Ligaarchiv

Regionen / Nordrhein-Westfalen

Westfalenstadion: Gebaut, weil Köln auf einen Neubau verzichtete

Das Westfalenstadion wurde am 2. April 1974 eröffnet und fasst heute 81.365 Zuschauer. Gebaut werden konnte es nur, weil Köln Anfang der siebziger Jahre auf einen Stadionneubau verzichtete und die WM-Mittel nach Dortmund flossen.

Illustriertes großes Stadion mit vier Eckpylonen und steiler Tribüne, Westfalenstadion
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Ein Stadion, das es fast nicht gegeben hätte

Die Pläne für einen konventionellen Neubau drohten Ende der sechziger Jahre in den Schubladen zu verschwinden; die Stadtverwaltung prüfte immer wieder, ob sich der Ausbau des benachbarten Stadions Rote Erde nicht billiger machen ließe. Am 19. Oktober 1970 gab der Rat grünes Licht, am 18. Oktober 1971 wurde der Grundstein gelegt.

Den Ausschlag gab eine Entscheidung in einer anderen Stadt: Weil Köln Anfang der siebziger Jahre auf einen Stadionneubau verzichtete, wurde der Weg für Dortmunds Bewerbung als Spielort der Weltmeisterschaft 1974 frei — und damit für die Bundes- und Landesmittel, ohne die das Stadion nicht zu finanzieren gewesen wäre. Die Stadt Dortmund selbst trug nur einen kleinen Teil der Kosten.

Eröffnung 1974

Am 2. April 1974, gut zwei Jahre nach dem Grundstein, wurde das Westfalenstadion mit einem Benefizspiel gegen den Nachbarn und Rivalen FC Schalke 04 eröffnet, der zugunsten des finanziell angeschlagenen BVB ohne Gage antrat. Schalke gewann 3:0. Fünf Tage später folgte das erste Punktspiel gegen Bayer Uerdingen, das torlos endete — Borussia Dortmund war damals Regionalligist.

Ursprünglich fasste die Anlage rund 54.000 überwiegend stehende Besucher. Baulich blieb sie bis Anfang der neunziger Jahre nahezu unverändert.

Die Gelbe Wand

Die Südtribüne ist 100 Meter breit, 40 Meter hoch und mit 37 Grad so steil geneigt wie eine Skisprungschanze. Mit 24.454 Plätzen ist sie die größte Stehplatztribüne Europas. Zum Vergleich: Sie fasst allein mehr Menschen als die meisten Stadien im Bestand des Ligaarchivs insgesamt.

Die Ausbaustufen und ihre Zahlen

1992 wurden die Stehplätze der Nordtribüne in Sitzplätze umgewandelt, wodurch die Kapazität zunächst auf 42.800 sank. Im zweiten Bauabschnitt erhielt die Nordtribüne einen Oberrang, die Südtribüne wurde auf ihre heutigen 24.454 Plätze erweitert; danach fasste die Anlage 68.600 Besucher. Mit dem Schließen der bis dahin offenen Ecken 2002 und 2003 wuchs sie erstmals über 80.000 Plätze. Diese Erweiterungen wurden privat finanziert.

Heute gelten zwei Zahlen: 81.365 Plätze bei nationalen Pflichtspielen, 66.099 bei internationalen Begegnungen, bei denen keine Stehplätze zugelassen sind. Damit ist es das größte Fußballstadion Deutschlands und das sechstgrößte Vereinsstadion Europas.

Turniere

Das Stadion war Austragungsort der Weltmeisterschaften 1974 und 2006, der Europameisterschaft 2024 sowie des UEFA-Cup-Finales 2001 zwischen Liverpool und Deportivo Alavés. Dazu kommen Heimspiele der deutschen Nationalmannschaft.

Häufige Fragen zum Westfalenstadion

Wie viele Zuschauer fasst das Westfalenstadion?

81.365 bei nationalen Pflichtspielen, 66.099 bei internationalen Begegnungen ohne Stehplätze. Es ist das größte Fußballstadion Deutschlands.

Wie groß ist die Südtribüne?

100 Meter breit, 40 Meter hoch, 37 Grad geneigt und mit 24.454 Plätzen die größte Stehplatztribüne Europas.

Wann wurde das Westfalenstadion eröffnet?

Am 2. April 1974 mit einem Benefizspiel gegen den FC Schalke 04, das Schalke 3:0 gewann.

Warum konnte das Stadion gebaut werden?

Weil Köln auf einen Stadionneubau verzichtete. Dadurch wurde Dortmunds Bewerbung als WM-Spielort 1974 möglich und mit ihr die Bundes- und Landesmittel.

Wie hieß das Stadion vorher, und wie heißt es heute?

Es hieß bis Dezember 2005 Westfalenstadion und trägt seither einen Sponsorennamen. Im Sprachgebrauch ist der alte Name geblieben; bei UEFA-Wettbewerben wird es werbefrei bezeichnet.

Welche Turniere fanden hier statt?

Die Weltmeisterschaften 1974 und 2006, die Europameisterschaft 2024 und das UEFA-Cup-Finale 2001.

Welcher Verein spielt im Westfalenstadion?

Borussia Dortmund, seit 1974.

Quellen: Signal Iduna Park bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · Signal Iduna Park, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · BVB-Historie, bvb.de (abgerufen 2026-09-04) · 50 Jahre Westfalenstadion, bundesliga.com (abgerufen 2026-09-04)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

Fehler gefunden? Korrektur an team@ligaarchiv.de melden