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RB Leipzig: Vom Fünftligisten zur Champions League in sieben Jahren
RB Leipzig entstand 2009 durch die Übernahme des Startrechts eines Fünftligisten und spielte sieben Jahre später in der Bundesliga. Der Verein gewann 2022 und 2023 den DFB-Pokal und spielt im Wall des früheren Stadions der Hunderttausend.
Wie der Verein entstand
Am 19. Mai 2009 wurde der RasenBallsport Leipzig e. V. gegründet und übernahm zur Saison 2009/10 das Startrecht des SSV Markranstädt in der fünftklassigen Oberliga Nordost. Vorausgegangen waren gescheiterte Versuche, bei bestehenden Vereinen einzusteigen.
Der Weg über einen Fünftligisten hatte einen konkreten Grund: Vereine unterhalb der Regionalliga unterliegen nicht dem Lizenzierungsverfahren des DFB. Die Neugründung konnte deshalb dort ansetzen, ohne die Auflagen des Profifußballs erfüllen zu müssen.
Ein Detail zeigt, wie genau das geplant war: Auch die zweite Mannschaft übernahm ein Startrecht, nämlich das der zweiten Mannschaft aus Markranstädt in der siebtklassigen Bezirksliga. Nach dem ersten Jahr ging dieses Startrecht vereinbarungsgemäß zurück; Markranstädt spielte damit fortan in der Sachsenliga.
Fünf Aufstiege in sieben Jahren
2010 Meister der Oberliga Nordost, danach drei Jahre Regionalliga, 2013 Aufstieg in die 3. Liga, 2014 in die 2. Bundesliga, 2016 in die Bundesliga. Von der fünften in die erste Liga in sieben Jahren — kein Verein im Ligaarchiv hat diesen Weg in dieser Zeit zurückgelegt.
Zum Vergleich: Die TSG 1899 Hoffenheim brauchte von der Kreisliga A bis in die Bundesliga achtzehn Jahre, die SV Elversberg von der Regionalliga bis nach oben vierzehn.
Die Eigentumsverhältnisse
Seit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga 2014 sind Lizenzspielerabteilung und Nachwuchs in die RasenBallsport Leipzig GmbH ausgegliedert. An ihr hält die Red Bull GmbH 99 Prozent, der Verein ein Prozent. Das Stadion gehört einer eigenen Gesellschaft, an der Red Bull 94 Prozent hält.
Die 50+1-Regel des deutschen Fußballs verlangt, dass der Mutterverein die Stimmenmehrheit an der ausgegliederten Kapitalgesellschaft behält. Formal ist das erfüllt. Der Verein hat rund 1.100 Mitglieder, von denen jedoch nur wenige stimmberechtigt sind — Angaben dazu schwanken je nach Quelle und Stichjahr. Weil die stimmberechtigten Mitglieder in enger Beziehung zum Unternehmen stehen, gilt der Klub als faktisch von Red Bull kontrolliert.
Das Ligaarchiv verzeichnet diese Struktur, weil sie zur Vereinsgeschichte gehört und die Auseinandersetzung um den Verein bestimmt. Eine Bewertung nimmt es nicht vor. In der Anfangszeit kam es zu Protesten anderer Vereine und ihrer Anhänger, teils bis zu Spielabsagen.
Titel
Die größten Erfolge sind die DFB-Pokalsiege 2022 und 2023, beide im Berliner Olympiastadion. 2022 gewann Leipzig gegen den SC Freiburg im Elfmeterschießen, nachdem die Mannschaft ab der 57. Minute in Unterzahl gespielt hatte. 2023 folgte ein 2:0 gegen Eintracht Frankfurt. Eine deutsche Meisterschaft hat der Verein bislang nicht gewonnen; 2020 stand er im Halbfinale der Champions League.
Ligahistorie
Erfasst sind die Spielzeiten der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der 3. Liga, jeweils mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Jahre in Oberliga und Regionalliga werden nachgetragen.
