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Bruchwegstadion: Der Umbau, der teurer war als der Aufstieg einbrachte

Das Bruchwegstadion war bis 2011 die Heimat von Mainz 05. Für die Bundesliga wurde es 2002 auf 20.300 Plätze modernisiert — der Umbau riss zusammen mit hohen Siegprämien erhebliche Löcher in die Vereinskasse.

Illustrierte kleine Tribüne mit Flutlichtmasten in Wohnbebauung, Bruchwegstadion in Mainz
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Ein Umzug, den die Flakkaserne erzwang

Die Anlage entstand 1928 als städtisches Stadion am Bretzenheimer Bruchweg, zunächst als Hartplatz mit Aschenbahn und unüberdachter Hauptgerade. Der 1. FSV Mainz 05 spielte zu dieser Zeit noch auf dem ehemaligen Exerzierplatz am Fort Bingen.

1937 änderte sich das: Die Nationalsozialisten errichteten auf jenem Gelände eine Flakkaserne, und das dortige Stadion wurde abgerissen — samt einer Tribüne, die ein jüdischer Kaufmann finanziert hatte. Der Verein zog daraufhin an den Bruchweg um.

Damit ist Mainz nach Freiburg der zweite Fall im Ligaarchiv, in dem militärischer Bedarf einen Verein aus seinem Stadion vertrieb — beide Male in den dreißiger Jahren, beide Male für Luftwaffeneinrichtungen.

Ein Provisorium, das siebzig Jahre hielt

Der Verein selbst beschreibt die Geschichte seines Stadions ungewöhnlich offen: lange Zeit ein marodes Nachkriegsrelikt, dann ein Provisorium und schließlich eine stimmungsvolle Blechkiste. Eine Schönheit sei es nie gewesen.

Der Ausbau folgte immer den Aufstiegshoffnungen — und zwar meist denen, die sich nicht erfüllten:

  • Nach einem dramatisch verpassten Aufstieg entstanden zwei Hintertortribünen, die als Provisorium gedacht waren und über Jahrzehnte blieben.
  • 2002, nach dem nächsten verpassten Aufstieg, wurde beim Ausbau von Haupt- und Gegentribüne aus Kostengründen der Plan gekürzt und der Bau um einige Meter verkleinert.
  • 2004, nach dem tatsächlichen Aufstieg, füllte man die Lücken neben der Haupttribüne provisorisch mit unüberdachten Sitzplatztribünen für je 800 Zuschauer. 2011 wurden sie wieder entfernt.

Das unterscheidet Mainz von den meisten Anlagen im Bestand: In Halberstadt und Elversberg folgte der Bau dem Aufstieg. Hier folgte er wiederholt einem Aufstieg, der ausblieb.

Warum der Umzug kam

Mit rund 20.300 Plätzen galt das Bruchwegstadion trotz geringer Kapazität als Stimmungshochburg — aber es fehlten Ausbaumöglichkeiten. 2007 wurde der Bau eines neuen Stadions beschlossen; im Mai 2011 fand das letzte Profispiel statt, am 3. Juli 2011 wurde die neue Arena eröffnet.

Der Verein hat den Abschied bemerkenswert nüchtern formuliert: Am Bruchweg schlage weiterhin das Herz des Vereins, die neue Arena rücke nur an Heimspieltagen in den Mittelpunkt.

Was heute hier stattfindet

Anders als der Bökelberg blieb die Anlage erhalten und ist heute intensiver genutzt als zu Bundesligazeiten: Auf dem Gelände liegt das Nachwuchsleistungszentrum, die Profis trainieren hier, die zweite Mannschaft und die A-Jugend spielen hier, seit der Saison 2024/25 auch die Frauenmannschaft.

Seit September 2021 heißt das Areal nach Wolfgang Frank, dem Trainer, dessen Spielweise den Verein prägte.

Damit reiht sich Mainz in die Gruppe der erhaltenen Vorgängerstadien ein — neben dem Dreisamstadion in Freiburg, das ebenfalls von zweiter Mannschaft und Frauen genutzt wird, und dem Rosenaustadion in Augsburg.

Die Kapazitätsangaben

  • 20.300 zu Bundesligazeiten mit den Zusatztribünen
  • 18.700 in mehreren Verzeichnissen
  • rund 20.000 in älteren Übersichten

Die Unterschiede erklären sich durch die provisorischen Tribünen, die 2011 wieder abgebaut wurden.

Häufige Fragen zum Bruchwegstadion

Wie viele Zuschauer fasst das Bruchwegstadion?

Zu Bundesligazeiten rund 20.300; nach dem Abbau der Zusatztribünen nennen Verzeichnisse 18.700.

Wann wurde das Stadion gebaut?

1928 als städtisches Stadion am Bretzenheimer Bruchweg, zunächst als Hartplatz mit Aschenbahn.

Warum zog Mainz 05 1937 an den Bruchweg?

Weil die Nationalsozialisten auf dem bisherigen Gelände eine Flakkaserne errichteten und das dortige Stadion abrissen.

Warum zog der Verein 2011 aus?

Die Kapazität war für die Bundesliga zu gering, und Ausbaumöglichkeiten fehlten. 2007 wurde der Neubau beschlossen.

Wird das Stadion noch genutzt?

Ja, intensiv: Nachwuchsleistungszentrum, Training der Profis, Spiele der zweiten Mannschaft, der A-Jugend und seit 2024/25 der Frauenmannschaft.

Woher kommt der Name Wolfgang Frank Campus?

Seit September 2021 trägt das Areal den Namen des Trainers, dessen Spielweise den Verein prägte.

Was war an den Zusatztribünen von 2004 besonders?

Sie waren unüberdacht, boten je 800 Zuschauern Platz und füllten provisorisch die Lücken neben der Haupttribüne. 2011 wurden sie entfernt.

Quellen: Bruchwegstadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · Chronik, mainz05.de (abgerufen 2026-09-05) · Erster Bundesliga-Aufstieg jährt sich zum 20. Mal, mainz05.de (abgerufen 2026-09-05)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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