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Zentralstadion Leipzig: Ein Stadion aus 1,5 Millionen Kubikmetern Kriegstrümmern

Das Zentralstadion von 1956 fasste 100.000 Zuschauer und war damit das größte Stadion Deutschlands. Seine Wälle bestanden aus 1,5 Millionen Kubikmetern Trümmerschutt — etwa einem Drittel der Kriegstrümmer Leipzigs. Der heutige Neubau steht in diesen Wällen.

Illustrierter hoher Erdwall mit Treppenaufgang und eingesetzter Schale, Zentralstadion Leipzig
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Gebaut aus dem zerstörten Leipzig

Im Januar 1955 wurde der Bau beschlossen, am 15. April begannen die Arbeiten nach Plänen des Architekten Karl Souradny. Die Tribünen entstanden auf einem Wall, der 23 Meter hoch, 100 Meter breit und rund 900 Meter lang war und aus 1,5 Millionen Kubikmetern Trümmerschutt aufgeschüttet wurde — nach übereinstimmenden Angaben etwa ein Drittel der Kriegstrümmer Leipzigs.

Am Bau beteiligten sich Angaben zufolge 180.000 freiwillige Helfer. Nach nur fünfzehn Monaten war die Anlage fertig. Vom Innenraum bis zur Dammkrone waren 150 Stufen zu steigen.

Das Stadion der Hunderttausend

Mit 100.000 Plätzen war es das größte Stadion Deutschlands und nach dem Prager Strahov-Stadion das zweitgrößte Europas — noch vor dem Camp Nou. Eröffnet wurde es am 4. August 1956 mit dem Spiel des DDR-Meisters SC Wismut Karl-Marx-Stadt gegen den ungarischen Meister Honvéd Budapest, das 1:3 endete.

Zur Kapazität gehen die Angaben auseinander: Mehrere Quellen sprechen von 100.000 Sitzplätzen, andere von 100.000 Zuschauern insgesamt. Für das Spiel Wismut Karl-Marx-Stadt gegen den 1. FC Kaiserslautern im selben Jahr werden 120.000 Zuschauer genannt. Das Ligaarchiv nennt die Spannweite, statt eine Zahl auszuwählen.

Was hier stattfand

In den Wällen fanden 26 große Leichtathletikveranstaltungen, mehr als 50 Länderspiele und rund 50 UEFA-Cup-Spiele statt, dazu zehn Turn- und Sportfeste der DDR. Herausgehoben wird das Halbfinale des 1. FC Lokomotive Leipzig gegen Girondins Bordeaux im Jahr 1987.

Verfall und Neubau

Nach der Wiedervereinigung nutzte der VfB Leipzig das Stadion für seine Bundesligaspiele; wegen des baulichen Zustands war die Kapazität auf 40.000 begrenzt. Nach dem Abstieg 1994 zog der Verein ins Bruno-Plache-Stadion um, die Anlage wurde kaum noch genutzt und 2000 abgerissen.

An derselben Stelle entstand für die Weltmeisterschaft 2006 ein reines Fußballstadion — eingefügt in den Zuschauerwall des alten Stadions, der stehen blieb. Die Kosten lagen bei 90 Millionen Euro, davon 51 Millionen vom Bund. Eröffnet wurde 2004 mit einem Länderspiel gegen Kamerun; seit 2010 trägt die Anlage einen Sponsorennamen. Die Kapazität wird heute mit rund 42.000 Plätzen angegeben.

Damit ist das Leipziger Zentralstadion ein Sonderfall: Nicht das Bauwerk blieb erhalten, sondern der Erdwall, auf dem es stand. Anders als beim Bökelberg, wo nach dem Abriss ein Wohngebiet entstand, trägt hier die alte Anlage die neue buchstäblich.

Häufige Fragen zum Zentralstadion Leipzig

Woraus wurden die Wälle des Zentralstadions gebaut?

Aus 1,5 Millionen Kubikmetern Trümmerschutt der Luftangriffe auf Leipzig, etwa einem Drittel der Kriegstrümmer der Stadt.

Wie viele Zuschauer fasste das Zentralstadion?

100.000. Damit war es das größte Stadion Deutschlands und das zweitgrößte Europas. Für ein Spiel 1956 werden sogar 120.000 Zuschauer genannt.

Wann wurde das Zentralstadion eröffnet?

Am 4. August 1956, mit dem Spiel SC Wismut Karl-Marx-Stadt gegen Honvéd Budapest (1:3).

Wie lange dauerte der Bau?

Rund fünfzehn Monate, ab dem 15. April 1955. Beteiligt waren Angaben zufolge 180.000 freiwillige Helfer.

Was geschah mit dem alten Stadion?

Es wurde 2000 abgerissen. Der Erdwall blieb stehen; in ihn wurde der Neubau für die Weltmeisterschaft 2006 eingefügt.

Wie viele Zuschauer fasst die Anlage heute?

Rund 42.000 Plätze.

Welcher Verein spielt heute hier?

RB Leipzig.

Quellen: Red Bull Arena bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · Zentralstadion Leipzig (1956), Wikipedia (abgerufen 2026-09-05) · Red Bull Arena Leipzig, Stadt Leipzig (abgerufen 2026-09-05) · Sportforum Leipzig, 11km.de (abgerufen 2026-09-05)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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