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SV Bergisch Gladbach 09Amateurmeister 1953, Aufsteiger 2026

4. Liga · Regionalliga West Von Hannes Nagel · geprüft am 13. 10. 2026

SV Bergisch Gladbach 09: ein Name, drei Vereinsformen

Der SV Bergisch Gladbach 09 führt seine Wurzeln auf den 1909 gegründeten FC 09 Bergisch Gladbach zurück, dem sich der FC Montania angeschlossen hatte. 1919 fusionierte dieser mit dem TSV Zanders, dem Werksklub der Papierfabrik Zanders, zum SV Bergisch Gladbach 09; 1936 kam der VfL Gronau hinzu.

Die heutige Rechtsform entstand am 16. Juli 1973: Finanzielle Not führte zur Fusion mit der Spiel- und Sport-Gemeinschaft Bergisch Gladbach zur SSG 09 Bergisch Gladbach. Ab 2007 trat der Klub zu Werbezwecken als Bergisch Gladbach 09 auf, im April 2008 beschlossen die Mitglieder die Rückkehr zum Namen SV Bergisch Gladbach 09. Das Ligaarchiv ordnet den Verein deshalb als Fusionsverein mit durchgehender Linie seit 1909 ein. Am 11. Mai 2026 wurde außerdem der 1. FFC Bergisch Gladbach mit der Eintragung ins Vereinsregister eingegliedert, nachdem ein erster Anlauf 2019 gescheitert war.

Geschichte des SV Bergisch Gladbach 09

Erst- und zweitklassig (1928–1952)

Der SV Bergisch Gladbach 09 spielte 1928/29, 1930/31 und 1931/32 in der damals erstklassigen Rheinbezirksliga. Nach dem Krieg stieg die Mannschaft 1947 in die Bezirksklasse auf und zog mit 30:2 Punkten direkt in die Rheinbezirksliga durch. 1949 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der zweitklassigen II. Division West und wurde 1950/51 Dritter der Gruppe II; Anton Höffken war mit 23 Toren Torschützenkönig der Liga.

1951/52 fehlte ein Punkt: Weil die Liga eingleisig wurde, war Platz 8 zum Klassenerhalt nötig, Bergisch Gladbach wurde Elfter und stieg ab.

Deutscher Amateurmeister 1953

Der SV Bergisch Gladbach 09 erzielte in der folgenden Landesliga-Saison 162 Tore und schlug den Vizemeister SC Fortuna Köln mit 10:1. Nach dem Mittelrheintitel gegen die SpVg Frechen 20 gewann die Mannschaft im Wuppertaler Stadion am Zoo das Finale um die deutsche Amateurmeisterschaft mit 3:2 gegen den Homberger SV.

Auf den möglichen Aufstieg in die II. Division verzichtete der Verein. Als Amateurmeister spielte er im DFB-Pokal 1953/54 gegen den VfB Stuttgart: 1:1 nach Verlängerung, im Wiederholungsspiel in Stuttgart 0:6. Mittelrheinmeister wurde Bergisch Gladbach erneut 1955 und 1958; auch 1958 verzichtete der Verein auf den Aufstieg.

Fahrstuhl zwischen Landesliga und Oberliga (1965–2008)

Der SV Bergisch Gladbach 09 stieg 1965 aus der Verbandsliga Mittelrhein ab, kam direkt zurück und hielt die Klasse 1969 erst mit einem 3:2 nach Verlängerung im Entscheidungsspiel gegen die Amateure von Bayer 04 Leverkusen. Ab 1973 pendelte die SSG 09 zwischen Landesliga, Verbandsliga und Oberliga Nordrhein. In die Oberliga stieg sie 1978, 1987, 1996, 2003 und 2006 auf und jedes Mal nach ein bis zwei Spielzeiten wieder ab. 2003 entschied ein 3:1 im Entscheidungsspiel gegen Viktoria Goch über den Aufstieg.

Drei Regionalliga-Aufstiege (seit 2008)

Der SV Bergisch Gladbach 09 wurde 2009 Mittelrheinmeister und stieg in die NRW-Liga auf. 2012 reichte dort Platz 9 für den Sprung in die Regionalliga West, weil die zweiten Mannschaften von Arminia Bielefeld und Alemannia Aachen nicht aufstiegsberechtigt waren. In der Relegation gegen die SG Wattenscheid 09 genügten ein 2:0 und ein 2:3. Die Saison 2012/13 endete auf Platz 18 und mit dem Abstieg.

Der zweite Aufstieg folgte 2019. In der abgebrochenen Saison 2019/20 stand die Mannschaft beim Abbruch auf Platz 18, die Abschlusstabelle nach Quotientenberechnung führt sie als 17.; weil der Westdeutsche Fußballverband auf sportliche Absteiger verzichtete, blieb sie in der Liga. 2020/21 folgte als 21. der Abstieg. Als Mittelrheinmeister 2026 kehrte der Verein zum dritten Mal in die Regionalliga West zurück.

