Ligen / Regionalliga Südwest / Rheinland-Pfalz
Wormatia Worms: Der erste deutsche Verein mit Trikotwerbung
Wormatia Worms wurde am 23. Mai 1908 in der Gaststätte Hopfenblüte gegründet, spielte bis 1963 überwiegend erstklassig und gehörte 1974 zu den Gründungsmitgliedern der 2. Bundesliga. 1967 lief der Verein als erster in Deutschland mit Trikotwerbung auf.
Geschichte in Epochen
Von der Aul zur Alzeyer Straße
Der Verein wurde am 23. Mai 1908 in der Gaststätte Hopfenblüte als Sportclub Wormatia 08 gegründet; in den Süddeutschen Fußball-Verband aufgenommen wurde er erst im Frühjahr 1909. Die erste Spielstätte war die Aul, ein Acker hinter den Hallen der Lederfabrik von Cornelius Heyl. 1921 folgte die Umbenennung in VfL Wormatia Worms, 1922 die Fusion mit dem VfR Worms und der Umzug auf dessen Platz am Schweißwerk unweit des Rheins.
Mit dem sportlichen Erfolg wurde es dort eng. Der Verein erwarb an der Alzeyer Straße eine 1924 errichtete und in Konkurs gegangene Radrennbahn und baute dort 1927/28 mit viel Eigenleistung das Wormatia-Stadion. Das Gelände hatte im Ersten Weltkrieg ein Kriegsgefangenenlager beherbergt und anschließend ein Durchgangslager der französischen Armee; Baracken und Stacheldraht wurden erst Anfang der zwanziger Jahre abgeräumt.
Erstklassigkeit bis 1963
Bis zur Gründung der Bundesliga 1963 spielte Wormatia Worms überwiegend in der jeweils höchsten regionalen Spielklasse. 1974 gehörte der Verein zu den Gründungsmitgliedern der 2. Bundesliga.
Der erste mit Werbung auf dem Trikot
1967 lief Wormatia Worms als erster deutscher Fußballverein mit Trikotwerbung auf. Das ist mehr als eine Fußnote: Was heute selbstverständlich ist und in den achtziger Jahren beim FC 08 Homburg noch ein Gerichtsverfahren auslöste, begann in Worms.
Ligahistorie
Erfasst sind die Spielzeiten der Regionalliga Südwest und der 2. Bundesliga. Die Oberligajahre vor 1963 und die Zeit in den Landesverbandsligen werden nachgetragen.
Im Ligaarchiv sind für Wormatia Worms seit 1947 1 Saison auf Ebene 2, 8 Saisons auf Ebene 4 erfasst. Die jüngste erfasste Spielzeit ist 2022/23 in der Regionalliga Südwest; spätere Jahrgänge werden nachgetragen. Erfasst sind Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, die Regionalligastaffeln und die Ligen des DDR-Fußballs; Landes- und Verbandsligen werden nachgetragen.
| Saison | Liga | Ebene | Platz |
|---|---|---|---|
| 2022/23 | Regionalliga Südwest | 4 | 16 |
| 2018/19 | Regionalliga Südwest | 4 | 16 |
| 2017/18 | Regionalliga Südwest | 4 | 13 |
| 2016/17 | Regionalliga Südwest | 4 | 6 |
| 2015/16 | Regionalliga Südwest | 4 | 9 |
| 2014/15 | Regionalliga Südwest | 4 | 5 |
| 2013/14 | Regionalliga Südwest | 4 | 16 |
| 2012/13 | Regionalliga Südwest | 4 | 12 |
| 1981/82 | 2. Bundesliga | 2 | 18 |
Das Stadion an der Alzeyer Straße
Das 1927/28 erbaute Stadion bot Platz für 18.000 Zuschauer, davon 800 Sitzplätze auf einer überdachten Tribüne; in anderen Angaben ist von ursprünglich 25.000 die Rede. Einen offiziellen Namen erhielt es zunächst nicht — weil der vorherige Spielort schlicht Wormatia-Platz hieß, wurde daraus das Wormatia-Stadion.
