Regionen / Nordrhein-Westfalen
BayArena: Das kleinste Stadion der Bundesliga-Spitze
Die BayArena in Leverkusen fasst 30.210 Zuschauer und ist damit deutlich kleiner als die Spielstätten der übrigen deutschen Spitzenvereine. Bis 1998 hieß sie Ulrich-Haberland-Stadion.

Von wandernden Plätzen zum festen Stadion
Als sich die Fußballriege 1907 im Werksverein gründete, gab es keine feste Spielstätte — die Mannschaft wechselte die Plätze, bis sie 1914 auf dem Dhünnplatz spielen durfte. Später folgte das Stadion am Stadtpark im Nachbarstadtteil Wiesdorf.
Der Bau an der Bismarckstraße im Stadtteil Küppersteg begann 1956; am 2. August 1958 wurde das Ulrich-Haberland-Stadion mit einer Partie gegen Fortuna Düsseldorf eingeweiht. Namensgeber war der erste Bayer-Generaldirektor nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Anlage bestand aus einer überdachten Westtribüne für rund 4.000 Zuschauer und Stehstufen im Osthang, der bis auf Straßenniveau anstieg. Erst der spätere Ausbau der Kurven brachte das Fassungsvermögen auf rund 20.000 bis 22.500.
Drei Flutlichtmasten als Erkennungszeichen
1963, zur Hundertjahrfeier der Bayer AG, erhielt das Stadion eine Flutlichtanlage. Sie konnte nur kurz genutzt werden: Zum Jahreswechsel 1966 knickte ein Sturm einen der vier Masten um. Die drei verbliebenen wurden für Jahre zum Erkennungsmerkmal der Leverkusener Spielstätte.
Das erste Stadionhotel Deutschlands
Zum Ende des Jahrtausends wurde die Anlage nach britischem Vorbild zaun- und stehplatzfrei umgebaut. 1998 kam die erste Rasenheizung, und aus dem Ulrich-Haberland-Stadion wurde die BayArena.
Im selben Zug entstand hinter der Nordtribüne das erste Stadionhotel Deutschlands — ein Vier-Sterne-Haus mit 200 Betten, dessen Zimmer und Restaurant teils auf das Spielfeld blicken. Dazu kam als erstes Stadion Europas ein Schnellrestaurant im Bauwerk, das inzwischen nicht mehr besteht.
Von 1999 bis zum Umbau 2009 verfügte die BayArena zudem über eine gasbetriebene Tribünenheizung mit Heizstrahlern — die erste in Deutschland.
Die Mutter der Ultra-Choreografien
Am 4. April 1995 fand im Halbfinale des UEFA-Pokals gegen den AC Parma etwas statt, das es im deutschen Fußball zuvor nicht gegeben hatte: Tausende Fans wurden mit Fahnen ausgestattet, es wurde mit Großschwenkfahnen und Pyrotechnik gearbeitet.
Die Aktion fand ein positives Echo in den Medien und gilt als Ausgangspunkt der Ultra-Bewegung in Deutschland. Im Ligaarchiv ist das der einzige verzeichnete Fall, in dem von einem Stadion eine Fankultur ausging.
Der Umbau von 2009
Wegen der geringen Kapazität folgte zwischen 2007 und 2009 der nächste Umbau: ein zweiter Rang und ein umlaufendes geschlossenes Dach, das alle Plätze überdeckt. Die Kosten werden mit 70 bis 73 Millionen Euro angegeben. Die alten Flutlichtmasten verschwanden.
Eine bauliche Eigenheit blieb: Die Südtribüne sieht nicht aus wie eine übliche Stadiontribüne, sondern wird von einer Logenwand, der Geschäftsstelle und einer Tiefgarage geprägt.
Kapazität
- 22.500 bei der Einweihung 1958, nach dem Kurvenausbau rund 20.000 bis 22.500
- 30.210 heute bei Ligaspielen
- 29.412 bei internationalen Partien, weil Stehplätze zu Sitzplätzen umgebaut werden
Damit bleibt die BayArena das kleinste Stadion unter den Spielstätten der deutschen Spitzenvereine — kleiner als Mönchengladbach mit 54.042, Stuttgart mit 60.058 und Dortmund mit 81.365. Der Beiname Schmuckkästchen bezieht sich genau darauf.
Eigentum
Eigentümerin ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Bayer-Konzerns, wie auch die Fußballgesellschaft selbst. Das unterscheidet Leverkusen von den meisten Anlagen im Ligaarchiv, die Städten oder städtischen Gesellschaften gehören — und von Gelsenkirchen, wo der Verein selbst baute und zahlte.
1988 gewann Bayer 04 hier den UEFA-Pokal, mitten in einer Umbauphase.
Häufige Fragen zur BayArena
Wie viele Zuschauer fasst die BayArena?
30.210 bei Ligaspielen, 29.412 bei internationalen Partien.
Wann wurde das Stadion eröffnet?
Am 2. August 1958 als Ulrich-Haberland-Stadion, mit einem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf.
Wer war Ulrich Haberland?
Der erste Generaldirektor der Bayer AG nach dem Zweiten Weltkrieg.
Warum hatte das Stadion nur drei Flutlichtmasten?
Ein Sturm knickte zum Jahreswechsel 1966 einen der vier Masten um. Die drei verbliebenen wurden zum Erkennungsmerkmal.
Was ist am Stadionhotel besonders?
Es war das erste Stadionhotel Deutschlands, ein Vier-Sterne-Haus mit 200 Betten hinter der Nordtribüne; Zimmer und Restaurant blicken teils auf das Spielfeld.
Was geschah 1995 gegen Parma?
Im UEFA-Pokal-Halbfinale wurden erstmals im deutschen Fußball tausende Fans mit Fahnen ausgestattet. Die Aktion gilt als Ausgangspunkt der Ultra-Bewegung.
Was kostete der Umbau von 2009?
70 bis 73 Millionen Euro, je nach Quelle.
Wem gehört die BayArena?
Einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft des Bayer-Konzerns.
Quellen: BayArena bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · Bayer 04 Leverkusen, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05) · Historie, bayer04.de (abgerufen 2026-09-05)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.