Wochen ein Flutlicht gebaut werden, damit das DFB-Pokal-Halbfinale in Trier stattfinden konnte.

Eingeweiht am 6. Juli 1930
Die Anlage hieß bei ihrer Einweihung am 6. Juli 1930 Sportanlage Auf der D’ham. Sie umfasste zwei ovale Ballspielfelder mit Leichtathletikanlagen, eine Turnwiese und fünfzehn Tennisplätze. Genutzt wurde sie vom Vorgängerverein der heutigen Eintracht Trier, der im selben Jahr aus der Fusion dreier Trierer Klubs entstanden war.
Ein Luftbild aus jener Zeit zeigt die Umgebung noch unbebaut: Wo heute eine Verkehrsachse verläuft, lag ein Feldweg; im Norden grenzte der Hauptfriedhof das Gelände ein.
Der Name aus der NS-Zeit
In der Zeit des Nationalsozialismus trug die Anlage den Namen Hermann-Göring-Stadion. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt sie den heutigen Namen.
Das Ligaarchiv führt diesen Abschnitt, weil sein Weglassen eine Lücke in der Baugeschichte hinterließe. Es ist der zweite Fall dieser Art im Bestand: Auch das Stadion Oberwerth in Koblenz hieß Hermann-Göring-Kampfbahn. Dazu kommen das Neckarstadion und das Wormatia-Stadion, die den Namen Hitlers trugen.
Teile der Anlage stehen heute unter Denkmalschutz.
Von 25.000 auf 10.256
Die Kapazitätsangaben zeigen denselben Bruch wie an vielen Orten des Bestands, hier besonders deutlich:
- 8.000 bei der Einweihung 1930, vermutlich bezogen auf die Plätze rund um den heutigen Hauptplatz
- rund 25.000 in der Zeit der erstklassigen Oberliga Südwest zwischen 1948 und 1962
- 10.256 heute: 2.129 Sitzplätze, davon 1.552 überdacht, und 8.127 Stehplätze
Die Quellen sind sich beim Rekord uneins. Genannt werden 23.000 beim Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am 15. März 1953 und alternativ 25.000 für eine Partie gegen denselben Gegner im Jahr 1955. Das Ligaarchiv nennt beide Angaben, statt eine auszuwählen.
Bemerkenswert ist der Zusatz, den eine der Quellen macht: Früher passten sehr viel mehr Menschen hinein — in dieselbe Baulichkeit, aber unter anderen Umständen.
Eine Anzeigetafel aus Hamburg
Mit den Erfolgen der Eintracht um die Jahrtausendwende wurde eine Anzeigetafel nötig. Verwendet wurden dafür Segmente der alten Videowand des Volksparkstadions in Hamburg, die dort beim Umbau von 1998 bis 2000 nicht mehr gebraucht wurden.
Im Ligaarchiv ist das der einzige verzeichnete Fall, in dem Technik von einem Bundesligastadion in ein Amateurstadion weiterwanderte.
Was heute dazugehört
Das Moselstadion ist seit Beginn auch Leichtathletikstadion; Anfang der achtziger Jahre ersetzte eine sechsspurige Kunststoffbahn die alten Aschenbahnen. 1998 kam anlässlich der Fernsehübertragung erfolgreicher Pokalspiele eine Flutlichtanlage mit 1.000 Lux dazu, 2002/03 nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga der Ausbau der Haupttribüne in zwei Abschnitten.
Zum Gelände zählen heute weitere Rasen-, Kunstrasen- und Hartplätze, ein Basketballfeld, ein Bewegungsparcours mit zwölf Stationen und eine Laufstrecke von rund 1,25 Kilometern. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.
Häufige Fragen zum Moselstadion
Wie viele Zuschauer fasst das Moselstadion?
10.256 Plätze: 2.129 Sitzplätze, davon 1.552 überdacht, und 8.127 Stehplätze.
Wie hoch ist der Zuschauerrekord?
Die Angaben schwanken: 23.000 beim Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am 15. März 1953, alternativ 25.000 für eine Partie 1955.
Wie hieß das Stadion in der NS-Zeit?
Hermann-Göring-Stadion. Den heutigen Namen erhielt es nach dem Zweiten Weltkrieg.
Wann wurde das Moselstadion eröffnet?
Am 6. Juli 1930, damals als Sportanlage Auf der D’ham.
Woher stammt die Anzeigetafel?
Aus Segmenten der alten Videowand des Volksparkstadions in Hamburg, die dort beim Umbau um 2000 ausgemustert wurde.
Steht das Stadion unter Denkmalschutz?
Teile der Anlage, ja.
Welcher Verein spielt hier?
Eintracht Trier.
Gibt es eine Laufbahn?
Ja, eine sechsspurige Kunststoffbahn aus den frühen achtziger Jahren. Das Moselstadion war von Beginn an auch Leichtathletikstadion.
Quellen: Moselstadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · Stadion, eintracht-trier.com (abgerufen 2026-09-04) · Eintracht Trier, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.