Rasenwälle statt Tribünen
Die Spielstätte wurde 1948 erbaut und bot einmal 18.000 Zuschauern Platz. Ihre Besonderheit sind drei der vier Tribünen: Sie sind nicht befestigt, sondern als Rasenwälle ausgelegt, mit nur vereinzelten Wellenbrechern. Auf diesen grünen Wällen finden gut 12.000 Zuschauer Platz.
Im Ligaarchiv ist das die einzige Anlage dieser Bauart. Vergleichbar ist allein das Preußenstadion in Münster, ein Erdwallstadion — dort allerdings mit befestigten Stufen.
Der 1. FC Bocholt ist seit 1904 auf diesem Gelände beheimatet; 1920 wurde die Platzanlage zu einem der größten Sportgelände am Niederrhein ausgebaut.
Die Tribüne, die abgerissen werden musste
Anlässlich des Zweitligaaufstiegs entstand 1980 eine Haupttribüne mit 2.230 überdachten Sitz- und 3.120 überdachten Stehplätzen.
Im Juli 2012 begann wegen statischer Mängel ihr Abriss; ein Jahr später folgte der Neubau. Im Sommer 2020 kam eine weitere Tribüne dazu.
Im Ligaarchiv reiht sich das in die Fälle ein, in denen Tribünen verschwanden: In Nürnberg stürzte die Tribüne von 1928 während der Bauarbeiten ein, in Rathenow zerstörten Randale die historische Holztribüne, im Ronhof brannte sie nach einem Brandbombentreffer ab. Hier war es die Statik.
Von 18.000 auf 3.276
- 18.000 ursprünglich
- rund 23.000 beim Zuschauerrekord am 3. März 1984, dem Pokalviertelfinale gegen Bayern München
- 2.776 vor dem Ausbau des Gästeblocks
- 3.276 seit Ende März 2023, davon 370 Sitzplätze
Der Rückgang von 18.000 auf 3.276 ist der stärkste im Bestand — noch vor Saarbrücken, wo aus über 50.000 rund 16.000 wurden. Die Ursachen hier: Sicherheitsauflagen, Umbauten und der Abriss der alten Tribüne.
Fanlager ohne Trennung
Eine Eigenheit hielt sich jahrzehntelang: Einen ausgewiesenen Gästebereich gab es nicht. Heimfans standen traditionell auf den Betonstufen der Hauptgerade, Gästefans suchten sich ihren Platz im übrigen Stadion — was bei Spielen mit hohem gegnerischen Fananteil mehrfach zu brenzligen Situationen führte.
Mit dem Aufstieg in die Regionalliga West 2022/23 wurde die bauliche Trennung zwingend. Der Gästeblock ist heute vollständig abgezäunt und hat einen eigenen Eingang; Ende März 2023 entstand dort eine Stehstufenanlage für bis zu 1.100 Gästefans.
Häufige Fragen zum Stadion am Hünting
Wie viele Zuschauer fasst das Stadion am Hünting?
3.276 Plätze, davon 370 Sitzplätze. Ursprünglich waren es bis zu 18.000.
Was ist an den Tribünen besonders?
Drei der vier Tribünen sind nicht befestigt, sondern als Rasenwälle ausgelegt.
Wie hoch ist der Zuschauerrekord?
Rund 23.000 beim Pokalviertelfinale gegen Bayern München am 3. März 1984.
Warum wurde die Haupttribüne abgerissen?
Wegen statischer Mängel. Der Abriss begann im Juli 2012, der Neubau folgte ein Jahr später.
Warum gab es lange keinen Gästeblock?
Ein ausgewiesener Bereich existierte jahrzehntelang nicht. Erst der Regionalligaaufstieg 2022/23 machte die bauliche Trennung zwingend.
Seit wann wird hier gespielt?
Der Verein ist seit 1904 auf dem Gelände beheimatet; das Stadion wurde 1948 erbaut.
Quellen: Stadion am Hünting bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · Stadion am Hünting, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Stadion, 1fcbocholt.de (abgerufen 2026-09-11) · Stadiongelände, 1fcbocholt.de (abgerufen 2026-09-11)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.