Ein Stadion mitten im Vergnügungsviertel
Das Millerntor-Stadion liegt auf dem Heiligengeistfeld im Hamburger Stadtteil St. Pauli, unweit der Reeperbahn — und unmittelbar neben dem Gelände des Hamburger Doms. Von der Gegengeraden aus blicken die Zuschauer auf Achterbahnen und Karussells.
Der Baubeginn fällt auf 1961, eröffnet wurde 1963. Damals fasste die Anlage 32.000 Zuschauer. Ein Vorgängerbau war 1946 auf demselben Feld eingeweiht worden, nachdem das ursprüngliche Stadion im Krieg zerstört worden war.
Neun Jahre Umbau, Tribüne für Tribüne
Der Umbau zwischen 2006 und 2015 ist im Ligaarchiv der langwierigste — und er folgte demselben Prinzip wie in Offenbach: Die vier Tribünen wurden nacheinander ersetzt, während weitergespielt wurde.
- 2007/08 Südkurve neu
- 2009/10 Haupttribüne abgerissen und neu gebaut, 4.500 Plätze
- Anfang 2013 Gegengerade fertig — Kapazität steigt von 24.487 auf 29.063
- Oktober 2014 bis Juli 2015 Nordkurve neu
Die Kosten lagen bei rund 55 Millionen Euro. Seither fasst das Stadion 29.546 Plätze: 16.940 Stehplätze und 12.606 Sitzplätze.
Der Stehplatzanteil von 57 Prozent ist bemerkenswert. Nur die Alte Försterei in Köpenick liegt mit 18.395 von 22.012 Plätzen darüber. Beide Vereine haben das ausdrücklich so gewollt.
Vereinseigentum
Die Anlage gehört dem FC St. Pauli selbst. Im Ligaarchiv ist das die Ausnahme: Die meisten Stadien gehören Städten oder städtischen Gesellschaften. Vereinseigen sind sonst nur die Arena auf Schalke, das Hardtwaldstadion in Sandhausen und der Borussia-Park.
Der Name und seine Unterbrechung
Von 1970 bis 1998 hieß die Anlage Wilhelm-Koch-Stadion, nach einem früheren Vereinspräsidenten. Nachdem dessen NSDAP-Mitgliedschaft öffentlich wurde, kehrte der Verein zum historischen Namen zurück.
Damit ist das Millerntor der vierte Fall einer Rückbenennung im Bestand — neben dem Volksparkstadion, dem Stadion an der Hafenstraße und dem Stadion am Bieberer Berg. Anders als dort ging es hier nicht um einen auslaufenden Sponsorenvertrag, sondern um die Vergangenheit des Namensgebers.
39 Séparées und zwei Ballsäle
Zu den Sitzplätzen zählen 39 Séparées mit eigenem Zuschnitt; in Haupt- und Südtribüne befindet sich je ein Ballsaal. Der Fanshop liegt in der Südkurve, die Gästefans stehen und sitzen in der Nordkurve.
Der Zuschauerrekord entspricht exakt der Kapazität: 29.546 beim Spiel gegen Arminia Bielefeld am 25. Juli 2015, dem ersten nach Fertigstellung des Umbaus.
Häufige Fragen zum Millerntor-Stadion
Wie viele Zuschauer fasst das Millerntor-Stadion?
29.546 Plätze, davon 16.940 Steh- und 12.606 Sitzplätze.
Wann wurde das Stadion gebaut?
Baubeginn 1961, Eröffnung 1963. Damals fasste es 32.000 Zuschauer.
Wie lange dauerte der Umbau?
Neun Jahre, von 2006 bis 2015, bei laufendem Spielbetrieb. Die Kosten lagen bei rund 55 Millionen Euro.
Warum hieß es Wilhelm-Koch-Stadion?
Von 1970 bis 1998 trug es den Namen eines früheren Vereinspräsidenten. Nachdem dessen NSDAP-Mitgliedschaft öffentlich wurde, kehrte der Verein zum historischen Namen zurück.
Wem gehört das Millerntor-Stadion?
Dem FC St. Pauli. Vereinseigene Stadien sind im Ligaarchiv die Ausnahme.
Wo liegt das Stadion?
Auf dem Heiligengeistfeld unweit der Reeperbahn, direkt neben dem Gelände des Hamburger Doms.
Wie hoch ist der Zuschauerrekord?
29.546 am 25. Juli 2015 gegen Arminia Bielefeld — die volle Kapazität.
Quellen: Millerntor-Stadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-07) · Millerntor-Stadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-07) · Stadion, fcstpauli.com (abgerufen 2026-09-07) · Millerntor-Stadion, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-07)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.