Karl-Liebknecht-Stadion: Kapazität, Geschichte und Verein
Karl-Liebknecht-Stadion ist die Heimspielstätte eines Vereins der Regionalliga Nordost. Kapazität, Bau- und Namensgeschichte im Überblick, jede Angabe mit Quelle.

Gebaut 1974/75, eröffnet 1976
Vorgänger war der Sportplatz an der Priesterstraße, auf dem schon im frühen zwanzigsten Jahrhundert Nowaweser Vereine spielten — viele davon der Arbeiterbewegung des Industriestandorts verbunden. Anfang der siebziger Jahre entstand die Initiative für einen Neubau, ausgeführt 1974 und 1975.
Eröffnet wurde am 10. Juli 1976 mit einer Partie der BSG Motor Babelsberg gegen die DDR-Olympiaauswahl, die wenige Wochen später in Montreal die Goldmedaille gewann. Die Kapazität lag bei 15.000 Plätzen.
Ein Zeitzeuge erinnerte sich 2016 daran, dass alle Potsdamer Betriebe und sogar die in der Stadt stationierten sowjetischen Soldaten den Bau unterstützten. Damit reiht sich das Karli in die Gruppe der Stadien ein, die im Ligaarchiv nicht durch Geld, sondern durch Arbeitskraft entstanden — neben dem Zentralstadion Leipzig, dem Sportforum Hohenschönhausen und dem Rohrwang in Aalen.
Zweimal ausverkauft in fünfzig Jahren
Die 15.000 Plätze wurden nur zweimal vollständig genutzt:
- 17. August 1977 — WM-Qualifikationsspiel DDR gegen Malta, 9:0. Es ist bis heute der höchste Sieg der DDR-Nationalmannschaft und zugleich der offizielle Zuschauerrekord des Stadions.
- 2001 — Regionalligaspiel des SV Babelsberg 03 gegen Fortuna Düsseldorf, mit dem der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelang.
Dahinter folgt mit 12.000 Zuschauern das Oberligaspiel gegen Union Berlin aus der Saison 1984/85. Insgesamt trug die DDR-Nationalmannschaft hier ein Dutzend Länderspiele aus.
Flutlichtmasten zum Einklappen
Nach Umbauten in den Jahren 2000 bis 2002 erhielt das Stadion eine bundesligataugliche Flutlichtanlage. Ihre Besonderheit ergibt sich aus der Lage: Die Masten lassen sich nach Spielende einklappen, damit die Sichtachse vom Flatowturm auf die Stadt frei bleibt. Der angrenzende Park gehört zum Weltkulturerbe.
Im Ligaarchiv ist das die einzige verzeichnete Flutlichtanlage, deren Bauweise sich aus einer denkmalpflegerischen Auflage ergibt.
Warum nicht neu gebaut wurde
Für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 bewarb sich Potsdam als Spielort. Nach der Ablehnung schloss der Oberbürgermeister einen kompletten Neubau aus; eine Machbarkeitsstudie hatte zuvor für den Erhalt plädiert, weil ein Neubau die Stadt rund 20 Millionen Euro teurer gekommen wäre.
Das ist der Gegenfall zu Zwickau, wo eine Sanierung teurer geworden wäre als der Neubau und der Stadtrat die laufenden Arbeiten stoppte. Beide Male entschied die Rechnung, in entgegengesetzte Richtung.
Zwei Heimvereine
Neben dem SV Babelsberg 03 nutzt der 1. FFC Turbine Potsdam das Stadion, dessen Vorgänger BSG Turbine schon zu DDR-Zeiten hier spielte — und zwar kostenfrei. Heute fasst die Anlage 10.787 Plätze: 8.784 Steh- und 2.003 Sitzplätze. Sie ist das größte reine Fußballstadion Potsdams.
Häufige Fragen zum Karl-Liebknecht-Stadion
Wie viele Zuschauer fasst das Karl-Liebknecht-Stadion?
10.787 Plätze, davon 8.784 Steh- und 2.003 Sitzplätze. Bei der Eröffnung 1976 waren es 15.000.
Wie hoch ist der Zuschauerrekord?
15.000 am 17. August 1977 beim WM-Qualifikationsspiel DDR gegen Malta, das 9:0 endete — der höchste Sieg der DDR-Nationalmannschaft.
Wann wurde das Stadion eröffnet?
Am 10. Juli 1976, mit einem Spiel der BSG Motor Babelsberg gegen die DDR-Olympiaauswahl.
Warum lassen sich die Flutlichtmasten einklappen?
Damit die Sichtachse vom Flatowturm auf die Stadt frei bleibt. Der angrenzende Park gehört zum Weltkulturerbe.
Warum wurde kein neues Stadion gebaut?
Eine Machbarkeitsstudie ergab, dass ein Neubau die Stadt rund 20 Millionen Euro teurer gekommen wäre.
Welche Vereine spielen hier?
Der SV Babelsberg 03 und der 1. FFC Turbine Potsdam.
Woher kommt der Name?
Von Karl Liebknecht, dem Mitbegründer des Spartakusbundes. Der Vorgängerplatz hieß Sportplatz an der Priesterstraße.
Quellen: Karl-Liebknecht-Stadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04)
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