Stadion am Hardtwald: Ausbau nach jedem Aufstieg
Das Stadion am Hardtwald in Sandhausen wurde 1951 als Sandplatz eröffnet. Es gehört dem Verein selbst und wurde nach jedem Aufstieg erweitert — von rund 10.000 auf zuletzt über 15.000 Plätze.

Vom Sandplatz zum Zweitligastadion
Das Stadion liegt am südlichen Ortsausgang von Sandhausen, am Rand der Schwetzinger Hardt. Eröffnet wurde es 1951 — zunächst mit einem Sandplatz. Erst zehn Jahre später wurde erstmals Naturrasen verlegt, vor allem um wettbewerbsfähig zu bleiben. 1987/88 entstand die überdachte Haupttribüne.
Eigentümer ist der SV Sandhausen selbst. Das ist im Ligaarchiv selten: In Offenbach gehört die Anlage einer städtischen Gesellschaft, in Zwickau ebenfalls, in Kassel der Stadt.
Ausbau im Takt der Aufstiege
Kaum ein Stadion zeigt so deutlich, wie eine Spielklasse die Bausubstanz treibt:
- 2008 — Umbau wegen der Qualifikation für die 3. Liga, danach 10.231 Plätze mit 2.954 überdachten Sitzplätzen
- 2012 — nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga Erweiterung auf rund 12.000 Plätze
- 2014 — erneuter Ausbau auf die heutige Größe
15.414 oder 13.000?
Bei der heutigen Kapazität lohnt der genaue Blick. Offiziell werden 15.414 Plätze genannt: 5.719 Sitzplätze, vollständig überdacht, und 9.695 Stehplätze, davon 6.000 überdacht, dazu zehn Rollstuhlplätze.
Mehrere Quellen halten das für zu hoch gegriffen und schätzen die tatsächliche Kapazität auf rund 13.000. Der Hintergrund ist die Vorschrift der 2. Bundesliga, die mindestens 15.000 Plätze verlangt — an der Zahl sei, so die Darstellung, entsprechend gearbeitet worden.
Das Ligaarchiv nennt beide Angaben. Es ist der einzige Fall im Bestand, in dem eine Kapazitätsangabe nicht wegen Umbauten oder unterschiedlicher Stichjahre auseinandergeht, sondern weil eine Ligavorschrift eine Mindestzahl verlangt. Vergleichbar ist allein Elversberg, wo das Waldstadion an der Kaiserlinde die geforderten 15.000 nicht erreicht und der Verein mit einer Ausnahmegenehmigung spielt.
Ein Stadion mit vier Namen in acht Jahren
Bis 2017 hieß die Anlage schlicht Hardtwaldstadion. Danach folgten zwei Sponsorennamen, zuletzt trägt sie wieder den ursprünglichen. Vier Bezeichnungen in acht Jahren — im Ligaarchiv der schnellste Namenswechsel überhaupt, deutlich schneller als beim Neckarstadion, das für seine sieben Namen hundert Jahre brauchte.
Was hier stattfand
Im Hardtwaldstadion spielten mehrere deutsche Jugendnationalmannschaften, darunter am 8. August 2010 die U19 mit einem 10:0 gegen Andorra. Die Nationalmannschaft Costa Ricas trainierte hier während der Weltmeisterschaft 2006, und die DFB-Frauenauswahl gewann ein Testspiel gegen Brasilien mit 3:1.
Häufige Fragen zum Stadion am Hardtwald
Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?
Offiziell 15.414 Plätze, davon 5.719 Sitz- und 9.695 Stehplätze. Mehrere Quellen halten rund 13.000 für realistisch.
Warum gehen die Angaben auseinander?
Die 2. Bundesliga verlangt mindestens 15.000 Plätze. Nach mehreren Darstellungen wurde die Zahl entsprechend gerechnet.
Wann wurde das Stadion eröffnet?
1951, zunächst mit einem Sandplatz. Naturrasen kam erst zehn Jahre später.
Wem gehört das Stadion?
Dem SV Sandhausen selbst — im Ligaarchiv eine Seltenheit.
Wie oft wurde ausgebaut?
2008 für die 3. Liga, 2012 und 2014 nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga.
Wie oft wechselte der Name?
Viermal seit 2017: vom Hardtwaldstadion über zwei Sponsorennamen zurück zum ursprünglichen.
Welche Länderspiele fanden hier statt?
Spiele deutscher Jugendnationalmannschaften, darunter ein 10:0 der U19 gegen Andorra im August 2010, sowie ein Testspiel der DFB-Frauen gegen Brasilien.
Quellen: Hardtwaldstadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · Hardtwaldstadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Stadion am Hardtwald, svs1916.de (abgerufen 2026-09-04)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.