Ligaarchiv

Ligen / 2. Bundesliga / Schleswig-Holstein

Holstein KielDer Meister, den die Bundesliga 1963 überging

2. Liga · 2. Bundesliga Von Hannes Nagel · geprüft am 2. 10. 2026

Zwei Vereine, eine Fusion 1917

Der Verein wurde am 7. Oktober 1900 gegründet. Am 7. Juni 1917 fusionierten der Kieler Fußball-Verein von 1900 und der Kieler Fußball-Club Holstein von 1902 im Zentral-Hotel zur Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900.

Die Anfangsjahre waren von Platzmangel geprägt: Zwischen 1900 und 1907 wechselte der Vorgängerverein sechsmal den Spielort — die Folge der starken Bautätigkeit in der boomenden Reichskriegshafenstadt Kiel.

Der erste Meister aus dem Norden

Am 26. Mai 1912 gewann Holstein an der Hamburger Hoheluft vor 8.000 Zuschauern die deutsche Meisterschaft — mit einem 1:0 gegen den Karlsruher FV, entschieden durch einen Elfmeter von Ernst Möller. Es war der erste deutsche Meistertitel für einen norddeutschen Verein.

Zwei Jahre zuvor war dieselbe Begegnung anders ausgegangen: 1910 unterlag Kiel im Kölner Weidenpescher Park mit 0:1 — gegen jenen Karlsruher FV, der damit deutscher Meister wurde. Der KFV ist im Ligaarchiv auf der Seite des Karlsruher SC erklärt: Er war ein anderer Verein als dessen Vorgänger Phönix.

Ernst Möller, der 1912 das entscheidende Tor erzielte, fiel vier Jahre später im Ersten Weltkrieg. 1930 stand Holstein zum dritten Mal im Endspiel und unterlag Hertha BSC vor 30.000 Zuschauern mit 4:5.

Der Meister, den die Bundesliga nicht wollte

Bis zur Einführung der Bundesliga 1963 gehörte Holstein Kiel durchgehend der jeweils höchsten deutschen Spielklasse an. Nach dem Krieg war der Verein Gründungsmitglied der Oberliga Nord; Spitzenspiele auf dem Holsteinplatz lockten bis zu 30.000 Zuschauer.

Trotzdem blieb der Meister von 1912 bei der Bundesligagründung außen vor: Die drei norddeutschen Plätze gingen an den Hamburger SV, Werder Bremen und Eintracht Braunschweig.

Im Ligaarchiv ist das ein weiterer Fall jener Reihe, in der nicht der Rasen über die Spielklasse entschied — und einer der folgenreichsten. Erst 2024/25 stieg Holstein als erste Mannschaft aus Schleswig-Holstein in die Bundesliga auf, 61 Jahre später, und stieg nach einer Saison wieder ab.

Ligahistorie

Erfasst sind die belegten Spielzeiten mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Jahre vor 1963 werden nachgetragen.

1963/642026/27
2026/272. Liga2. Bundesliga, Platz 18
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/272. Bundesliga2. Liga18laufend
2025/262. Bundesliga2. Liga12
2024/25Bundesliga1. Liga17Abstieg
2023/242. Bundesliga2. Liga2Aufstieg
2022/232. Bundesliga2. Liga8
2021/222. Bundesliga2. Liga9
2020/212. Bundesliga2. Liga3
2019/202. Bundesliga2. Liga11
2018/192. Bundesliga2. Liga6
2017/182. Bundesliga2. Liga3
2016/173. Liga3. Liga2
2015/163. Liga3. Liga14
2014/153. Liga3. Liga3
2013/143. Liga3. Liga16
2012/13Regionalliga Nord4. Liga1
2011/12Regionalliga Nord4. Liga2
2010/11Regionalliga Nord4. Liga6
2009/103. Liga3. Liga19
2008/09Regionalliga Nord4. Liga1
2006/07Regionalliga Nord3. Liga15
2005/06Regionalliga Nord3. Liga4
2004/05Regionalliga Nord3. Liga9
2003/04Regionalliga Nord3. Liga12
2002/03Regionalliga Nord3. Liga13
2001/02Regionalliga Nord3. Liga13
1999/00Regionalliga Nord3. Liga8
1998/99Regionalliga Nord3. Liga14
1995/96Regionalliga Nord3. Liga18
1994/95Regionalliga Nord3. Liga11
1980/812. Bundesliga2. Liga19
1979/802. Bundesliga2. Liga14
1978/792. Bundesliga2. Liga14
1973/74Regionalliga Nord2. Liga13
1972/73Regionalliga Nord2. Liga7
1971/72Regionalliga Nord2. Liga11
1970/71Regionalliga Nord2. Liga4
1969/70Regionalliga Nord2. Liga3
1968/69Regionalliga Nord2. Liga8
1967/68Regionalliga Nord2. Liga8
1966/67Regionalliga Nord2. Liga3
1965/66Regionalliga Nord2. Liga3
1964/65Regionalliga Nord2. Liga1
1963/64Regionalliga Nord2. Liga5

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Der mitgliederstärkste Verein des Landes

Mit rund 12.000 Mitgliedern ist Holstein Kiel der mitgliederstärkste Sportverein Schleswig-Holsteins. Der Beiname Die Störche ist älter als die Bundesliga.

Heimspielstätte ist das Holstein-Stadion im Stadtteil Wik, eröffnet 1911.

Häufige Fragen zu Holstein Kiel

Wann wurde Holstein Kiel deutscher Meister?

Am 26. Mai 1912, mit 1:0 gegen den Karlsruher FV. Es war der erste Titel für einen norddeutschen Verein.

Wer erzielte das entscheidende Tor?

Ernst Möller, per Elfmeter. Er fiel vier Jahre später im Ersten Weltkrieg.

Warum war Kiel 1963 nicht in der Bundesliga?

Die drei norddeutschen Plätze gingen an den Hamburger SV, Werder Bremen und Eintracht Braunschweig — obwohl Kiel bis dahin durchgehend erstklassig gespielt hatte.

Wann spielte Holstein erstmals in der Bundesliga?

2024/25, als erste Mannschaft aus Schleswig-Holstein. Nach einer Saison folgte der Abstieg.

Wann wurde der Verein gegründet?

Am 7. Oktober 1900. Die heutige Form entstand durch die Fusion zweier Kieler Vereine am 7. Juni 1917.

Was waren die weiteren Endspiele?

1910 die Niederlage gegen den Karlsruher FV und 1930 ein 4:5 gegen Hertha BSC vor 30.000 Zuschauern.

Wie viele Mitglieder hat der Verein?

Rund 12.000 — der mitgliederstärkste Sportverein Schleswig-Holsteins.

Weitere Vereine der 2. Bundesliga

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite 2. Bundesliga

Duelle des Vereins

Quellen: Holstein Kiel bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · Holstein Kiel, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Vereinshistorie, holstein-kiel.de (abgerufen 2026-09-11) · Highlights, holstein-kiel.de (abgerufen 2026-09-11) · Holstein Kiel, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-11)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

Fehler gefunden? Korrektur an team@ligaarchiv.de melden

HN

Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

Vereinsbindung: Borussia Dortmund (Bundesliga) · berlinecho.de · Beiträge