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Ligen / 2. Bundesliga / Hamburg

FC St. Pauli: Wie aus einem Sieg ein Vereinsattribut wurde

Ebene 2, 2. Bundesliga

Der FC St. Pauli wurde 1910 mitten im Hamburger Vergnügungsviertel gegründet. Nach dem Krieg lockte ein Schlachtersohn Spitzenspieler mit Wurst; 2001 machte ein Sieg über die Bayern den Verein zum Weltpokalsiegerbesieger.

1. Liga2. Liga3. LigaRegionalligaOberliga19752026
Ligazugehörigkeit aus dem Datenbestand des Ligaarchivs. Stand 7. September 2026.
Ebene 1Ebene 2Ebene 3Ebene 4Ebene 5

Im Ligaarchiv sind für FC St. Pauli seit 1947 10 Saisons auf Ebene 1, 31 Saisons auf Ebene 2 erfasst. Die jüngste erfasste erstklassige Spielzeit war 2025/26. Aktuell wird die Saison 2026/27 in der 2. Bundesliga geführt. Erfasst sind Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, die Regionalligastaffeln und die Ligen des DDR-Fußballs; Landes- und Verbandsligen werden nachgetragen.

Gegründet 1910 auf dem Kiez

Als offizielles Gründungsdatum gilt der 15. Mai 1910; die Fußballabteilung bestand da bereits seit drei Jahren und verfügte über vier Mannschaften. Der Verein entstand mitten im Vergnügungsviertel rund um die Reeperbahn, zwischen dem kaufmännischen Hamburg und dem damals dänisch geprägten Altona.

1919 gelang der erste Aufstieg in die höchste Spielklasse — und der sofortige Abstieg. Es folgten Jahrzehnte im Fahrstuhl, 1930 der nächste Aufstieg, 1931 die Qualifikation für die Norddeutsche Meisterschaft.

Wiederaufbau mit Wurst

Der Zweite Weltkrieg zerstörte das Stadion vollständig. Der Wiederaufbau verdankt sich einer Person, deren Methode überliefert ist: Karl Miller, dessen Eltern eine stadtbekannte Schlachterei unweit des Millerntors betrieben, lockte Spitzenspieler mit Wurst. Zahlreiche bekannte Fußballer der Zeit spielten daraufhin zumindest eine Saison für den FC St. Pauli.

1946 wurde das neue Stadion auf dem Heiligengeistfeld eingeweiht. Im Ligaarchiv ist das ein Gegenstück zu den Trümmerstadien jener Jahre: Dort baute man aus Schutt, hier warb man mit Lebensmitteln um Spieler.

Der Weltpokalsiegerbesieger

2001 schlug St. Pauli den amtierenden Weltpokalsieger FC Bayern München. Aus dem Sieg wurde binnen kurzem eine Marketingidee: Die erste Auflage der T-Shirts mit dem Titel Weltpokalsiegerbesieger umfasste 400 Stück.

Im Ligaarchiv ist das der einzige Fall, in dem ein einzelnes Spielergebnis zu einem dauerhaften Vereinsattribut wurde. Es beschreibt zugleich das Selbstverständnis eines Klubs, der sich unter dem Zeichen des Totenkopfs in der Rolle des Freibeuters sieht.

2005 erreichte der Verein das Viertelfinale des DFB-Pokals, 2006 nach einem Sieg über Werder Bremen das Halbfinale.

Zwischen den Ligen

2010 stieg St. Pauli nach zwei Jahren in der 2. Bundesliga auf — und nach einer Saison wieder ab. 2024 folgte der Aufstieg mit einem zweiten Platz, gesichert im vorletzten Spiel gegen den VfL Osnabrück. Nach zwei Bundesligajahren spielt der Verein seit 2026/27 wieder zweitklassig.

Ligahistorie

Erfasst sind die belegten Spielzeiten mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Jahre vor 1963 werden nachgetragen.

1. Liga2. Liga3. LigaRegionalligaOberliga19752026
Ligazugehörigkeit aus dem Datenbestand des Ligaarchivs. Stand 7. September 2026.
Ebene 1Ebene 2Ebene 3Ebene 4Ebene 5

Im Ligaarchiv sind für FC St. Pauli seit 1947 10 Saisons auf Ebene 1, 31 Saisons auf Ebene 2 erfasst. Die jüngste erfasste erstklassige Spielzeit war 2025/26. Aktuell wird die Saison 2026/27 in der 2. Bundesliga geführt. Erfasst sind Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, die Regionalligastaffeln und die Ligen des DDR-Fußballs; Landes- und Verbandsligen werden nachgetragen.

Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaEbenePlatzEreignis
2026/272. Bundesliga2laufend
2025/26Bundesliga118
2024/25Bundesliga114
2023/242. Bundesliga21
2022/232. Bundesliga25
2021/222. Bundesliga25
2020/212. Bundesliga210
2019/202. Bundesliga214
2018/192. Bundesliga29
2017/182. Bundesliga212
2016/172. Bundesliga27
2015/162. Bundesliga24
2014/152. Bundesliga215
2013/142. Bundesliga28
2012/132. Bundesliga210
2011/122. Bundesliga24
2010/11Bundesliga118
2009/102. Bundesliga22
2008/092. Bundesliga28
2007/082. Bundesliga29
2002/032. Bundesliga217
2001/02Bundesliga118
2000/012. Bundesliga23
1998/992. Bundesliga29
1997/982. Bundesliga24
1996/97Bundesliga118
1995/96Bundesliga115
1994/952. Bundesliga22
1993/942. Bundesliga24
1992/932. Bundesliga217
1991/922. Bundesliga24
1990/91Bundesliga116
1989/90Bundesliga113
1988/89Bundesliga110
1987/882. Bundesliga22
1986/872. Bundesliga23
1984/852. Bundesliga217
1978/792. Bundesliga26
1977/78Bundesliga118
1976/772. Bundesliga21
1975/762. Bundesliga214

Für 1 von 41 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Fünfundzwanzig Abteilungen

Der FC St. Pauli ist ein Mehrspartenverein mit 25 Abteilungen — darunter Rugby, Blindenfußball, American Football, Radsport und Schach. Die Fußballabteilung ist die bekannteste, aber nicht die einzige mit überregionaler Bedeutung.

Am 6. Mai 2026 schloss der Verein als erster Bundesligaklub einen Tarifvertrag für seine Beschäftigten in Vermarktung und Merchandising ab.

Das Millerntor

Heimspielstätte ist das Millerntor-Stadion auf dem Heiligengeistfeld, unweit der Reeperbahn. Es fasst 29.546 Zuschauer und gehört dem Verein.

Das Stadtderby gegen den Hamburger SV prägt Hamburg — zwei Vereine, deren Selbstverständnis unterschiedlicher kaum sein könnte.

Häufige Fragen zum FC St. Pauli

Wann wurde der FC St. Pauli gegründet?

Am 15. Mai 1910. Die Fußballabteilung bestand bereits seit 1907.

Was bedeutet Weltpokalsiegerbesieger?

Der Titel entstand 2001 nach einem Sieg über den amtierenden Weltpokalsieger FC Bayern München. Die erste Auflage der T-Shirts umfasste 400 Stück.

Wer war Karl Miller?

Der Mann, der nach dem Zweiten Weltkrieg mit Wurst aus der elterlichen Schlachterei Spitzenspieler zum FC St. Pauli lockte und damit den Wiederaufbau ermöglichte.

Wie viele Abteilungen hat der Verein?

25, darunter Rugby, Blindenfußball, American Football und Radsport.

Wann spielte St. Pauli zuletzt in der Bundesliga?

In den Spielzeiten 2024/25 und 2025/26. Seit 2026/27 spielt der Verein wieder in der 2. Bundesliga.

Wie viele Zuschauer fasst das Millerntor?

29.546 Plätze, davon 16.940 Stehplätze.

Welche Vereinsfarben hat St. Pauli?

Braun und Weiß.

Was war 2026 besonders?

Der Verein schloss als erster Bundesligaklub einen Tarifvertrag für Beschäftigte in Vermarktung und Merchandising ab.

Weitere Vereine der 2. Bundesliga

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite 2. Bundesliga

Quellen: FC St. Pauli bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-07) · FC St. Pauli, Wikipedia (abgerufen 2026-09-07) · Die Geschichte des FC St. Pauli, ROCK ANTENNE Hamburg (abgerufen 2026-09-07) · Stadion, fcstpauli.com (abgerufen 2026-09-07) · FC St. Pauli, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-07)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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HN

Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

Vereinsbindung: Borussia Dortmund (Bundesliga) · berlinecho.de · Beiträge