Ligen / Regionalliga Südwest / Hessen
KSV Hessen Kassel: Zwei Konkurse, drei Vereine, eine Traditionslinie
Der heutige KSV Hessen Kassel wurde am 3. Februar 1998 gegründet, nachdem zwei Vorgängervereine binnen fünf Jahren in Konkurs gegangen waren. Die Löwen spielen im Auestadion, dem größten Stadion Nordhessens.
Geschichte in Epochen
Wurzeln in Kassel
Die Traditionslinie beginnt 1893 mit dem FC Union 93 Kassel, der sich zwei Jahre später mit dem FC Hassia 93 zum Casseler FV 95 zusammenschloss. 1919 entstand durch Fusion mit dem VfK Kassel der SV Kurhessen Kassel. Unter diesem Namen gehörte der Verein ab 1933 zur Gauliga Hessen.
Acht Jahre Zweitklassigkeit und dreimal knapp vorbei
Zwischen 1980 und 1990 spielte der alte KSV Hessen acht Spielzeiten in der 2. Bundesliga und verpasste den Aufstieg mehrfach denkbar knapp. Besonders schmerzhaft war 1985: Vor dem letzten Spieltag stand Kassel an der Tabellenspitze, musste aber auswärts beim Tabellenvierten 1. FC Nürnberg antreten. Mit der 0:2-Niederlage rutschte der KSV auf Platz vier und verpasste zum dritten Mal in Folge den Aufstieg. 1986 folgte Platz fünf, wieder nach einer Niederlage am letzten Spieltag, diesmal bei der SpVgg Bayreuth.
Zwei Konkurse in fünf Jahren
Im Juli 1993 ging der KSV Hessen Kassel bankrott. Der Nachfolgeverein FC Hessen Kassel durfte in der Oberliga Hessen weiterspielen und qualifizierte sich für die neue Regionalliga Süd, musste aber 1997 ebenfalls Konkurs anmelden. Am 24. November 1997 wurde er aus dem Vereinsregister gelöscht. Drei Monate später, am 3. Februar 1998, entstand der heutige KSV Hessen Kassel.
Die Nachfolgefrage und wie das Ligaarchiv damit umgeht
Kassel ist der komplizierteste Fall dieser Staffel. Zwischen dem Verein von 1893 und dem von 1998 liegen zwei Konkurse und zwei Neugründungen. Der heutige Klub versteht sich als Nachfolger und wird in der Literatur als inoffizieller Nachfolgeverein des FC Hessen Kassel geführt, der seinerseits inoffizieller Nachfolger des alten KSV war.
Für den Traditionsindex gilt der Fall deshalb als Neugründung: Das Vereinsalter wird geerbt, weil es eine Fußballkultur in Kassel beschreibt, die weiterlebt. Die Zweitligajahre und Erfolge der Vorgänger werden dem heutigen Rechtsträger nicht angerechnet. Dieselbe Regel wenden wir beim 1. FC Lokomotive Leipzig und bei der BSG Chemie Leipzig an — der Vergleich über Ligagrenzen hinweg ist der Sinn eines einheitlichen Index.
Ligahistorie
Erfasst sind die Spielzeiten der Regionalliga Südwest und der Regionalliga Süd. Die Zweitligajahre der Vorgängervereine und die Oberligazeit werden nachgetragen.
Im Ligaarchiv sind für KSV Hessen Kassel seit 1947 7 Saisons auf Ebene 2, 13 Saisons auf Ebene 4 erfasst. Aktuell wird die Saison 2026/27 in der Regionalliga Südwest geführt. Erfasst sind Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, die Regionalligastaffeln und die Ligen des DDR-Fußballs; Landes- und Verbandsligen werden nachgetragen.
