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KSV Hessen KasselZwei Konkurse, drei Vereine, eine Traditionslinie

4. Liga · Regionalliga Südwest Von Hannes Nagel · geprüft am 2. 10. 2026

Geschichte in Epochen

Wurzeln in Kassel

Die Traditionslinie beginnt 1893 mit dem FC Union 93 Kassel, der sich zwei Jahre später mit dem FC Hassia 93 zum Casseler FV 95 zusammenschloss. 1919 entstand durch Fusion mit dem VfK Kassel der SV Kurhessen Kassel. Unter diesem Namen gehörte der Verein ab 1933 zur Gauliga Hessen.

Acht Jahre Zweitklassigkeit und dreimal knapp vorbei

Zwischen 1980 und 1990 spielte der alte KSV Hessen acht Spielzeiten in der 2. Bundesliga und verpasste den Aufstieg mehrfach denkbar knapp. Besonders schmerzhaft war 1985: Vor dem letzten Spieltag stand Kassel an der Tabellenspitze, musste aber auswärts beim Tabellenvierten 1. FC Nürnberg antreten. Mit der 0:2-Niederlage rutschte der KSV auf Platz vier und verpasste zum dritten Mal in Folge den Aufstieg. 1986 folgte Platz fünf, wieder nach einer Niederlage am letzten Spieltag, diesmal bei der SpVgg Bayreuth.

Zwei Konkurse in fünf Jahren

Im Juli 1993 ging der KSV Hessen Kassel bankrott. Der Nachfolgeverein FC Hessen Kassel durfte in der Oberliga Hessen weiterspielen und qualifizierte sich für die neue Regionalliga Süd, musste aber 1997 ebenfalls Konkurs anmelden. Am 24. November 1997 wurde er aus dem Vereinsregister gelöscht. Drei Monate später, am 3. Februar 1998, entstand der heutige KSV Hessen Kassel.

Die Nachfolgefrage und wie das Ligaarchiv damit umgeht

Kassel ist der komplizierteste Fall dieser Staffel. Zwischen dem Verein von 1893 und dem von 1998 liegen zwei Konkurse und zwei Neugründungen. Der heutige Klub versteht sich als Nachfolger und wird in der Literatur als inoffizieller Nachfolgeverein des FC Hessen Kassel geführt, der seinerseits inoffizieller Nachfolger des alten KSV war.

Für den Traditionsindex gilt der Fall deshalb als Neugründung: Das Vereinsalter wird geerbt, weil es eine Fußballkultur in Kassel beschreibt, die weiterlebt. Die Zweitligajahre und Erfolge der Vorgänger werden dem heutigen Rechtsträger nicht angerechnet. Dieselbe Regel wenden wir beim 1. FC Lokomotive Leipzig und bei der BSG Chemie Leipzig an — der Vergleich über Ligagrenzen hinweg ist der Sinn eines einheitlichen Index.

Ligahistorie

Erfasst sind die Spielzeiten der Regionalliga Südwest und der Regionalliga Süd. Die Zweitligajahre der Vorgängervereine und die Oberligazeit werden nachgetragen.