Im Ligaarchiv sind für RB Leipzig seit 1947 11 Saisons auf Ebene 1, 2 Saisons auf Ebene 2, 1 Saison auf Ebene 3, 1 Saison auf Ebene 4 erfasst. Seit 2016/17 durchgehend erstklassig. Aktuell wird die Saison 2026/27 in der Bundesliga geführt. Erfasst sind Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, die Regionalligastaffeln und die Ligen des DDR-Fußballs; Landes- und Verbandsligen werden nachgetragen.
| Saison | Liga | Ebene | Platz | Ereignis |
|---|---|---|---|---|
| 2026/27 | Bundesliga | 1 | — | laufend |
| 2025/26 | Bundesliga | 1 | 3 | |
| 2024/25 | Bundesliga | 1 | 7 | |
| 2023/24 | Bundesliga | 1 | 4 | |
| 2022/23 | Bundesliga | 1 | 3 | |
| 2021/22 | Bundesliga | 1 | 4 | |
| 2020/21 | Bundesliga | 1 | 2 | |
| 2019/20 | Bundesliga | 1 | 3 | |
| 2018/19 | Bundesliga | 1 | 3 | |
| 2017/18 | Bundesliga | 1 | 6 | |
| 2016/17 | Bundesliga | 1 | 2 | |
| 2015/16 | 2. Bundesliga | 2 | 2 | |
| 2014/15 | 2. Bundesliga | 2 | 5 | |
| 2013/14 | 3. Liga | 3 | 2 | |
| 2012/13 | Regionalliga Nordost | 4 | 1 |
Erfolge
| Wettbewerb | Anzahl |
|---|---|
| DFB-Pokal | 2 |
Das Stadion und seine Vorgeschichte
RB Leipzig spielt im Zentralstadion, dessen Geschichte weit hinter den Verein zurückreicht. Der Erdwall, in dem die heutige Arena steht, wurde 1955/56 aus 1,5 Millionen Kubikmetern Trümmerschutt der Luftangriffe auf Leipzig aufgeschüttet; das damalige Stadion der Hunderttausend war das größte Deutschlands. Der Neubau von 2004 wurde in diesen Wall eingefügt und fasst heute rund 47.000 Zuschauer.
Fußball in Leipzig
In derselben Stadt stehen der 1. FC Lokomotive Leipzig und die BSG Chemie Leipzig, beide mit langer Geschichte, beide nach Insolvenzen neu gegründet. Im Traditionsindex wirkt sich das aus: Die Erbfallregel des Ligaarchivs behandelt Neugründungen nach Insolvenz anders als durchgehende Vereinsgeschichten, was auf allen drei Seiten erläutert wird.
Häufige Fragen zu RB Leipzig
Wann wurde RB Leipzig gegründet?
Am 19. Mai 2009. Der Verein übernahm das Startrecht des SSV Markranstädt in der fünftklassigen Oberliga Nordost.
Warum begann RB Leipzig in der fünften Liga?
Weil Vereine unterhalb der Regionalliga nicht dem Lizenzierungsverfahren des DFB unterliegen. Der Einstieg war dort ohne die Auflagen des Profifußballs möglich.
Wie lange brauchte RB Leipzig bis in die Bundesliga?
Sieben Jahre, von 2009 bis 2016, mit fünf Aufstiegen.
Wem gehört RB Leipzig?
Die Red Bull GmbH hält 99 Prozent der RasenBallsport Leipzig GmbH, der Verein ein Prozent. Am Stadionbesitz hält Red Bull 94 Prozent.
Verstößt RB Leipzig gegen die 50+1-Regel?
Formal ist die Regel erfüllt. Kritisiert wird, dass nur wenige der rund 1.100 Mitglieder stimmberechtigt sind und diese in enger Beziehung zum Unternehmen stehen.
Welche Titel hat RB Leipzig gewonnen?
Den DFB-Pokal 2022 gegen den SC Freiburg und 2023 gegen Eintracht Frankfurt.
War RB Leipzig schon deutscher Meister?
Nein. 2020 erreichte der Verein das Halbfinale der Champions League.
Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?
Rund 47.000. Es steht im Erdwall des früheren Zentralstadions von 1956.
Weitere Vereine der Bundesliga
Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.
- FC Bayern München
- Borussia Dortmund
- FC Schalke 04
- Hamburger SV
- VfB Stuttgart
- Borussia Mönchengladbach
- Eintracht Frankfurt
- Werder Bremen
- 1. FC Köln
- Bayer 04 Leverkusen
- SC Freiburg
- FC Augsburg
- 1. FSV Mainz 05
- 1. FC Union Berlin
- TSG 1899 Hoffenheim
- SC Paderborn 07
- SV Elversberg
Quellen: RB Leipzig bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · DFB-Pokal, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05) · Red Bull Arena Leipzig, Stadt Leipzig (abgerufen 2026-09-05)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.