Ligahistorie

Erfasst sind die Spielzeiten des SV Bergisch Gladbach 09 ab 2009/10 in NRW-Liga, Regionalliga West und Mittelrheinliga mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Für 2019/20 steht der Platz nach Quotientenberechnung. Die Oberliga-Jahre vor 2008 und die II. Division West werden nachgetragen.

2009/102025/26
2025/265. LigaMittelrheinliga, Platz 1 · Meister, Aufstieg
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2025/26Mittelrheinliga5. Liga1Meister, Aufstieg
2024/25Mittelrheinliga5. Liga7
2023/24Mittelrheinliga5. Liga5
2022/23Mittelrheinliga5. Liga6
2021/22Mittelrheinliga5. Liga3
2020/21Regionalliga West4. Liga21Abstieg
2019/20Regionalliga West4. Liga17
2018/19Mittelrheinliga5. Liga1Meister, Aufstieg
2017/18Mittelrheinliga5. Liga10
2016/17Mittelrheinliga5. Liga5
2015/16Mittelrheinliga5. Liga3
2014/15Mittelrheinliga5. Liga10
2013/14Mittelrheinliga5. Liga5
2012/13Regionalliga West4. Liga18Abstieg
2011/12NRW-Liga5. Liga9Aufstieg
2010/11NRW-Liga5. Liga12
2009/10NRW-Liga5. Liga9

Stadion: BELKAW-Arena

Der SV Bergisch Gladbach 09 spielt in der BELKAW-Arena, bis September 2005 Stadion An der Paffrather Straße. Das Stadion wurde am 27. September 1986 eingeweiht und fasst 10.500 Zuschauer, davon 1.800 auf überdachten Sitzplätzen der Haupttribüne.

Am selben Ort standen zuvor das Waldstadion von 1932/33 mit 300 Plätzen und das Kreisstadtstadion der 1950er Jahre mit 12.000 Plätzen. Ausverkauft war dieses nur einmal: beim Endspiel um die deutsche Frauenmeisterschaft 1979, das die SSG 09 mit 1:0 gegen den FC Bayern München gewann.

Frauenfußball als zweite Tradition

Der SV Bergisch Gladbach 09 ist mit seiner früheren Frauenabteilung Rekordmeister: Die Spielerinnen der SSG 09 gewannen neun deutsche Meisterschaften unter dem DFB und dreimal den Vereinspokal. 1996 wechselte die gesamte Abteilung zum TuS Köln rrh. 1874. Mit der Eingliederung des 1. FFC tritt der Verein ab 2026/27 wieder mit einer eigenen Frauenmannschaft an, zunächst in der Landesliga Mittelrhein.

Häufige Fragen zum SV Bergisch Gladbach 09

Wann wurde der SV Bergisch Gladbach 09 gegründet?

Die Wurzeln reichen bis 1909 zum FC 09 Bergisch Gladbach zurück. Die heutige Vereinsform entstand am 16. Juli 1973 durch Fusion; seit April 2008 heißt der Verein wieder SV Bergisch Gladbach 09.

In welcher Liga spielt der SV Bergisch Gladbach 09 in der Saison 2026/27?

In der Regionalliga West (4. Liga). Der Verein stieg als Meister der Mittelrheinliga 2025/26 auf.

Wie heißt das Stadion und wie viele Zuschauer fasst es?

Die BELKAW-Arena fasst 10.500 Zuschauer, davon 1.800 auf überdachten Sitzplätzen.

Was ist der größte Erfolg des Vereins?

Die deutsche Amateurmeisterschaft 1953 mit einem 3:2 im Finale gegen den Homberger SV.

Wie viele Erstliga-Spielzeiten hat der Verein?

Drei in der damals erstklassigen Rheinbezirksliga: 1928/29, 1930/31 und 1931/32. In der Bundesliga spielte der Verein nie.

Welche Gegner prägten den SV Bergisch Gladbach 09?

Eine feste Rivalität belegen die ausgewerteten Quellen nicht. Entscheidende Spiele bestritt der Verein gegen die Amateure von Bayer 04 Leverkusen 1969 und die SG Wattenscheid 09 in der Relegation 2012.

Welche Vereinsfarben hat der SV Bergisch Gladbach 09?

Rot und Weiß.

Welche bekannten Spieler kamen aus Bergisch Gladbach?

Stefan Reinartz wurde deutscher Nationalspieler, Bastian Oczipka und Oliver Westerbeek wurden Bundesligaspieler. Lars Leese führte die Mannschaft als Trainer zweimal in eine höhere Liga.

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Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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