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1. FC NürnbergNeun Meisterschaften, von denen acht nicht zählen

2. Liga · 2. Bundesliga Von Hannes Nagel · geprüft am 2. 10. 2026

Geschichte in Epochen

Der Meisterclub der zwanziger Jahre

Zwischen 1920 und 1927 gewann Nürnberg fünf deutsche Meisterschaften — und kassierte in keinem dieser Endspiele ein Gegentor. In dieselbe Zeit fällt eine Serie von 104 Verbandsspielen ohne Niederlage. Aus dieser Epoche stammt der Beiname Meisterclub, aus dem später schlicht der Club wurde.

1936, 1948, 1961 und 1968 kamen vier weitere Titel dazu. Insgesamt neun: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961 und 1968.

62 Jahre Rekordmeister

Von 1924 bis 1987 war der 1. FC Nürnberg deutscher Rekordmeister — 63 Jahre lang, länger als jeder andere Verein diesen Rang je innehatte. Erst der FC Bayern München löste ihn 1986/87 mit dem zehnten Titel ab. Zwischenzeitlich teilte sich Nürnberg den Rang ein Jahr mit dem VfB Leipzig und neun Jahre mit dem FC Schalke 04.

Auch im Pokal war der Club lange führend: von 1935 bis 1968, dreiunddreißig Jahre, bis wiederum Bayern übernahm.

Neun Titel, ein Stern

Aus neun Meisterschaften ergäbe sich nach der üblichen Rechnung Anspruch auf zwei Meistersterne. Der Verein trägt sie nicht. Der Grund ist eine Zählregel: Die DFL wertet ausschließlich Meisterschaften, die in der Bundesliga errungen wurden. Von Nürnbergs neun Titeln fällt nur der von 1968 in diese Zeit; die anderen acht bleiben unberücksichtigt.

Das ist derselbe Bruch, der im Ligaarchiv an mehreren Stellen auftaucht. Der FC Schalke 04 hat sieben Meisterschaften, keine davon aus der Bundesliga. Auch unser Traditionsindex begann mit derselben Grenze und trug sie sichtbar, bis die Titel vor 1963 nachgetragen wurden. Wo eine Zählung anfängt, entscheidet mit, wie ein Verein dasteht.

1968 Meister, 1969 abgestiegen

1967/68 holte der Club unter Trainer Max Merkel den neunten Titel, drei Punkte vor Werder Bremen. Ein Jahr später geschah, was es davor und danach nicht gab: Der amtierende deutsche Meister stieg ab. Es war die erste Zweitklassigkeit der Vereinsgeschichte und wurde ein Abschied für neun Jahre.

Nach dem 0:3 im letzten Saisonspiel beim 1. FC Köln kamen Bestechungsvorwürfe auf, weil der Nürnberger Torwart bereits einen Vertrag bei einem direkten Abstiegskonkurrenten unterschrieben hatte. Anders als beim Bundesliga-Skandal zwei Jahre später ließen sie sich nicht nachweisen. Das Ligaarchiv führt den Verdacht als das, was er blieb: unbewiesen.

Fahrstuhlmannschaft

Seither gelang es dem Verein nicht, sich dauerhaft in einer Liga zu halten. Mit neun Bundesligaabstiegen ist er Rekordabsteiger; in der ewigen Tabelle der Bundesliga steht er auf Platz 15. 2007 gewann er nach 39 Jahren ohne nationalen Titel den DFB-Pokal.

Ligahistorie

Erfasst sind die Spielzeiten der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der 3. Liga, jeweils mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Oberliga- und Regionalligajahre werden nachgetragen.

