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Arena auf Schalke: Verschiebbares Spielfeld und schließbares Dach
Die Arena in Gelsenkirchen wurde am 13. und 14. August 2001 eingeweiht und ersetzte das Parkstadion. Sie fasst 62.271 Zuschauer bei Ligaspielen, hat ein verschiebbares Spielfeld und ein schließbares Dach.

Das erste privat finanzierte Stadion Deutschlands
Die Arena in Gelsenkirchen wurde im August 2001 nach knapp dreijähriger Bauzeit fertiggestellt. Ihre Besonderheit liegt nicht in der Technik, sondern in der Finanzierung: Sie ist das erste Stadion in Deutschland, das vollständig privatwirtschaftlich errichtet wurde. Die Baukosten von 191 Millionen Euro trug der Verein in Eigenregie, ohne öffentliche Mittel.
Das ist im Ligaarchiv ein Gegenbild zu fast allem, was sonst hier steht. Das Westfalenstadion entstand nur, weil Bundes- und Landesmittel für die Weltmeisterschaft 1974 flossen. Das Zentralstadion Leipzig wurde 1955 von 180.000 freiwilligen Helfern aufgeschüttet, sein Neubau 2004 zu mehr als der Hälfte vom Bund bezahlt. In Köpenick arbeiteten die eigenen Fans 140.000 Stunden unbezahlt. Hier zahlte der Verein selbst.
Als Vorbild diente der GelreDome im niederländischen Arnheim. Wegen der Gefahr von Bergsenkungen — das Ruhrgebiet ist untertunnelt — steht der Bau auf 660 Pfählen, die siebzehn Meter tief reichen. Das ist die Art Bauentscheidung, die man einem Stadion nicht ansieht und die es ohne den Bergbau nicht gäbe.
Drei Stadien in hundert Jahren
Der FC Schalke 04 spielte in drei Spielstätten. Von 1928 bis 1973 in der Glückauf-Kampfbahn, benannt nach dem Gruß der Bergleute und für rund 40.000 Zuschauer ausgelegt. Danach bis 2001 im Parkstadion, das zunächst 70.600 Zuschauer fasste und nach dem Umbau 1998 noch 62.004. Seit 2001 in der heutigen Arena, die südlich des alten Parkstadions entstand.
Was mit dem Parkstadion geschah
Nach dem Umzug blieb das Parkstadion weitgehend ungenutzt und wurde 2004 teilweise abgerissen; auf dem Gelände der früheren Südkurve entstanden ein Rehazentrum und ein Hotel. Danach standen noch rund 23.000 Plätze zur Verfügung. 2008 folgte die zweite Abrissphase, seit Frühjahr 2015 stehen dort Trainingsplätze und ein Stadion für 3.000 Besucher.
Das ist der seltene Fall eines Großstadions, dessen Nachnutzung dokumentiert ist statt im Leerstand zu enden — anders als beim Bökelberg, wo nach dem Abriss ein Wohngebiet entstand, und anders als in Leipzig, wo vom alten Zentralstadion nur der Erdwall blieb.
Die Technik
Das Dach besteht aus einer 3.700 Tonnen schweren Stahlkonstruktion, bespannt mit lichtdurchlässigem Glasfasergewebe. Der bewegliche Teil über dem Spielfeld lässt sich in dreißig Minuten öffnen oder schließen. Der Rasen kann aus dem Innenraum gefahren werden; jeder Vorgang kostet nach Angaben des Betreibers rund 13.000 Euro.
Unter dem Dach hing zunächst ein 29 Tonnen schwerer Videowürfel. Sein Nachfolger ist ein LED-Modell mit 76,32 Quadratmetern je Bildschirmseite. Eine weitere Eigenheit: Das Bier wird über eine fünf Kilometer lange Rohrleitung an 32 Kioske verteilt, an denen ausschließlich bargeldlos verkauft wird.
Kapazität und die zwei Zahlen
Bei nationalen Spielen fasst die Arena 62.271 Zuschauer, bei internationalen 54.740. Der Unterschied entsteht durch das Stehplatzverbot der UEFA — dieselbe Regel, die auch beim Weserstadion und im Borussia-Park zwei verschiedene Angaben erzeugt. Bei Konzerten mit Mittelbühne lässt der Betreiber höchstens 17.700 Personen in den Innenraum; der Unterrang der Südtribüne kann bis zu sechzehn Meter unter den Oberrang geschoben werden.
Was hier stattfand
Eingeweiht wurde die Arena am 13. und 14. August 2001 mit einem Blitzturnier gegen den 1. FC Nürnberg und Borussia Dortmund; das erste Tor erzielte Fredi Bobic, den ersten Sieg holten die Nürnberger. Das erste Pflichtspiel am 18. August 2001 gegen Bayer 04 Leverkusen endete 3:3.
Es folgten das Champions-League-Finale 2004 zwischen dem FC Porto und dem AS Monaco, fünf Spiele der Weltmeisterschaft 2006 und Partien der Europameisterschaft 2024. Am 12. September 2004 sahen 30.925 Zuschauer das Eröffnungsspiel der Handball-Bundesliga — Weltrekord im Vereinshandball. Im Gebäude befinden sich außerdem das Vereinsmuseum und eine Kapelle.
Häufige Fragen zur Arena auf Schalke
Wie viele Zuschauer fasst die Arena?
62.271 bei nationalen Spielen, 54.740 bei internationalen Spielen wegen des Stehplatzverbots der UEFA.
Wer hat die Arena bezahlt?
Der FC Schalke 04 selbst. Die 191 Millionen Euro Baukosten kamen ohne öffentliche Mittel zustande — es ist das erste vollständig privatwirtschaftlich finanzierte Stadion Deutschlands.
Warum steht die Arena auf 660 Pfählen?
Wegen der Gefahr von Bergsenkungen im Ruhrgebiet. Die Pfähle reichen siebzehn Meter tief.
Wie funktioniert das schließbare Dach?
Der bewegliche Teil über dem Spielfeld lässt sich in dreißig Minuten öffnen oder schließen. Die Konstruktion wiegt 3.700 Tonnen.
Warum kann der Rasen herausgefahren werden?
Damit der Innenraum für Konzerte, Handball oder andere Veranstaltungen frei wird. Jeder Vorgang kostet rund 13.000 Euro.
Wann wurde die Arena eröffnet?
Am 13. und 14. August 2001, mit einem Blitzturnier gegen den 1. FC Nürnberg und Borussia Dortmund.
Welche großen Spiele fanden hier statt?
Das Champions-League-Finale 2004, fünf Spiele der Weltmeisterschaft 2006 und Partien der Europameisterschaft 2024.
Wo spielte Schalke vorher?
Von 1928 bis 1973 in der Glückauf-Kampfbahn, danach bis 2001 im Parkstadion.
Was steht heute auf dem Gelände des Parkstadions?
Ein Rehazentrum und ein Hotel auf der früheren Südkurve, seit 2015 Trainingsplätze und ein Stadion für 3.000 Besucher.
Quellen: Veltins-Arena bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · FC Schalke 04, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Milestones, schalke04.de (abgerufen 2026-09-04)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.