Ein Verein, der sein wahres Gründungsjahr nennt
Der SV Rödinghausen entstand 1970 aus der Fusion zweier Vereine: des 1948 gegründeten VfR Bieren und des SV Grün-Weiß Schwenningdorf von 1932. Beide Stammvereine kamen zeit ihrer Existenz nicht über die Kreisebene hinaus.
Bemerkenswert ist die Entscheidung beim Gründungsdatum: Anders als viele Fusionsvereine, die das Jahr des ältesten Stammvereins übernehmen, zählt Rödinghausen das tatsächliche Fusionsjahr.
Im Ligaarchiv ist das der Gegenpol zu jenen Fällen, die wir heute mehrfach korrigieren mussten — bei Viktoria Berlin, Tasmania und Meuselwitz stand das Jahr der Neugründung im Steckbrief statt der Vereinstradition. Rödinghausen macht es umgekehrt und nennt das jüngere Datum.
Der Küchenhersteller
Der Aufstieg begann 2009, als der Seniorchef eines örtlichen Küchenherstellers den Willen bekundete, den Sportplatz des damaligen Kreisliga-A-Vereins zum Stadion auszubauen.
Was folgte, ist ein Aufstieg über sechs Spielklassen: 2009/10 Meister des Fußballkreises Herford mit 85 von 90 möglichen Punkten, 2010/11 Bezirksliga-Meister, dann Landesliga, Westfalenliga, Oberliga — 2014 die Regionalliga West.
Der Verein verpflichtete zahlreiche Spieler aus höheren Klassen. Viele von ihnen erhielten einen Arbeitsplatz beim Küchenhersteller. Im Ligaarchiv erinnert das an Wolfsburg, wo bis in die neunziger Jahre die meisten Spieler bei Volkswagen arbeiteten — dort ein Konzern mit Zehntausenden Beschäftigten, hier ein mittelständisches Unternehmen in einer Gemeinde mit rund 10.000 Einwohnern.
Meister, der nicht aufsteigen wollte
2019/20 wurde Rödinghausen Meister der Regionalliga West — und verzichtete auf den möglichen Aufstieg in die 3. Liga.
Damit ist der Verein der dritte Fall eines freiwilligen Verzichts im Bestand, neben Torgelow, das 2011 auf den Aufstieg und 2022 auf den Verbleib verzichtete, und Neugersdorf, das sich 2019 aus der Regionalliga zurückzog. Rödinghausen ist der einzige, der als Meister verzichtete.
Dreimal qualifizierte sich der Verein für den DFB-Pokal; 2019 und 2022 gewann er den Westfalenpokal.
Ligahistorie
Erfasst sind die Spielzeiten der Regionalliga West mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Oberliga- und Westfalenligajahre werden nachgetragen.
| Saison | Liga | Stufe | Platz | Ereignis |
|---|---|---|---|---|
| 2026/27 | Regionalliga West | 4. Liga | — | laufend |
| 2025/26 | Regionalliga West | 4. Liga | 15 | |
| 2024/25 | Regionalliga West | 4. Liga | 5 | |
| 2023/24 | Regionalliga West | 4. Liga | 8 | |
| 2022/23 | Regionalliga West | 4. Liga | 4 | |
| 2021/22 | Regionalliga West | 4. Liga | 6 | |
| 2020/21 | Regionalliga West | 4. Liga | 6 | |
| 2019/20 | Regionalliga West | 4. Liga | 1 | |
| 2018/19 | Regionalliga West | 4. Liga | 3 | |
| 2017/18 | Regionalliga West | 4. Liga | 5 | |
| 2016/17 | Regionalliga West | 4. Liga | 10 | |
| 2015/16 | Regionalliga West | 4. Liga | 14 | |
| 2014/15 | Regionalliga West | 4. Liga | 8 | |
| 2013/14 | Oberliga Westfalen | 5. Liga | 2 |
Verein und Stadion
Der Verein bietet neben dem Fußball Turnen, Aerobic, Karate und Badminton an. Heimspielstätte ist das Wiehenstadion im Ortsteil Schwenningdorf.
Rödinghausen gehört damit in die Reihe jener Orte, deren Spielklasse nicht zur Größe passt — neben Elversberg, Großaspach und Havelse.
Häufige Fragen zum SV Rödinghausen
Wann wurde der SV Rödinghausen gegründet?
1970, durch Fusion des VfR Bieren von 1948 mit dem SV Grün-Weiß Schwenningdorf von 1932.
Warum nennt der Verein 1970 als Gründungsjahr?
Er zählt das tatsächliche Fusionsjahr, nicht das Datum des ältesten Stammvereins.
Warum verzichtete Rödinghausen 2020 auf den Aufstieg?
Der Verein wurde Meister der Regionalliga West, nahm den möglichen Aufstieg in die 3. Liga aber nicht wahr.
Wie schnell stieg der Verein auf?
Von der Kreisliga A 2009 bis in die Regionalliga West 2014 — sechs Spielklassen in fünf Jahren.
Was hat der Küchenhersteller mit dem Verein zu tun?
Sein Seniorchef ließ ab 2009 den Sportplatz zum Stadion ausbauen; viele verpflichtete Spieler erhielten dort einen Arbeitsplatz.
Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?
Rund 3.140 Plätze seit dem Ausbau von 2014.
Weitere Vereine der Regionalliga West
Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.
- Rot-Weiß Oberhausen
- SG Wattenscheid 09
- Borussia Dortmund II
- Sportfreunde Siegen
- Bonner SC
- Borussia Mönchengladbach II
- SV Bergisch Gladbach 09
- Sportfreunde Lotte
- 1. FC Bocholt
- VfB 03 Hilden
- FC Schalke 04 II
- 1. FC Köln II
- FC Gütersloh
- Westfalia Rhynern
- SC Wiedenbrück
Zur Staffelseite Regionalliga West
Quellen: SV Rödinghausen bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · SV Rödinghausen, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Häcker-Wiehenstadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Häcker Wiehenstadion, svroedinghausen.de (abgerufen 2026-09-11)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.