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Müngersdorfer Stadion: Von 76.000 auf 50.000 Plätze

Im Sportpark Müngersdorf spielt der 1. FC Köln seit den vierziger Jahren. Die Kapazität sank von 76.000 Plätzen in der ersten Bundesligasaison auf heute rund 50.000 — bei internationalen Spielen sind es 46.195.

Illustrierte Stadionschale mit vier Ecktürmen im Park, Müngersdorfer Stadion
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Gebaut auf geschleiften Festungsanlagen

Die Pläne entstanden 1919. Gebaut wurde ab Ende 1921 auf dem Gelände von Festungsanlagen, die nach dem Versailler Vertrag geschleift werden mussten — ein militärisch genutzter Ring wurde zur Sportfläche.

Fertig war die Anlage nach vierjähriger Bauzeit; eingeweiht wurde sie am 16. September 1923 durch Oberbürgermeister Konrad Adenauer. Beratend wirkte Carl Diem mit, Pionier der deutschen Sportbewegung und erster Leiter der Deutschen Sporthochschule.

Wichtig für das Verständnis der Zahlen: Unter Stadion verstand man damals nicht die Hauptkampfbahn allein, sondern den Gesamtkomplex — den heutigen Sportpark Müngersdorf mit über 55 Hektar, seinerzeit der größte Sportkomplex Europas. Die Gesamtkosten lagen bei 47,4 Millionen Mark, die Haupttribüne bot 3.000 Sitzplätze.

Die Mutter der deutschen Stadien

Lange galt die alte Hauptkampfbahn als eine der schönsten und funktionell besten Sportanlagen Europas. 1926 fanden hier die zweiten Deutschen Kampfspiele statt, 1927 die Rad-Weltmeisterschaft, 1928 das 14. Deutsche Turnfest — allein dazu kamen 300.000 Teilnehmende nach Köln. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Deutsche Sporthochschule von Berlin hierher.

Der Umbau, der viermal so teuer wurde

1967 bewarb sich Köln als Austragungsort der Weltmeisterschaft 1974 und setzte sich damit selbst unter Zugzwang, eine international taugliche Spielstätte zu bauen. 1972 begann der Umbau — geplant war ein Stadion für bis zu 80.000 Zuschauer.

Während der Bauarbeiten stellte sich heraus, dass die Kosten fast viermal so hoch lagen wie veranschlagt. Die Stadt musste die Pläne kürzen, die WM-Bewerbung wurde aus Zeitgründen zurückgezogen; Dortmund trat an Kölns Stelle. 1975 wurde das neue Müngersdorfer Stadion eröffnet — rund 20.000 Plätze kleiner als ursprünglich vorgesehen, mit über 60.000 Zuschauern damit nur das achtgrößte Stadion Deutschlands, wegen der vollständigen Tribünenüberdachung aber das modernste.

Im Ligaarchiv steht das neben Zwickau, wo eine Sanierung teurer geworden wäre als ein Neubau, und dem Fritz-Walter-Stadion, dessen Umbaukosten den Verein zum Verkauf zwangen. Drei Fälle, in denen die Kalkulation die Baugeschichte bestimmte.

Der dritte Bau, 2001 bis 2004

Den Wettbewerb für den nächsten Umbau gewann 2001 ein Hamburger Architekturbüro; fertig war er 2004, zwei Jahre vor der Weltmeisterschaft 2006 — anders als 1974 kam Köln diesmal rechtzeitig. Die Kosten lagen bei 117,4 Millionen Euro.

Mit dem Umbau endete offiziell die Geschichte des Müngersdorfer Stadions: Aus der ovalen wurde eine eckige Form, und 2003 erhielt die Anlage im Zuge eines Sponsorenvertrags einen neuen Namen.

Die Kapazitätsangaben

  • angeblich 300.000 Menschen im gesamten Sportpark bei der Einweihung 1923, davon 100.000 in der Hauptkampfbahn
  • 75.000 beim ersten Spiel nach dem Zweiten Weltkrieg, zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Kaiserslautern
  • 76.000 in der Stadionübersicht der ersten Bundesligasaison 1963/64
  • über 60.000 nach dem Neubau von 1975
  • 50.000 heute bei Ligaspielen, 45.965 bei internationalen Partien

Die frühen Zahlen sind mit Vorsicht zu lesen: Sie beziehen sich teils auf den Gesamtkomplex, teils auf die Hauptkampfbahn, und die 300.000 von 1923 gelten als Schätzung. Das Ligaarchiv nennt die Reihe mit Jahresangaben.

Häufige Fragen zum Müngersdorfer Stadion

Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?

50.000 bei Ligaspielen, 45.965 bei internationalen Partien.

Wann wurde das Stadion eröffnet?

Am 16. September 1923, eingeweiht durch Oberbürgermeister Konrad Adenauer.

Worauf wurde das Stadion gebaut?

Auf dem Gelände von Festungsanlagen, die nach dem Versailler Vertrag geschleift werden mussten.

Warum wurde Köln kein WM-Spielort 1974?

Die Umbaukosten lagen fast viermal so hoch wie veranschlagt, die Bewerbung musste aus Zeitgründen zurückgezogen werden. Dortmund trat an Kölns Stelle.

Wie oft wurde das Stadion umgebaut?

Zweimal grundlegend: 1972 bis 1975 und 2001 bis 2004.

Was kostete der letzte Umbau?

117,4 Millionen Euro.

Warum heißt es Mutter der deutschen Stadien?

Die Anlage von 1923 war mit über 55 Hektar der größte Sportkomplex Europas und galt lange als eine der schönsten und funktionell besten Sportanlagen des Kontinents.

Welcher Verein spielt hier?

Der 1. FC Köln, seit 1948.

Quellen: RheinEnergieStadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · 1. FC Köln, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05) · Fußball-Bundesliga 1963/64, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05) · Vereinsporträt 1. FC Köln, koeln-magazin.de (abgerufen 2026-09-05)

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