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Arena in Paderborn: 15.000 Plätze für zwei Bundesligajahre
Die Arena in Paderborn fasst 15.000 Zuschauer und ist damit eines der kleinsten Stadien, in denen je Bundesligafußball gespielt wurde. Der SC Paderborn 07 trug hier seine Spielzeiten 2014/15 und 2019/20 aus.

Sechs Monate geplant, drei Jahre gebaut
Der Neubau wurde nötig, weil der SC Paderborn 07 im Hermann-Löns-Stadion von 1957 nur noch dank Sondergenehmigungen des DFB Profispiele austragen durfte. Bereits am 17. Januar 2001 legte der Verein Vorschläge für ein reines Fußballstadion vor; 2003 beschloss der Sportausschuss das Ende des alten Stadions, acht Standorte wurden geprüft.
Am 12. Juli 2005 begann der Bau — veranschlagt auf sechs Monate. Was folgte, ist im Ligaarchiv die verwickeltste Baugeschichte:
- Nach vier Monaten wurde die Baugenehmigung nach Anwohnerklagen widerrufen; die Arbeiten standen still.
- Ein neuer Bebauungsplan musste erstellt werden. Erst im Dezember 2007 ging es weiter.
- Im Januar 2008 stoppte es erneut, weil die Stadt eine Zahlung von 3,4 Millionen Euro nicht freigab.
- Es folgten weitere Klagen — bis hin zu einer Beschwerde in Brüssel wegen unerlaubter Beihilfe. Erst im März 2008 waren alle Verfahren beigelegt.
Am 30. Juni 2008 wurde die Anlage übergeben, nach zweieinhalb Jahren Verzögerung. Die Kosten lagen bei 25 Millionen Euro.
Anwohnerklagen prägen im Bestand mehrere Baugeschichten: In Freiburg verhinderte eine erfolgreiche Klage die Kapazitätserhöhung und erzwang damit den Umzug. In Paderborn verzögerte sie den Neubau um Jahre.
Zwei Eröffnungsspiele
Am 16. Juli 2008 fand ein inoffizielles Eröffnungsspiel gegen Galatasaray Istanbul statt (1:1), am 20. Juli die offizielle Feier mit einer Partie gegen Borussia Dortmund (1:2) — ausverkauft mit 15.000 Zuschauern.
Ein Entwurf, der zweimal gebaut wurde
Eine Eigenheit hat mit den geringen Kosten und der einfachen Konstruktion zu tun: Das ausführende Unternehmen verwendete denselben Entwurf für ein weiteres Stadion, das 2011 im polnischen Gliwice eröffnet wurde. Im Ligaarchiv ist das der einzige Fall eines mehrfach verwendeten Stadionentwurfs.
Die Bauweise ist kompakt, die Ränge sind steil — was für ein Stadion dieser Größe eine ungewöhnlich dichte Atmosphäre erzeugt.
Nachgerüstet für die Bundesliga
Später kam ein umlaufender Oberrang mit rund 2.150 Sitzplätzen dazu, samt sechs neuer Treppenhäuser und zwei Personenaufzügen. Für die Bundesligatauglichkeit wurde zudem für rund 1,5 Millionen Euro der Rasen erneuert: neue Drainage, Rasenheizung, Bewässerung und ein Hybridrasen, verstärkt mit 18 Millionen Kunstfasern.
Mit 15.000 Plätzen ist die Anlage das kleinste Stadion der Bundesligavereine im Ligaarchiv, noch vor der Alten Försterei mit 22.012 und der BayArena mit 30.210. In der Saison 2018/19 lag der Schnitt bei 11.508 Zuschauern.
Vier Namen in fünfzehn Jahren
2008 bis 2009 trug die Anlage den Namen eines Elektronikunternehmens, 2009 bis 2012 den eines Energieanbieters, 2012 bis 2022 den eines Stahlkonzerns, seit 2022 den eines Onlinehändlers. Damit gehört Paderborn zu den Anlagen mit den häufigsten Namenswechseln im Bestand — vergleichbar mit dem Hardtwaldstadion.
Seit 2020 nutzt auch der SC Verl die Arena.
Häufige Fragen zur Arena in Paderborn
Wie viele Zuschauer fasst die Arena?
15.000. Damit ist sie das kleinste Stadion unter den Bundesligavereinen im Ligaarchiv.
Warum wurde ein neues Stadion gebaut?
Im Hermann-Löns-Stadion von 1957 durfte der SC Paderborn nur noch mit Sondergenehmigungen des DFB Profispiele austragen.
Warum dauerte der Bau so lange?
Geplant waren sechs Monate. Nach vier Monaten wurde die Baugenehmigung nach Anwohnerklagen widerrufen; später fehlte eine Zahlung der Stadt, dazu kam eine Beschwerde in Brüssel. Erst im März 2008 waren alle Verfahren beigelegt.
Was kostete der Bau?
25 Millionen Euro.
Wann wurde die Arena eröffnet?
Am 20. Juli 2008 offiziell, mit einem Spiel gegen Borussia Dortmund vor 15.000 Zuschauern.
Wurde der Entwurf noch einmal verwendet?
Ja. Das ausführende Unternehmen baute nach demselben Entwurf ein Stadion im polnischen Gliwice, eröffnet 2011.
Was ist ein Hybridrasen?
Ein Naturrasen, der mit Kunstfasern verstärkt ist — in Paderborn mit 18 Millionen Fasern, eingebaut für rund 1,5 Millionen Euro samt Drainage, Heizung und Bewässerung.
Quellen: Home-Deluxe-Arena bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · SC Paderborn 07, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.