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Borussia-Park: Drei Kapazitäten für ein Stadion
Der Borussia-Park wurde am 30. Juli 2004 auf dem Gelände einer ehemaligen britischen Kaserne eröffnet. Für dasselbe Stadion kursieren drei Kapazitätsangaben: 54.042, 46.311 und 59.749 Plätze.

Gebaut auf einer britischen Kaserne
Das Stadion steht im Nordpark im Stadtteil Rheindahlen-Land. Das Areal wurde bis 1996 von der britischen Rheinarmee als Kaserne genutzt; erst danach wurde es frei.
Damit reiht sich Mönchengladbach in eine Gruppe ein, die sich heute mehrfach gezeigt hat: Das Waldstadion entstand auf einer Militärschießanlage, das Müngersdorfer Stadion auf geschleiften Festungsanlagen, das Stadion auf der Waldau auf einem Exerziergelände. Vier Anlagen auf militärisch genutzten Flächen — die jüngste davon ist Gladbach.
Spatenstich war am 15. März 2002, der Bau begann im November desselben Jahres, die Eröffnung folgte am 30. Juli 2004 mit einem Kleinturnier, an dem neben der Borussia der FC Bayern München und der AS Monaco teilnahmen. Die Baukosten lagen bei rund 85 bis 87 Millionen Euro.
Warum der Bökelberg nicht reichte
Das Bökelbergstadion bot 34.500 Zuschauern Platz, davon nur 8.722 auf Sitzplätzen, und genügte den modernen Sicherheitsstandards nicht mehr. Zur Jahrtausendwende begann deshalb die Planung eines Neubaus.
2006 wurde der Bökelberg abgerissen; auf dem Gelände entstand ab 2007 ein Wohngebiet. Anders als in Sinsheim, wo das alte Dietmar-Hopp-Stadion erhalten blieb, verschwand der Vorgängerbau hier vollständig.
19.500 Einzelteile in Champions Grey
Das Dach ist eine Kragkonstruktion, deren Montage fünf Monate dauerte: 19.500 Einzelteile in der Farbe Champions Grey. Ober- und Unterränge sind vollständig überdacht.
An der Westseite schließt ein rund 120 Meter langes und 24 Meter hohes Mehrzweckgebäude an; unter der Westtribüne verteilen sich 18.500 Quadratmeter auf fünf Ebenen. 2019 kam ein siebengeschossiges Gebäude dazu, in dem Hotel, Vereinsmuseum, Fanshop, Arztpraxen und ein Rehazentrum untergebracht sind — Investitionsvolumen 31 Millionen Euro.
Das gesamte Areal umfasst 264.000 Quadratmeter mit sieben Trainingsplätzen, Verwaltungsgebäude und Fußballinternat.
Kapazität
- rund 54.000 bei Bundesligaspielen — die Angaben schwanken je nach Stichjahr zwischen 54.010, 54.022, 54.042 und 54.057
- rund 46.000 bei internationalen Spielen, weil Stehplätze zu Sitzplätzen werden
- 59.771 als theoretisches Maximum, falls auch die Südkurve zu Stehplätzen umgebaut würde
Die Stehplätze — je nach Zählung 16.145 bis über 18.000 in der Nordkurve — bestehen auf ausdrücklichen Wunsch der Anhänger, wie auch in Köpenick.
Eine Auslastung von über 95 Prozent
Bemerkenswert ist das Verhältnis zur Stadtgröße: Mönchengladbach hat rund 260.000 Einwohner, und das Stadion erreicht eine Auslastung von über 95 Prozent — damit gehört es zu den bestbesuchten Anlagen Europas.
Im Ligaarchiv steht das im Gegensatz zu Anlagen, deren Kapazität weit über der Nachfrage liegt: In der Arena in Meuselwitz liegt die Auslastung bei etwa zwölf Prozent, im Waldstadion Homburg bei rund fünf.
Was hier stattfand
Neben den Heimspielen von Borussia Mönchengladbach war das Stadion Austragungsort von Länderspielen und Partien der Frauen-Weltmeisterschaft 2011 sowie Schauplatz von Konzerten.
Häufige Fragen zum Borussia-Park
Wie viele Zuschauer fasst der Borussia-Park?
Rund 54.000 bei Bundesligaspielen, rund 46.000 bei internationalen Partien. Das theoretische Maximum liegt bei 59.771.
Wann wurde das Stadion eröffnet?
Am 30. Juli 2004, mit einem Kleinturnier gegen den FC Bayern München und den AS Monaco.
Worauf wurde das Stadion gebaut?
Auf einem Gelände im Nordpark, das bis 1996 von der britischen Rheinarmee als Kaserne genutzt wurde.
Was kostete der Bau?
Rund 85 bis 87 Millionen Euro.
Warum zog die Borussia vom Bökelberg um?
Das Bökelbergstadion fasste nur 34.500 Zuschauer und genügte den modernen Sicherheitsstandards nicht mehr.
Was ist Champions Grey?
Die Farbe der 19.500 Einzelteile, aus denen die Kragkonstruktion des Daches besteht. Die Montage dauerte fünf Monate.
Wie hoch ist die Auslastung?
Über 95 Prozent — bei einer Stadt mit rund 260.000 Einwohnern.
Wem gehört das Stadion?
Dem Verein. Es ist eine vereinseigene Anlage.
Quellen: Borussia-Park bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · Borussia-Park, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05) · Borussia-Park Sitzplan, matchpedia.org (abgerufen 2026-09-05) · Borussia-Park, stadion.de (abgerufen 2026-09-05)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.