Ligaarchiv

Regionen / Baden-Württemberg

Arena in Sinsheim: Ein Bundesligastadion für ein Dorf

Die Arena in Sinsheim wurde am 24. Januar 2009 eröffnet und fasst 30.150 Zuschauer. Sie ersetzte das Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim, das mit 6.350 Plätzen den Anforderungen der Bundesliga nicht genügte.

Illustrierte große Stadionschale in flacher Feldlandschaft, Arena in Sinsheim
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Zweimal blockiert, beim dritten Anlauf gebaut

Der Standort war umstritten. Geplant war das Stadion zunächst in Heidelberg, dann in Eppelheim — beide Male wurde es blockiert. Erst der dritte Anlauf gelang: Sinsheim, unmittelbar an der Autobahn A6, mit Aussicht auf weitere Anbindungen durch Bahn und Straßenbahn.

Eine Eigenheit ergibt sich daraus, die bis heute für Verwirrung sorgt: Die Anlage liegt nicht im Sinsheimer Stadtteil Hoffenheim, nach dem der Verein heißt, sondern auf der Gemarkung der Kernstadt Sinsheim.

Der Umzug, den der Aufstieg erzwang

Bis 2008 spielte die TSG 1899 Hoffenheim im Dietmar-Hopp-Stadion im Ortsteil Hoffenheim, das 6.350 Zuschauer fasst und den Anforderungen der Bundesliga nicht genügte. Übergangsweise wich der Verein ins Carl-Benz-Stadion nach Mannheim aus.

Gebaut wurde ab 2007 in knapp zwanzig Monaten, für rund 60 Millionen Euro. Bauherr war der Mäzen des Vereins, geplant hat ein Ibbenbürener Architekturbüro. Am 24. Januar 2009 wurde die Arena eröffnet, am 31. Januar folgte das erste Bundesligaspiel, ein 2:0 gegen Energie Cottbus.

Ein Dach ohne Stützen

Das architektonische Kennzeichen ist die Dachkonstruktion: 3.400 Tonnen schwer, mit Membranen umspannt, vollständig stützenfrei — sie liegt wie eine Wolke über den Rängen, schützt vor Witterung und lässt zugleich Licht durch. Kein Zuschauer sitzt hinter einem Pfeiler.

Unter Dach und Tribünen verteilen sich vier Geschosse mit Buszufahrten, Spieler-, Versorgungs- und Techniktrakten sowie der Gastronomie. Sockel und Erdgeschoss sind in die vorhandene Topografie eingebettet, wodurch die Zuschauer ebenerdig und damit barrierefrei ins Innere geführt werden.

Von außen zeigt sich die Anlage als Rundbau auf einem leichten Hügel, weithin sichtbar über dem Kraichgau.

Kapazität

  • 30.150 Plätze bei Ligaspielen; zur Aufteilung gehen die Angaben auseinander — genannt werden 23.400 Sitz- und 6.750 Stehplätze sowie 21.000 Sitz- und 9.150 Stehplätze
  • 25.589 bis 25.641 bei internationalen Spielen, weil zusätzliche Sitze eingebaut werden

Die Differenz zwischen national und international entsteht wie in Gelsenkirchen und im Weserstadion durch die Sitzplatzpflicht der UEFA.

Bemerkenswert bleibt das Verhältnis zum Ort: Die Arena fasst fast das Neunfache der Einwohnerzahl des Ortsteils, aus dem der Verein stammt — im Ligaarchiv ein Sonderfall, vergleichbar allein mit Großaspach, dessen Stadion mehr Plätze hat als die Gemeinde Einwohner.

Was hier stattfand

Neben den Heimspielen war die Anlage Spielort der Frauen-Weltmeisterschaft 2011 und der U19-Europameisterschaft 2016. Das erste internationale Vereinsspiel folgte erst am 15. August 2017, in der Qualifikation zur Champions League.

Das Dietmar-Hopp-Stadion blieb erhalten und wird von der zweiten Mannschaft und der Frauenmannschaft genutzt — anders als beim Bökelberg, wo der Vorgängerbau verschwand.

Häufige Fragen zur Arena in Sinsheim

Wie viele Zuschauer fasst die Arena?

30.150 bei Ligaspielen, rund 25.600 bei internationalen Partien.

Warum liegt das Stadion nicht in Hoffenheim?

Es steht auf der Gemarkung der Kernstadt Sinsheim, nicht im Stadtteil Hoffenheim, nach dem der Verein benannt ist.

Wo sollte das Stadion ursprünglich stehen?

Zunächst in Heidelberg, dann in Eppelheim. Beide Male wurde das Vorhaben blockiert.

Was ist am Dach besonders?

Es ist mit 3.400 Tonnen vollständig stützenfrei konstruiert und mit Membranen umspannt. Kein Zuschauer sitzt hinter einem Pfeiler.

Was kostete der Bau?

Rund 60 Millionen Euro, in knapp zwanzig Monaten Bauzeit.

Wann wurde die Arena eröffnet?

Am 24. Januar 2009. Das erste Bundesligaspiel folgte am 31. Januar mit einem 2:0 gegen Energie Cottbus.

Was geschah mit dem alten Stadion?

Das Dietmar-Hopp-Stadion blieb erhalten und wird von der zweiten Mannschaft und der Frauenmannschaft genutzt.

Quellen: SNP Arena bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · TSG 1899 Hoffenheim, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05) · Dietmar-Hopp-Stadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

Fehler gefunden? Korrektur an team@ligaarchiv.de melden