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Allianz Arena: Gebaut, weil das Olympiastadion nicht passte

Die Allianz Arena im Norden Münchens wurde 2005 eröffnet und fasst 75.024 Zuschauer. Sie entstand, weil das Olympiastadion als Leichtathletikstadion für Fußball ungeeignet war, und wurde bis 2017 von zwei Vereinen genutzt.

Illustrierter ovaler Baukörper mit Rasterhülle neben flachem Laufbahnoval, Allianz Arena
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Warum ein Neubau nötig war

Das Olympiastadion, seit 1972 Heimspielstätte des FC Bayern München, war als Leichtathletikstadion gebaut. Die Laufbahn hielt die Zuschauer auf Abstand, das Dach überdeckte nur einen Teil der Plätze. Für den Fußball war die Anlage damit auf Dauer ungeeignet — und weil sie unter Denkmalschutz steht, kam ein Umbau nicht infrage.

Damit steht München im Ligaarchiv neben Freiburg, wo die fehlende Normgröße des Spielfelds den Umzug erzwang, und Zwickau, wo eine Sanierung teurer geworden wäre als ein Neubau.

Zwei Vereine als Bauherren

Bauherrin war eine Gesellschaft, an der der FC Bayern und der TSV 1860 München je zur Hälfte beteiligt waren. Grundsteinlegung war am 21. Oktober 2002, Ende April 2005 waren die Arbeiten beendet, am 30. Mai folgte die Einweihung.

Die Angaben zu den Baukosten gehen auseinander: Genannt werden 340 Millionen Euro in den meisten Quellen, 280 Millionen in einzelnen. Dazu kamen rund 300 Millionen Euro öffentlicher Mittel für die Verkehrsbauwerke, darunter der Ausbau zweier U-Bahnhöfe.

Ein Nebenstrang der Baugeschichte endete vor Gericht: Der Vertreter des TSV 1860 in der Geschäftsführung der Stadiongesellschaft wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, weil er Insiderinformationen an die Baufirma weitergegeben und dafür 2,8 Millionen Euro erhalten hatte. Bis 2017 nutzte auch der TSV 1860 die Anlage.

Die Hülle

Den Entwurf lieferten die Basler Architekten Herzog & de Meuron. Ihr Konzept ist der eigentliche Grund, warum das Bauwerk über den Fußball hinaus bekannt wurde:

  • Rund 2.760 bis 2.874 rautenförmige Luftkissen auf etwa 66.500 Quadratmetern — eine der größten Membranhüllen der Welt
  • Material ist ETFE-Folie von 0,2 Millimetern Stärke: hitze- und kältebeständig, schwer entflammbar, lichtdurchlässig und selbstreinigend
  • Kein Kissen gleicht dem anderen; rund 1.500 verschiedene Formen folgen demselben rautenförmigen Prinzip
  • Beleuchtet wird die Hülle von hinten — weiß für die Nationalmannschaft, rot für den FC Bayern, blau für den TSV 1860

Während das Olympiastadion auf die Verschmelzung von innen und außen zielte, setzten Herzog & de Meuron auf Trennung: Die leuchtende Haut wirkt nach außen und verbirgt die Beton- und Stahlkonstruktion dahinter. Im Innenraum existiert die Außenwelt nur noch als Öffnung im Dachoval.

Bauzahlen

Verbaut wurden rund 120.000 Kubikmeter Beton und etwa 22.000 Tonnen Stahl. Die Anlage ist rund fünfzig Meter hoch; die drei Ränge sind vollständig überdacht, der Oberrang hat eine Neigung von 34 Grad.

Kapazität

Bei nationalen Spielen fasst die Arena 75.024 Zuschauer, in der Champions League rund 70.000 — die Differenz entsteht durch die Sitzplatzpflicht der UEFA, dieselbe Regel wie im Weserstadion, in der Arena auf Schalke und im Borussia-Park.

Ältere Angaben nennen 66.000 oder 66.901 Plätze; sie beziehen sich auf den Ausbauzustand vor den Erweiterungen.

Was hier stattfand

Eröffnet wurde am 31. Mai 2005 mit einem Spiel des FC Bayern gegen die Nationalmannschaft. Es folgten Spiele der Weltmeisterschaft 2006 und der Europameisterschaft 2024.

Eine Zahl beschreibt den Rang, den das Bauwerk in Bayern einnimmt: Mit rund vier Millionen Besuchern jährlich hat die Arena mehr als doppelt so viele wie Schloss Neuschwanstein.

Häufige Fragen zur Allianz Arena

Wie viele Zuschauer fasst die Allianz Arena?

75.024 bei nationalen Spielen, rund 70.000 in der Champions League wegen der Sitzplatzpflicht der UEFA.

Wer hat die Arena entworfen?

Die Basler Architekten Herzog & de Meuron.

Woraus besteht die leuchtende Hülle?

Aus rund 2.760 bis 2.874 rautenförmigen Luftkissen aus ETFE-Folie von 0,2 Millimetern Stärke, auf etwa 66.500 Quadratmetern.

Warum leuchtet die Arena in verschiedenen Farben?

Weiß für die Nationalmannschaft, rot für den FC Bayern, blau für den TSV 1860, der die Anlage bis 2017 mitnutzte.

Was kostete der Bau?

Nach den meisten Angaben 340 Millionen Euro, in einzelnen Quellen 280 Millionen. Dazu kamen rund 300 Millionen Euro öffentlicher Mittel für Verkehrsbauwerke.

Wer war Bauherr?

Eine Gesellschaft, an der der FC Bayern und der TSV 1860 München je zur Hälfte beteiligt waren.

Wann wurde die Arena eröffnet?

Am 30. Mai 2005 übergeben, Eröffnungsspiel am 31. Mai 2005.

Warum wurde das Olympiastadion ersetzt?

Es war als Leichtathletikstadion gebaut, mit Laufbahn und nur teilweiser Überdachung. Ein Umbau kam wegen des Denkmalschutzes nicht infrage.

Quellen: Allianz Arena bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · Kurt Landauer, fcbayern.com (abgerufen 2026-09-05) · Kurt-Landauer-Gedenktafel bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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