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SV RödinghausenMeister, der nicht aufsteigen wollte

4. Liga · Regionalliga West Von Hannes Nagel · geprüft am 2. 10. 2026

Ein Verein, der sein wahres Gründungsjahr nennt

Der SV Rödinghausen entstand 1970 aus der Fusion zweier Vereine: des 1948 gegründeten VfR Bieren und des SV Grün-Weiß Schwenningdorf von 1932. Beide Stammvereine kamen zeit ihrer Existenz nicht über die Kreisebene hinaus.

Bemerkenswert ist die Entscheidung beim Gründungsdatum: Anders als viele Fusionsvereine, die das Jahr des ältesten Stammvereins übernehmen, zählt Rödinghausen das tatsächliche Fusionsjahr.

Im Ligaarchiv ist das der Gegenpol zu jenen Fällen, die wir heute mehrfach korrigieren mussten — bei Viktoria Berlin, Tasmania und Meuselwitz stand das Jahr der Neugründung im Steckbrief statt der Vereinstradition. Rödinghausen macht es umgekehrt und nennt das jüngere Datum.

Der Küchenhersteller

Der Aufstieg begann 2009, als der Seniorchef eines örtlichen Küchenherstellers den Willen bekundete, den Sportplatz des damaligen Kreisliga-A-Vereins zum Stadion auszubauen.

Was folgte, ist ein Aufstieg über sechs Spielklassen: 2009/10 Meister des Fußballkreises Herford mit 85 von 90 möglichen Punkten, 2010/11 Bezirksliga-Meister, dann Landesliga, Westfalenliga, Oberliga — 2014 die Regionalliga West.

Der Verein verpflichtete zahlreiche Spieler aus höheren Klassen. Viele von ihnen erhielten einen Arbeitsplatz beim Küchenhersteller. Im Ligaarchiv erinnert das an Wolfsburg, wo bis in die neunziger Jahre die meisten Spieler bei Volkswagen arbeiteten — dort ein Konzern mit Zehntausenden Beschäftigten, hier ein mittelständisches Unternehmen in einer Gemeinde mit rund 10.000 Einwohnern.

Meister, der nicht aufsteigen wollte

2019/20 wurde Rödinghausen Meister der Regionalliga West — und verzichtete auf den möglichen Aufstieg in die 3. Liga.

Damit ist der Verein der dritte Fall eines freiwilligen Verzichts im Bestand, neben Torgelow, das 2011 auf den Aufstieg und 2022 auf den Verbleib verzichtete, und Neugersdorf, das sich 2019 aus der Regionalliga zurückzog. Rödinghausen ist der einzige, der als Meister verzichtete.

Dreimal qualifizierte sich der Verein für den DFB-Pokal; 2019 und 2022 gewann er den Westfalenpokal.

Ligahistorie

Erfasst sind die Spielzeiten der Regionalliga West mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Oberliga- und Westfalenligajahre werden nachgetragen.

2013/142026/27
2026/274. LigaRegionalliga West
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/27Regionalliga West4. Liga—laufend
2025/26Regionalliga West4. Liga15
2024/25Regionalliga West4. Liga5
2023/24Regionalliga West4. Liga8
2022/23Regionalliga West4. Liga4
2021/22Regionalliga West4. Liga6
2020/21Regionalliga West4. Liga6
2019/20Regionalliga West4. Liga1
2018/19Regionalliga West4. Liga3
2017/18Regionalliga West4. Liga5
2016/17Regionalliga West4. Liga10
2015/16Regionalliga West4. Liga14
2014/15Regionalliga West4. Liga8
2013/14Oberliga Westfalen5. Liga2

Für 1 von 14 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Verein und Stadion

Der Verein bietet neben dem Fußball Turnen, Aerobic, Karate und Badminton an. Heimspielstätte ist das Wiehenstadion im Ortsteil Schwenningdorf.

Rödinghausen gehört damit in die Reihe jener Orte, deren Spielklasse nicht zur Größe passt — neben Elversberg, Großaspach und Havelse.

Häufige Fragen zum SV Rödinghausen

Wann wurde der SV Rödinghausen gegründet?

1970, durch Fusion des VfR Bieren von 1948 mit dem SV Grün-Weiß Schwenningdorf von 1932.

Warum nennt der Verein 1970 als Gründungsjahr?

Er zählt das tatsächliche Fusionsjahr, nicht das Datum des ältesten Stammvereins.

Warum verzichtete Rödinghausen 2020 auf den Aufstieg?

Der Verein wurde Meister der Regionalliga West, nahm den möglichen Aufstieg in die 3. Liga aber nicht wahr.

Wie schnell stieg der Verein auf?

Von der Kreisliga A 2009 bis in die Regionalliga West 2014 — sechs Spielklassen in fünf Jahren.

Was hat der Küchenhersteller mit dem Verein zu tun?

Sein Seniorchef ließ ab 2009 den Sportplatz zum Stadion ausbauen; viele verpflichtete Spieler erhielten dort einen Arbeitsplatz.

Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?

Rund 3.140 Plätze seit dem Ausbau von 2014.

Weitere Vereine der Regionalliga West

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite Regionalliga West

Quellen: SV Rödinghausen bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · SV Rödinghausen, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Häcker-Wiehenstadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Häcker Wiehenstadion, svroedinghausen.de (abgerufen 2026-09-11)

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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