Gebaut für Spiele im Grünen
Nachdem München 1966 den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 1972 erhalten hatte, fiel die Wahl auf das rund drei Quadratkilometer große Oberwiesenfeld. Als Leitgedanke wurde „Spiele im Grünen, Spiele der Freiheit, Spiele von menschlichem Maß“ gewählt — eine bewusste Abgrenzung von den Spielen 1936.
Den Architekturwettbewerb gewann der Entwurf einer Gruppe um Günter Behnisch. Die Zeltdachkonstruktion stammt von Frei Otto und verbindet das Stadion mit den Zugangswegen und dem Park; die Anlage ist teilweise als Erdstadion in die Landschaft eingebettet.
Im Ligaarchiv ist das nach dem Nürnberger Entwurf, der 1928 eine olympische Goldmedaille erhielt, und dem Sportpark Höhenberg mit dem IOC-Architekturpreis von 1993 der dritte Fall eines Stadions, das als Bauwerk internationale Anerkennung fand.
Eine technische Neuerung kam dazu: Erstmals in Deutschland wurde eine Rasenheizung eingebaut.
Die Endspiele
Das Olympiastadion gilt als die deutsche Sportstätte, in der die meisten internationalen Turniere ausgetragen wurden:
- 7. Juli 1974 — Endspiel der Weltmeisterschaft, Deutschland gegen die Niederlande, vor über 80.000 Zuschauern
- 1988 — Endspiel der Europameisterschaft
- 1979, 1993 und 1997 — drei Endspiele im Europapokal der Landesmeister beziehungsweise der Champions League; 1997 gewann Borussia Dortmund gegen Juventus Turin
- 14 Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft
Zwei Vereine, 1.137 Spiele
Von 1972 bis 2005 war die Anlage Heimstätte des FC Bayern München und — mit Unterbrechungen — des TSV 1860 München, der zwischen dem Grünwalder Stadion und dem Olympiastadion pendelte.
Eine Zählung nennt 793 Spiele des FC Bayern und 344 des TSV 1860, darunter 38 Stadtderbys. 2005 zogen beide Vereine in die Allianz Arena um.
Der Zuschauerrekord, der ein Unglück war
Am 15. August 1973 stellte ein Spiel des TSV 1860 gegen den FC Augsburg den ewigen Zuschauerrekord auf — allerdings unter Umständen, die das Archiv festhält: Nach einem frühen Führungstor stürmten draußen wartende Zuschauer das Stadion. Schätzungsweise 90.000 Menschen wohnten dem Spiel bei, 136 wurden verletzt.
Von 90.000 auf 63.000
- 90.000 bis 100.000 waren in der Bewerbungsphase geplant
- rund 80.000 bis Ende der siebziger Jahre
- 77.573 nach einer Verringerung aus Sicherheitsgründen
- 72.000 zur Europameisterschaft 1988
- 69.000 nach der UEFA-Regelung, die infolge der Hillsborough-Katastrophe von 1989 reine Sitzplatzstadien vorschrieb
- 63.000 bei Bundesligaspielen — wegen Sichtproblemen in den untersten Reihen
Der Rückgang folgt demselben Muster wie überall im Bestand. Der Sonderfall hier: Ein Teil der Plätze fiel nicht Auflagen zum Opfer, sondern der Bauform selbst — die flache Schüssel eines Leichtathletikstadions bietet in den unteren Rängen keine gute Sicht auf ein Fußballspiel.
Bei Konzerten finden bis zu 72.000 Besucher Platz.
Häufige Fragen zum Olympiastadion München
Wie viele Zuschauer fasst das Olympiastadion München?
Rund 69.000; bei Bundesligaspielen waren es 63.000, bei Konzerten bis zu 72.000.
Wer entwarf das Stadion?
Eine Architektengruppe um Günter Behnisch; die Zeltdachkonstruktion stammt von Frei Otto.
Welche Endspiele fanden hier statt?
Das WM-Finale 1974, das EM-Finale 1988 und drei Europapokal- beziehungsweise Champions-League-Endspiele.
Wie hoch ist der Zuschauerrekord?
Schätzungsweise 90.000 am 15. August 1973, als Zuschauer das Stadion stürmten. 136 Menschen wurden verletzt.
Welche Vereine spielten hier?
Der FC Bayern München von 1972 bis 2005 und der TSV 1860 München mit Unterbrechungen.
Was war technisch neu?
Erstmals in Deutschland wurde eine Rasenheizung eingebaut.
Quellen: Olympiastadion München bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · Olympiastadion München, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Olympiastadion im Olympiapark, MünchenArchitektur (abgerufen 2026-09-11) · Olympiastadion München, Baumeister (abgerufen 2026-09-11)
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