Alfred-Kunze-Sportpark: Kapazität, Geschichte und Verein
Alfred-Kunze-Sportpark ist die Heimspielstätte eines Vereins der Regionalliga Nordost. Kapazität, Bau- und Namensgeschichte im Überblick, jede Angabe mit Quelle.

Ein Spielplatz von 1919
1919 plante die damals noch eigenständige Gemeinde Leutzsch ein Sportareal von 36.410 Quadratmetern. Die Kosten sind auf den Pfennig überliefert: 512.545,83 Mark. Nach etwa einem Jahr Bauzeit begann im Sommer 1920 der Spielbetrieb. Mit der Eingemeindung Leutzschs ging die Anlage am 1. Januar 1922 in Leipziger Stadteigentum über.
Ein Detail aus der Bauzeit ist überliefert und sagt viel über den Rang, den man dem Ort zumaß: Den Bau eines massiven Wirtschaftsgebäudes lehnte die Stadt Leipzig ab — eine einfache Holzbude genüge. Früheste Nutzer waren Vereine aus dem Arbeitersport.
Vier Namen, vier Epochen
Der Namensverlauf spiegelt die politische Geschichte des Ortes:
- 1949 bis 1992 Georg-Schwarz-Sportpark, nach einem Leipziger Widerstandskämpfer
- ab den neunziger Jahren setzte sich in Presseberichten und Programmheften schleichend die neutrale Bezeichnung Sportpark Leutzsch durch
- seit 1992 Alfred-Kunze-Sportpark, nach dem Meistertrainer von 1964
Der heutige Name geht auf einen Vorschlag aus dem Publikum zurück: Als deutlich wurde, dass der alte Name stillschweigend verschwand, schlug ein junger Anhänger vor, das Stadion nach dem Meistertrainer zu benennen, wenn man schon den Namen des Widerstandskämpfers nicht mehr führen wolle.
Im Ligaarchiv ist das der Gegenfall zu Stuttgart, Koblenz und Worms: Dort trugen Stadien in der NS-Zeit belastete Namen und wurden nach 1945 umbenannt. Hier verschwand ein Name der DDR-Zeit nach 1990, ohne dass jemand die Umbenennung beschlossen hätte.
Von 32.000 auf 4.999
Kaum ein Stadion im Bestand zeigt einen so drastischen Kapazitätsverlauf:
- bis zu 30.000 Besucher in den fünfziger Jahren
- 32.000 beim Zuschauerrekord 1950 gegen die BSG Turbine Erfurt, das Spiel endete 0:1
- 22.000 bis zu den Umbauten nach 1990
- 18.000 danach: 927 Tribünen-, 2.721 Dammsitz- und 14.352 Stehplätze
- 4.999 heute, begrenzt durch Auflagen des Ordnungsamtes
Der letzte Wert ist der bemerkenswerteste: Das Stadion darf weniger als ein Sechstel dessen aufnehmen, was baulich vorhanden ist. Die 4.999 sind keine bauliche Grenze, sondern eine behördliche. Für ausverkaufte Spiele reicht das inzwischen regelmäßig; der Zuschauerschnitt stieg von rund 1.200 im Jahr 2015 auf regelmäßige Ausverkäufe zehn Jahre später.
Ein reines Fußballstadion
Die Anlage gehört zu den wenigen verbliebenen reinen Fußballstadien Deutschlands — ohne Laufbahn, mit Rängen dicht am Feld. Zum Gelände zählen neben dem Hauptplatz drei weitere Rasenplätze, eine Fußballhalle, ein Kunstrasen- und ein Hartplatz. Der Auwald umschließt den Sportpark.
Genutzt wird er heute von der BSG Chemie Leipzig als alleinigem Mieter. Zwischen 2004 und 2009 wich der damalige FC Sachsen ins Zentralstadion aus und kehrte danach zurück.
Häufige Fragen zum Alfred-Kunze-Sportpark
Wie viele Zuschauer fasst der Alfred-Kunze-Sportpark?
Baulich 18.000, zugelassen sind derzeit 4.999 durch Auflagen des Ordnungsamtes.
Wie hoch ist der Zuschauerrekord?
32.000 im Jahr 1950 beim Spiel gegen die BSG Turbine Erfurt, das 0:1 endete.
Wann wurde die Anlage gebaut?
1919 geplant, im Sommer 1920 in Betrieb genommen. Die Baukosten betrugen 512.545,83 Mark.
Woher kommt der Name?
Von Alfred Kunze, dem Meistertrainer von 1964. Von 1949 bis 1992 hieß die Anlage Georg-Schwarz-Sportpark.
Warum wurde umbenannt?
Nach 1990 verschwand der alte Name schleichend aus Presseberichten und Programmheften. Ein Vorschlag aus dem Publikum führte 1992 zur Benennung nach dem Meistertrainer.
Welcher Verein spielt hier?
Die BSG Chemie Leipzig als alleiniger Mieter.
Ist es ein reines Fußballstadion?
Ja, ohne Laufbahn. Das ist in Deutschland selten geworden.
Quellen: Alfred-Kunze-Sportpark bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04)
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