1933 taufte der Vorstand die Anlage offiziell auf den Namen Adolf Hitlers, ab etwa 1937 war auch die Bezeichnung Adolf-Hitler-Kampfbahn geläufig. Durchsetzen konnte sich keine der beiden gegenüber dem eingebürgerten Namen; nach Kriegsende kehrte man offiziell zu ihm zurück. Das Ligaarchiv führt diese Umbenennung, weil das Verschweigen von Stadionnamen der NS-Zeit eine Lücke in der Baugeschichte hinterlässt.
Die heute gesperrten Kurven bestehen noch aus den 1939 handgegossenen Stehstufen. 1974 kam zur Qualifikation für die 2. Bundesliga ein Zuschauerzaun hinzu. Nach der Brandkatastrophe von Bradford 1985 wurden große Teile der Tribüne wegen des Holzaufbaus gesperrt; ab 1987 ersetzte ein Neubau für 2,7 Millionen D-Mark die Haupttribüne. Zur Saison 2008/09 wurde für 2,1 Millionen Euro umfassend saniert. Seit August 2011 trägt die Anlage einen Sponsorennamen.
Zur Kapazität: ursprünglich 18.000 bis 25.000 Plätze, heute zugelassen sind 5.624 beziehungsweise 5.724 je nach Quelle. Davon 918 überdachte Sitzplätze auf der Haupttribüne, rund 1.500 unüberdachte auf Vor- und Nebentribünen, 2.700 Stehplätze auf der Gegengerade und 500 im Gästeblock.
Derbys und Rivalitäten
Eintracht Trier ist der älteste regelmäßige Gegner: In 41 Duellen steht es 17 Siege für Worms, 15 für Trier und 9 Unentschieden. Dazu kommen die Spiele gegen den 1. FC Kaiserslautern und den FK Pirmasens aus der Oberligazeit.
Häufige Fragen zu Wormatia Worms
Wann wurde Wormatia Worms gegründet?
Am 23. Mai 1908 in der Gaststätte Hopfenblüte als Sportclub Wormatia 08.
Welcher deutsche Verein hatte zuerst Trikotwerbung?
Wormatia Worms, im Jahr 1967.
War Wormatia Worms erstklassig?
Bis zur Gründung der Bundesliga 1963 spielte der Verein überwiegend in der höchsten regionalen Spielklasse. 1974 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der 2. Bundesliga.
Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?
Heute sind 5.624 bis 5.724 Plätze zugelassen, je nach Quelle. Ursprünglich waren es 18.000 bis 25.000.
Wie hieß das Stadion früher?
Wormatia-Stadion, in der NS-Zeit offiziell nach Adolf Hitler benannt, ab 1945 wieder Wormatia-Stadion. Seit 2011 trägt es einen Sponsorennamen.
Was steht heute noch aus der Vorkriegszeit?
Die gesperrten Kurven bestehen aus den 1939 handgegossenen Stehstufen.
Worauf wurde das Stadion gebaut?
Auf einer 1924 errichteten und in Konkurs gegangenen Radrennbahn an der Alzeyer Straße.
Weitere Vereine der Regionalliga Südwest
Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.
- Kickers Offenbach
- Stuttgarter Kickers
- 1. FC Kaiserslautern II
- FSV Frankfurt
- FC 08 Homburg
- SV Sandhausen
- Eintracht Trier
- VfR Aalen
- KSV Hessen Kassel
- SG Sonnenhof Großaspach
- TuS Koblenz
- SC Pfullendorf
- Eintracht Frankfurt II
- SC 07 Idar-Oberstein
- FC Bayern Alzenau
- TSV Steinbach Haiger
- 1. FC Eschborn
- Bahlinger SC
- Teutonia Watzenborn-Steinberg
- SG Barockstadt Fulda-Lehnerz
- TSG 1899 Hoffenheim II
Zur Staffelseite Regionalliga Südwest
Quellen: Wormatia Worms bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · Wormatia Worms, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · EWR-Arena, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Stadiongeschichte, wormatia.de (abgerufen 2026-09-04)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.