1963/642026/27
2026/272. Liga2. Bundesliga, Platz 2
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/272. Bundesliga2. Liga2laufend
2025/262. Bundesliga2. Liga8
2024/252. Bundesliga2. Liga10
2023/242. Bundesliga2. Liga12
2022/232. Bundesliga2. Liga14
2021/222. Bundesliga2. Liga8
2020/212. Bundesliga2. Liga11
2019/202. Bundesliga2. Liga16
2018/19Bundesliga1. Liga18Abstieg
2017/182. Bundesliga2. Liga2Aufstieg
2016/172. Bundesliga2. Liga12
2015/162. Bundesliga2. Liga3
2014/152. Bundesliga2. Liga9
2013/14Bundesliga1. Liga17Abstieg
2012/13Bundesliga1. Liga10
2011/12Bundesliga1. Liga10
2010/11Bundesliga1. Liga6
2009/10Bundesliga1. Liga16
2008/092. Bundesliga2. Liga3Aufstieg
2007/08Bundesliga1. Liga16Abstieg
2006/07Bundesliga1. Liga6
2005/06Bundesliga1. Liga8
2004/05Bundesliga1. Liga14
2003/042. Bundesliga2. Liga1
2002/03Bundesliga1. Liga17
2001/02Bundesliga1. Liga15
2000/012. Bundesliga2. Liga1
1999/002. Bundesliga2. Liga4
1998/99Bundesliga1. Liga16
1997/982. Bundesliga2. Liga3
1996/97Regionalliga Süd3. Liga1
1995/962. Bundesliga2. Liga17
1994/952. Bundesliga2. Liga15
1993/94Bundesliga1. Liga16
1992/93Bundesliga1. Liga13
1991/92Bundesliga1. Liga7
1990/91Bundesliga1. Liga15
1989/90Bundesliga1. Liga8
1988/89Bundesliga1. Liga14
1987/88Bundesliga1. Liga5
1986/87Bundesliga1. Liga9
1985/86Bundesliga1. Liga12
1984/852. Bundesliga2. Liga1
1983/84Bundesliga1. Liga18
1982/83Bundesliga1. Liga14
1981/82Bundesliga1. Liga13
1980/81Bundesliga1. Liga14
1979/802. Bundesliga2. Liga1
1978/79Bundesliga1. Liga17
1977/782. Bundesliga2. Liga2
1976/772. Bundesliga2. Liga5
1975/762. Bundesliga2. Liga2
1974/752. Bundesliga2. Liga6
1973/74Regionalliga Süd2. Liga2
1972/73Regionalliga Süd2. Liga5
1971/72Regionalliga Süd2. Liga9
1970/71Regionalliga Süd2. Liga1
1969/70Regionalliga Süd2. Liga3
1968/69Bundesliga1. Liga17
1967/68Bundesliga1. Liga1
1966/67Bundesliga1. Liga10
1965/66Bundesliga1. Liga6
1964/65Bundesliga1. Liga6
1963/64Bundesliga1. Liga9

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Erfolge

WettbewerbAnzahl
Deutsche Meisterschaft9
DFB-Pokal4
Endspiel- und Finalteilnahmen ohne Titel4

Neun deutsche Meisterschaften (1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968) und vier DFB-Pokalsiege. Acht der neun Meisterschaften stammen aus der Zeit vor der Bundesliga.

Max-Morlock-Stadion

Heimspielstätte ist das Max-Morlock-Stadion mit 50.000 Plätzen, benannt nach dem Weltmeister von 1954.

Derbys und Rivalitäten

Das fränkisch-bayerische Duell mit dem FC Bayern München hat einen konkreten Kern: Bayern löste Nürnberg als Rekordmeister und als Rekordpokalsieger ab. Regional steht die SpVgg Greuther Fürth als Nachbar.

Häufige Fragen zum 1. FC Nürnberg

Wie oft war der 1. FC Nürnberg deutscher Meister?

Neunmal: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961 und 1968.

Warum trägt der Club keine Meistersterne?

Weil die DFL nur Meisterschaften aus der Bundesliga wertet. Von neun Titeln fällt nur der von 1968 in diese Zeit.

Welcher Meister stieg ein Jahr später ab?

Der 1. FC Nürnberg. 1968 wurde er deutscher Meister, 1969 stieg er als Titelverteidiger ab.

Wie lange war Nürnberg Rekordmeister?

Von 1924 bis 1987, also 63 Jahre. Erst der FC Bayern München löste ihn mit dem zehnten Titel ab.

Waren die Bestechungsvorwürfe von 1969 belegt?

Nein. Anders als beim Bundesliga-Skandal zwei Jahre später ließen sie sich nicht nachweisen.

Warum heißt Nürnberg Fahrstuhlmannschaft?

Weil es dem Verein seit 1969 nicht gelang, sich dauerhaft in einer Liga zu halten. Mit neun Bundesligaabstiegen ist er Rekordabsteiger.

Wann gewann der Club zuletzt einen Titel?

2007 den DFB-Pokal, 39 Jahre nach der letzten Meisterschaft.

Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?

50.000 Plätze.

Weitere Vereine der 2. Bundesliga

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite 2. Bundesliga

Duelle des Vereins

Quellen: 1. FC Nürnberg bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · 1. FC Nürnberg, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05) · Meisterschaft 1968, fcn.de (abgerufen 2026-09-05) · Der Abstieg als amtierender Deutscher Meister 1969, Stadtarchive Metropolregion Nürnberg (abgerufen 2026-09-05) · Namen und Zahlen, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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