| Saison | Liga | Ebene | Platz | Ereignis |
|---|---|---|---|---|
| 2026/27 | Regionalliga Südwest | 4 | — | laufend |
| 2025/26 | Regionalliga Südwest | 4 | 6 | |
| 2024/25 | Regionalliga Südwest | 4 | 9 | |
| 2023/24 | Regionalliga Südwest | 4 | 10 | |
| 2022/23 | Regionalliga Südwest | 4 | 13 | |
| 2021/22 | Regionalliga Südwest | 4 | 7 | |
| 2020/21 | Regionalliga Südwest | 4 | 12 | |
| 2017/18 | Regionalliga Südwest | 4 | 16 | |
| 2016/17 | Regionalliga Südwest | 4 | 10 | |
| 2015/16 | Regionalliga Südwest | 4 | 8 | |
| 2014/15 | Regionalliga Südwest | 4 | 10 | |
| 2013/14 | Regionalliga Südwest | 4 | 13 | |
| 2012/13 | Regionalliga Südwest | 4 | 1 | |
| 1989/90 | 2. Bundesliga | 2 | 17 | |
| 1986/87 | 2. Bundesliga | 2 | 19 | |
| 1985/86 | 2. Bundesliga | 2 | 5 | |
| 1984/85 | 2. Bundesliga | 2 | 4 | |
| 1983/84 | 2. Bundesliga | 2 | 4 | |
| 1982/83 | 2. Bundesliga | 2 | 4 | |
| 1981/82 | 2. Bundesliga | 2 | 8 |
Auestadion
Das Auestadion wurde am 23. August 1953 im Beisein des hessischen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn eröffnet; das Eröffnungsspiel zwischen dem KSV Hessen Kassel und Viktoria Aschaffenburg sahen rund 20.000 Zuschauer, Aschaffenburg gewann 2:1. Die Anlage liegt am Südwestrand der Karlsaue in der Fuldaniederung.
Zwischen 2003 und 2010 wurde das Stadion erneuert. Bei Fußballspielen bietet es heute 18.737 Plätze und ist damit das größte Stadion Nordhessens. In der Saison 2006/07 hatte der KSV mit knapp 5.000 Zuschauern je Spiel den höchsten Schnitt der Regionalliga Süd.
Derbys und Rivalitäten
Die hessische Rivalität richtet sich gegen Kickers Offenbach und den FSV Frankfurt. Das Finale des Hessenpokals verlor Kassel 2010 mit 1:2 gegen Offenbach.
Häufige Fragen zum KSV Hessen Kassel
Wann wurde der KSV Hessen Kassel gegründet?
Der heutige Verein am 3. Februar 1998. Die Traditionslinie reicht über den FC Hessen Kassel und den alten KSV bis zum FC Union 93 Kassel zurück.
War Hessen Kassel in der Bundesliga?
Nein. Der alte KSV spielte zwischen 1980 und 1990 acht Jahre in der 2. Bundesliga und verpasste den Aufstieg dreimal in Folge knapp.
Was geschah 1985?
Vor dem letzten Spieltag war Kassel Tabellenführer, verlor aber beim 1. FC Nürnberg mit 0:2 und fiel auf Platz vier zurück.
Wie viele Zuschauer fasst das Auestadion?
18.737 Plätze bei Fußballspielen. Es ist das größte Stadion Nordhessens.
Warum wurde der Verein zweimal neu gegründet?
Der alte KSV ging 1993 bankrott, sein Nachfolger FC Hessen Kassel 1997. Der heutige Verein entstand 1998.
Warum heißen die Kasseler die Löwen?
Es ist der geläufige Beiname der Mannschaft, abgeleitet vom hessischen Wappentier.
Welche Vereinsfarben hat Hessen Kassel?
Rot und Weiß.
Weitere Vereine der Regionalliga Südwest
Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.
- Kickers Offenbach
- Stuttgarter Kickers
- 1. FC Kaiserslautern II
- FSV Frankfurt
- FC 08 Homburg
- SV Sandhausen
- Eintracht Trier
- VfR Aalen
- SG Sonnenhof Großaspach
- TuS Koblenz
- SC Pfullendorf
- Wormatia Worms
- Eintracht Frankfurt II
- SC 07 Idar-Oberstein
- FC Bayern Alzenau
- TSV Steinbach Haiger
- 1. FC Eschborn
- Bahlinger SC
- Teutonia Watzenborn-Steinberg
- SG Barockstadt Fulda-Lehnerz
- TSG 1899 Hoffenheim II
Zur Staffelseite Regionalliga Südwest
Quellen: KSV Hessen Kassel bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · KSV Hessen Kassel, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Auestadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.