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1. FC Schweinfurt 05Fünfundvierzig Jahre ohne Abstieg

4. Liga · Regionalliga Bayern Von Hannes Nagel · geprüft am 27. 9. 2026

Gegründet 1905, benannt nach einem Ball

Der 1. Fußball-Club Schweinfurt 1905 wurde am 5. Mai 1905 gegründet; das noch heute unveränderte Vereinswappen entwarf der erste Vorsitzende.

Der Beiname Schnüdel hat einen Ursprung, den es im Ligaarchiv kein zweites Mal gibt: Er geht auf den Schweinfurter Fritz Stöcklein zurück, der 1920 den ersten schnürlosen Fußball entwarf. Stöcklein war beim Verein selbst als Leichtathlet, Faust- und Fußballer aktiv.

Fünfundvierzig Jahre ohne sportlichen Abstieg

1931 stieg der Verein in die damals höchste Spielklasse auf. Danach folgten fünfundvierzig Jahre ohne einen einzigen sportlichen Abstieg — bis in die siebziger Jahre.

Dass Schweinfurt trotzdem nicht erstklassig blieb, lag an einer Strukturentscheidung: Die Einführung der Bundesliga 1963 machte den Verein zum Zweitligisten, ohne dass er ein Spiel verloren hätte.

Im Ligaarchiv ist das ein weiterer Fall jener Reihe, in der nicht der Rasen über die Spielklasse entschied — und einer der stillsten: Kein Skandal, keine Insolvenz, nur eine neue Liga.

Gaumeister, nicht deutscher Meister

Eine Unterscheidung, die das Ligaarchiv ausdrücklich trifft: 1939 und 1942 gewann Schweinfurt die Meisterschaft der Gauliga Bayern und nahm damit an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teil — gewonnen hat der Verein sie nicht.

Der größte Pokalerfolg fällt ins Jahr 1936: das Halbfinale gegen den FC Schalke 04, knapp mit 2:3 verloren.

Der Arbeiterverein der Industriestadt

Mit der Eröffnung des Stadions im Nordwesten der Stadt entstanden in unmittelbarer Nähe zwei große Arbeiterviertel. Der FC 05 entwickelte sich dadurch zum Arbeiterfußballklub einer Industriestadt — ähnlich dem FC Schalke 04. Der Verein knüpft daran bis heute an; sein Motto lautet „Wir arbeiten Fußball“.

Insolvenz und Rückkehr

Nach der Lizenzverweigerung für die Regionalligasaison 2004/05 folgte im Herbst 2004 der Insolvenzantrag. Der Verein wurde in der Bayernliga ans Tabellenende gesetzt und stieg in die Landesliga ab; im Frühjahr 2005 konnte das Verfahren abgeschlossen werden.

2024/25 gelang der Aufstieg in die 3. Liga — im Derby gegen die Würzburger Kickers vor 12.000 Zuschauern. Die Partie stand kurz vor dem Abbruch: Gästefans schossen Pyrotechnik gezielt aufs Spielfeld, das Stadion versank im Nebel, Zuschauer mussten sich in Sicherheit bringen.

Ligahistorie

Erfasst sind vierzehn Spielzeiten der 3. Liga und der Regionalliga Bayern mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Oberliga- und Gauligajahre werden nachgetragen.

1990/912026/27
2026/274. LigaRegionalliga Bayern
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/27Regionalliga Bayern4. Liga—laufend
2025/263. Liga3. Liga19
2024/25Regionalliga Bayern4. Liga1
2023/24Regionalliga Bayern4. Liga11
2022/23Regionalliga Bayern4. Liga6
2021/22Regionalliga Bayern4. Liga5
2018/19Regionalliga Bayern4. Liga4
2017/18Regionalliga Bayern4. Liga3
2016/17Regionalliga Bayern4. Liga8
2015/16Regionalliga Bayern4. Liga14
2014/15Regionalliga Bayern4. Liga13
2013/14Regionalliga Bayern4. Liga16
2001/022. Bundesliga2. Liga17
1990/912. Bundesliga2. Liga20

Für 1 von 14 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Stadion

Heimspielstätte ist seit 1936 das Sachs-Stadion.

Häufige Fragen zum 1. FC Schweinfurt 05

Wann wurde der 1. FC Schweinfurt 05 gegründet?

Am 5. Mai 1905.

War Schweinfurt deutscher Meister?

Nein. 1939 und 1942 gewann der Verein die Gauliga Bayern und nahm an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teil.

Woher kommt der Beiname Schnüdel?

Von Fritz Stöcklein, der 1920 den ersten schnürlosen Fußball entwarf und im Verein aktiv war.

Wie lange blieb der Verein ohne sportlichen Abstieg?

Fünfundvierzig Jahre ab 1931. Zweitklassig wurde er 1963 allein durch die Einführung der Bundesliga.

Was geschah 2004?

Nach der Lizenzverweigerung folgte der Insolvenzantrag; der Verein wurde ans Tabellenende gesetzt und stieg ab.

Was war der größte Pokalerfolg?

Das Halbfinale 1936, mit 2:3 gegen Schalke 04 verloren.

Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?

Je nach Quelle 14.718 bis 15.662 Plätze, davon 860 Sitzplätze.

Weitere Vereine der Regionalliga Bayern

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite Regionalliga Bayern

Quellen: 1. FC Schweinfurt 05 bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · 1. FC Schweinfurt 05, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Vorstellung des Drittliganeulings, vfl.de (abgerufen 2026-09-11) · Sachs-Stadion, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-11)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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