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Stadion am Bieberer Berg: Vier Tribünen, nacheinander ersetzt

Das Stadion am Bieberer Berg wurde am 21. Mai 1921 eröffnet und zwischen 2011 und 2012 vollständig neu gebaut — bei laufendem Spielbetrieb, Tribüne für Tribüne. Es bietet 20.500 Plätze.

Illustrierte vier Tribünendächer auf einer Anhöhe, Stadion am Bieberer Berg
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Tribüne für Tribüne, bei laufendem Spielbetrieb

Das Stadion liegt auf einer Anhöhe zwischen der Offenbacher Innenstadt und dem Stadtteil Bieber. Eröffnet wurde es am 21. Mai 1921; die Haupttribüne aus Holz fasste damals 1.200 Zuschauer.

Der Neubau von 2011 und 2012 ist im Ligaarchiv ein Sonderfall. Er entstand nicht neben der alten Anlage, sondern an derselben Stelle: Die vier Tribünen wurden nacheinander abgerissen und ersetzt, während weiter gespielt wurde.

Zum Vergleich: In Essen wurde neben dem alten Stadion gebaut und dessen Schutt anschließend zur Auffüllung der Baugrube verwendet. In Mönchengladbach und Sinsheim entstanden die Neubauten an ganz anderen Orten. In Offenbach blieb der Ort derselbe, und der Spielbetrieb lief weiter.

Ein Flutlichtmast blieb stehen

Eine Entscheidung aus dem Neubau zeigt, wie bewusst mit der Vorgeschichte umgegangen wurde: Einer der beiden alten Flutlichtmasten blieb erhalten und findet sich seither im Stadionlogo wieder. Die Haupttribüne erhielt eine rot verklinkerte Backsteinfassade.

Auch die Gegengerade folgt einem ausdrücklichen Wunsch der Anhänger: Sie ist vollständig Stehplatzbereich geblieben, ohne Sitzplätze — ungewöhnlich für einen Neubau dieser Zeit.

Wer bezahlt hat

Der Offenbacher Magistrat beschloss den Neubau am 18. Juni 2009; die Kosten lagen bei rund 25 Millionen Euro. Bauherrin war die Stadiongesellschaft Bieberer Berg als Tochter der städtischen Holding.

Bemerkenswert ist die Finanzierung: Der Verein beteiligte sich nicht an den Baukosten. Rund zehn Millionen Euro kamen aus dem hessischen Landesausgleichstock, je etwa fünf Millionen von der Stadt Offenbach, der städtischen Holding und dem damaligen Namenssponsor. Kickers Offenbach mietet die Anlage für jährlich 471.000 Euro und gliederte dafür die Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft aus.

Damit steht Offenbach zwischen zwei Polen des Bestands: In Gelsenkirchen trug der Verein die 191 Millionen Euro vollständig selbst, in Köpenick arbeiteten die Fans 140.000 Stunden unbezahlt. Hier zahlte die öffentliche Hand, und der Verein zahlt Miete.

Die Kapazitätsangaben

  • 1.200 auf der hölzernen Haupttribüne von 1921
  • rund 25.000 im alten Stadion nach den Umbauten, zuletzt 2005
  • 20.500 seit 2012, etwa je zur Hälfte Sitz- und Stehplätze

Das neue Stadion ist damit kleiner als sein Vorgänger. Eine Erweiterung auf rund 23.000 Plätze war beim Bau bereits vorgesehen.

Der Name

Zwischen 2012 und 2021 trug die Anlage zwei Sponsorennamen, seither wieder den historischen. Wie beim Volksparkstadion und beim Stadion an der Hafenstraße ist das im Ligaarchiv ein Fall von Rückbenennung — bislang drei von rund fünfzig Spielstätten im Bestand.

Häufige Fragen zum Stadion am Bieberer Berg

Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?

20.500 Plätze, etwa je zur Hälfte Sitz- und Stehplätze. Das alte Stadion fasste zuletzt rund 25.000.

Wann wurde das Stadion eröffnet?

Das alte am 21. Mai 1921, der Neubau im Sommer 2012.

Wie wurde bei laufendem Spielbetrieb gebaut?

Die vier Tribünen wurden nacheinander abgerissen und an derselben Stelle ersetzt, während weiter gespielt wurde.

Was kostete der Neubau?

Rund 25 Millionen Euro. Der Verein beteiligte sich nicht; rund zehn Millionen kamen aus dem hessischen Landesausgleichstock.

Zahlt der Verein Miete?

Ja, jährlich 471.000 Euro an die Stadiongesellschaft Bieberer Berg.

Warum steht noch ein alter Flutlichtmast?

Er blieb bewusst erhalten und findet sich im Stadionlogo wieder.

Warum hat die Gegengerade nur Stehplätze?

Das geht auf einen ausdrücklichen Wunsch der Anhänger zurück und ist für einen Neubau dieser Zeit ungewöhnlich.

Heißt das Stadion wieder wie früher?

Ja. Zwischen 2012 und 2021 trug es zwei Sponsorennamen, seither wieder den historischen.

Quellen: Stadion am Bieberer Berg bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · Stadion am Bieberer Berg, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Verband der Stadionbetreiber (abgerufen 2026-09-04)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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