1963/642026/27
2026/274. LigaRegionalliga Südwest
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/27Regionalliga Südwest4. Liga—laufend
2025/26Regionalliga Südwest4. Liga6
2024/25Regionalliga Südwest4. Liga9
2023/24Regionalliga Südwest4. Liga10
2022/23Regionalliga Südwest4. Liga13
2021/22Regionalliga Südwest4. Liga7
2020/21Regionalliga Südwest4. Liga12
2019/20Hessenliga5. Liga2
2018/19Hessenliga5. Liga3
2017/18Regionalliga Südwest4. Liga16
2016/17Regionalliga Südwest4. Liga10
2015/16Regionalliga Südwest4. Liga8
2014/15Regionalliga Südwest4. Liga10
2013/14Regionalliga Südwest4. Liga13
2012/13Regionalliga Südwest4. Liga1
2011/12Regionalliga Süd4. Liga11
2010/11Regionalliga Süd4. Liga3
2009/10Regionalliga Süd4. Liga4
2008/09Regionalliga Süd4. Liga2
2007/08Regionalliga Süd3. Liga14
2006/07Regionalliga Süd3. Liga10
1997/98Regionalliga Süd3. Liga18
1996/97Regionalliga Süd3. Liga12
1995/96Regionalliga Süd3. Liga10
1994/95Regionalliga Süd3. Liga13
1989/902. Bundesliga2. Liga17
1986/872. Bundesliga2. Liga19
1985/862. Bundesliga2. Liga5
1984/852. Bundesliga2. Liga4
1983/842. Bundesliga2. Liga4
1982/832. Bundesliga2. Liga4
1981/822. Bundesliga2. Liga8
1980/812. Bundesliga2. Liga4
1973/74Regionalliga Süd2. Liga16
1972/73Regionalliga Süd2. Liga10
1971/72Regionalliga Süd2. Liga4
1970/71Regionalliga Süd2. Liga3
1969/70Regionalliga Süd2. Liga7
1968/69Regionalliga Süd2. Liga10
1967/68Regionalliga Süd2. Liga8
1966/67Regionalliga Süd2. Liga8
1965/66Regionalliga Süd2. Liga6
1964/65Regionalliga Süd2. Liga5
1963/64Regionalliga Süd2. Liga1

Für 1 von 44 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Auestadion

Das Auestadion wurde am 23. August 1953 im Beisein des hessischen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn eröffnet; das Eröffnungsspiel zwischen dem KSV Hessen Kassel und Viktoria Aschaffenburg sahen rund 20.000 Zuschauer, Aschaffenburg gewann 2:1. Die Anlage liegt am Südwestrand der Karlsaue in der Fuldaniederung.

Zwischen 2003 und 2010 wurde das Stadion erneuert. Bei Fußballspielen bietet es heute 18.737 Plätze und ist damit das größte Stadion Nordhessens. In der Saison 2006/07 hatte der KSV mit knapp 5.000 Zuschauern je Spiel den höchsten Schnitt der Regionalliga Süd.

Derbys und Rivalitäten

Die hessische Rivalität richtet sich gegen Kickers Offenbach und den FSV Frankfurt. Das Finale des Hessenpokals verlor Kassel 2010 mit 1:2 gegen Offenbach.

Häufige Fragen zum KSV Hessen Kassel

Wann wurde der KSV Hessen Kassel gegründet?

Der heutige Verein am 3. Februar 1998. Die Traditionslinie reicht über den FC Hessen Kassel und den alten KSV bis zum FC Union 93 Kassel zurück.

War Hessen Kassel in der Bundesliga?

Nein. Der alte KSV spielte zwischen 1980 und 1990 acht Jahre in der 2. Bundesliga und verpasste den Aufstieg dreimal in Folge knapp.

Was geschah 1985?

Vor dem letzten Spieltag war Kassel Tabellenführer, verlor aber beim 1. FC Nürnberg mit 0:2 und fiel auf Platz vier zurück.

Wie viele Zuschauer fasst das Auestadion?

18.737 Plätze bei Fußballspielen. Es ist das größte Stadion Nordhessens.

Warum wurde der Verein zweimal neu gegründet?

Der alte KSV ging 1993 bankrott, sein Nachfolger FC Hessen Kassel 1997. Der heutige Verein entstand 1998.

Warum heißen die Kasseler die Löwen?

Es ist der geläufige Beiname der Mannschaft, abgeleitet vom hessischen Wappentier.

Welche Vereinsfarben hat Hessen Kassel?

Rot und Weiß.

Weitere Vereine der Regionalliga Südwest

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite Regionalliga Südwest

Quellen: KSV Hessen Kassel bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · KSV Hessen Kassel, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Auestadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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