Das Ende einer jahrzehntelangen Rivalität
Der Bonner SC entstand am 18. Juni 1965 durch den Zusammenschluss des 1901 gegründeten Bonner FV mit Tura Bonn, deren ältester Vorläufer von 1904 stammt. Die Fusion beendete eine Rivalität, die den Bonner Fußball jahrzehntelang bestimmt hatte.
Bemerkenswert ist der zeitliche Ablauf: Die Tura-Vereinsführung hatte den Beschluss bereits 1958 gefasst — der Bonner FV entschied sich erst am 23. Februar 1965 dazu. Sieben Jahre lag der Vorschlag auf dem Tisch.
Das letzte Derby vor der Fusion gewann der BFV mit 3:2, trotz deutlicher Überlegenheit des Gegners.
Der Bonner FV wurde am 25. März 1901 im Gasthaus Vater Arndt gegründet und war früh als Klub der Akademiker bekannt, weil viele seiner Mitglieder Lehrer und Professoren waren.
1999: Die kubanische Nationalmannschaft
Der ungewöhnlichste Vorgang der Vereinsgeschichte fällt ins Jahr 1999. Der damalige Eigentümer verpflichtete die komplette kubanische Nationalmannschaft für den Rest der Saison — mit Zustimmung Fidel Castros, der anordnete, dass die Spieler Amateure bleiben und nur Taschengeld erhalten.
Es waren die ersten fünfzehn kubanischen Fußballer, die während der Regierungszeit Castros im Ausland spielten. Vier von ihnen waren für den damaligen Viertligisten vorgesehen.
Im Ligaarchiv ist das der einzige Fall, in dem eine vollständige Nationalmannschaft bei einem deutschen Verein unter Vertrag stand — und der einzige, bei dem ein Staatsoberhaupt die Bedingungen festlegte.
Eine Zweitligasaison
Nach dem Aufstieg in die Regionalliga West 1966 hielt sich der Verein dort mit Unterbrechungen bis 1971. 1976/77 spielte der Bonner SC in der 2. Bundesliga Nord — die einzige Saison im bezahlten Fußball nach heutiger Zählung.
Der Verein ist Rekordsieger der Mittelrheinliga mit sieben Titeln und nahm dreimal am DFB-Pokal teil.
Deutscher Meister im Frauenfußball
Ein Titel wird im Zusammenhang mit dem Bonner SC oft übersehen: Die Frauenabteilung wurde 1975 deutscher Meister. Damit gehört der Verein zu den wenigen im Bestand, deren größter nationaler Erfolg im Frauenfußball liegt.
Vergleichbar ist Eintracht Braunschweig mit sechs Meisterschaften im Frauen-Feldhockey — beide Male steht der bekannteste Titel des Vereins nicht im Herrenfußball.
Ligahistorie
Erfasst sind die belegten Spielzeiten mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Regionalliga- und Mittelrheinligajahre der früheren Zeit werden nachgetragen.
| Saison | Liga | Stufe | Platz | Ereignis |
|---|---|---|---|---|
| 2026/27 | Regionalliga West | 4. Liga | — | laufend |
| 2025/26 | Regionalliga West | 4. Liga | 9 | |
| 2021/22 | Regionalliga West | 4. Liga | 16 | |
| 2020/21 | Regionalliga West | 4. Liga | 19 | |
| 2019/20 | Regionalliga West | 4. Liga | 13 | |
| 2018/19 | Regionalliga West | 4. Liga | 14 | |
| 2017/18 | Regionalliga West | 4. Liga | 13 | |
| 2016/17 | Regionalliga West | 4. Liga | 9 | |
| 1976/77 | 2. Bundesliga | 2. Liga | 16 |
Verein und Stadion
Die Vereinsfarben Blau und Rot stammen aus dem alten Stadtwappen; das Logo zeigt den Bonner Löwen — daher der Beiname Rheinlöwen.
Heimspielstätte ist der Sportpark Nord.
Häufige Fragen zum Bonner SC
Wann wurde der Bonner SC gegründet?
Am 18. Juni 1965, durch Fusion des Bonner FV von 1901 mit Tura Bonn.
Was geschah 1999 mit der kubanischen Nationalmannschaft?
Der damalige Eigentümer verpflichtete sie vollständig für den Rest der Saison — mit Zustimmung Fidel Castros, der anordnete, dass die Spieler Amateure bleiben und nur Taschengeld erhalten.
Wann spielte Bonn in der 2. Bundesliga?
In der Saison 1976/77, in der Nordstaffel.
Was ist der größte nationale Titel des Vereins?
Die deutsche Meisterschaft der Frauen 1975.
Warum heißen die Spieler Rheinlöwen?
Wegen des Bonner Löwen im Vereinslogo.
Wie lange dauerte es bis zur Fusion?
Tura hatte den Beschluss 1958 gefasst, der Bonner FV entschied sich erst am 23. Februar 1965.
Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?
10.164 Plätze.
Weitere Vereine der Regionalliga West
Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.
- Rot-Weiß Oberhausen
- SG Wattenscheid 09
- Borussia Dortmund II
- Sportfreunde Siegen
- Borussia Mönchengladbach II
- SV Bergisch Gladbach 09
- Sportfreunde Lotte
- 1. FC Bocholt
- VfB 03 Hilden
- FC Schalke 04 II
- 1. FC Köln II
- FC Gütersloh
- Westfalia Rhynern
- SV Rödinghausen
- SC Wiedenbrück
Zur Staffelseite Regionalliga West
Quellen: Bonner SC bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · Bonner SC, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Bonner SC, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Bonner FV, de-academic (abgerufen 2026-09-11)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.