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Fritz-Walter-Stadion: Das größte Stadion der zweiten Liga

Das Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg fasst rund 49.300 Zuschauer. Damit ist es das größte Stadion, in dem im Ligaarchiv Zweitligafußball gespielt wird — größer als die Spielstätten der meisten Bundesligisten.

Illustriertes Stadion mit steilen Rängen auf einem Berg, Fritz-Walter-Stadion
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Ein Sandplatz auf steinigem Grund

Als 1919 über einen festen Fußballplatz in Kaiserslautern beraten wurde, war das Gelände auf dem Betzenberg alles andere als ideal: steinig, staubig, ohne Wasserversorgung. Gebaut wurde trotzdem; am 13. Mai 1920 wurde der Sportplatz Betzenberg eröffnet.

Gespielt wurde zunächst auf Sand, vor einer kleinen Holztribüne im Süden. Ein Stehplatz kostete zwischen einer und drei Mark, 3.500 Zuschauer fanden Platz. 1926 ersetzte ein Rasenplatz den Sand, 1932 entstanden zwei Stehränge und eine Tribüne im Norden — die Kapazität stieg auf 18.000, und viele freiwillige Helfer packten mit an.

Damit steht der Betzenberg in der Gruppe jener Anlagen im Ligaarchiv, die durch Arbeitskraft statt durch Geld entstanden — neben dem Zentralstadion Leipzig, dem Sportforum Hohenschönhausen und dem Stadion An der Alten Försterei.

Vier Namen

  • 1920 bis 1945 Sportplatz beziehungsweise Stadion auf dem Betzenberg
  • nach 1945 kurzzeitig Stade Monsabert, benannt nach dem Befehlshaber der französischen Besatzungsstreitkräfte
  • danach wieder Betzenbergstadion
  • seit dem 2. November 1985 Fritz-Walter-Stadion, benannt zum 65. Geburtstag des Kapitäns der Meistermannschaften von 1951 und 1953

Der französische Name nach 1945 ist im Bestand ein Einzelfall — anderswo wurden NS-Namen getilgt, hier trug das Stadion für kurze Zeit den Namen eines Besatzungsoffiziers.

Der Kessel

Mit der Bundesliga kamen neue Tribünen und Flutlicht. Ab 1973 verfolgte der Verein die Idee des geschlossenen Kessels; 1986 wurde die Westkurve begradigt und überdacht, dazu kamen Rasenheizung und elektronische Anzeigetafeln — 38.000 Zuschauer. In den neunziger Jahren folgten Nord- und Südtribüne neu.

Der Umbau, der den Verein das Stadion kostete

Lange war der Betzenberg der Stolz des Vereins: Der 1. FC Kaiserslautern war einige Jahre der einzige Bundesligist, dem sein Stadion zu hundert Prozent gehörte.

2000 erhielt Kaiserslautern den Zuschlag als Spielort der Weltmeisterschaft 2006. 2001 wurde der Ausbau beschlossen. Dann häuften sich die Rückschläge: Die beauftragte Baufirma ging in Insolvenz und stellte die Arbeiten an der Osttribüne ein, der Verein entzog ihr Anfang 2003 den Auftrag. Die Kosten stiegen um 22,9 Millionen Euro.

Das Ergebnis: 2003 musste der Verein das Stadion wegen drohender Insolvenz verkaufen. Eigentümerin ist seither eine Gesellschaft, die vollständig der Stadt gehört.

Im Ligaarchiv ist das der Gegenfall zur Arena auf Schalke, die der Verein aus eigener Kraft finanzierte und behielt — und zum Hardtwaldstadion, das dem SV Sandhausen bis heute selbst gehört.

Solaranlage auf drei Dächern

Beim WM-Umbau wurden drei der vier Dächer mit Photovoltaik bestückt: 6.000 Quadratmeter Solarzellen. Damit gehört der Betzenberg neben dem Weserstadion und dem Freiburger Dreisamstadion zu den drei Solarstadien im Bestand.

Dazu kamen Logen- und Medienturm in den Ecken, ein eigenes Fernsehstudio und eine neue Flutlichtanlage.

Die Kapazitätsangaben

  • 3.500 beim ersten Spiel 1920
  • 18.000 nach dem Umbau von 1932
  • 30.000 nach dem ersten größeren Ausbau
  • 38.000 ab 1986
  • rund 49.300 bis 49.850 heute, je nach Stichjahr; bei internationalen Spielen ohne Stehplätze 47.103

Auch hier greift die Sitzplatzpflicht der UEFA, die im Bestand an vielen Stellen zwei Zahlen erzeugt.

Was hier stattfand

Während der Weltmeisterschaft 2006 wurden vier Vorrundenspiele und ein Achtelfinale ausgetragen. Dazu kommen zehn Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft, das Supercup-Finale 1989 und das Endspiel der Frauen-Europameisterschaft 1995.

Häufige Fragen zum Fritz-Walter-Stadion

Wie viele Zuschauer fasst das Fritz-Walter-Stadion?

Je nach Stichjahr rund 49.300 bis 49.850. Bei internationalen Spielen ohne Stehplätze sind es 47.103.

Wann wurde das Stadion eröffnet?

Am 13. Mai 1920 als Sportplatz Betzenberg, zunächst mit Sandplatz und einer Holztribüne für 3.500 Zuschauer.

Seit wann heißt es Fritz-Walter-Stadion?

Seit dem 2. November 1985, benannt zum 65. Geburtstag von Fritz Walter.

Was war das Stade Monsabert?

Der kurzzeitige Name nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Befehlshaber der französischen Besatzungsstreitkräfte.

Warum verkaufte der Verein das Stadion?

Weil die Kosten des WM-Umbaus um 22,9 Millionen Euro stiegen und 2003 die Insolvenz drohte. Eigentümerin ist seither eine Gesellschaft der Stadt.

Hat das Stadion eine Solaranlage?

Ja, 6.000 Quadratmeter auf drei der vier Dächer, angebracht beim WM-Umbau.

Welche großen Spiele fanden hier statt?

Fünf Spiele der Weltmeisterschaft 2006, zehn Länderspiele, das Supercup-Finale 1989 und das Endspiel der Frauen-Europameisterschaft 1995.

Quellen: Fritz-Walter-Stadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · Tradition, fck.de (abgerufen 2026-09-05) · 1. FC Kaiserslautern, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-05)

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