Auestadion Kassel: Das größte Stadion Nordhessens
Das Auestadion wurde am 23. August 1953 eröffnet, das erste Spiel sahen rund 20.000 Zuschauer. Nach der Erneuerung zwischen 2003 und 2010 bietet es 18.737 Plätze und ist damit das größte Stadion Nordhessens.

Auf einem Aufmarschgelände, aus Trümmerschutt
Das Auestadion steht am Südwestrand der Karlsaue in der Kasseler Fuldaniederung. Errichtet wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg auf einem ehemaligen Aufmarschgelände, unter anderem aus Trümmerschutt der zerstörten Stadt.
Damit gehört es zu einer Gruppe von Bauwerken, die im Ligaarchiv denselben Ursprung teilen. Das Rosenaustadion in Augsburg entstand 1951 aus Kriegstrümmern und gilt als erste große Sportstätte im Nachkriegsdeutschland; das Zentralstadion Leipzig wurde ab 1955 auf einen Wall aus 1,5 Millionen Kubikmetern Schutt gesetzt. Kassel liegt mit 1953 zeitlich dazwischen.
Eröffnet wurde am 23. August 1953 im Beisein des hessischen Ministerpräsidenten. Beim anschließenden Oberligaspiel unterlag der KSV Hessen Kassel Viktoria Aschaffenburg vor rund 20.000 Zuschauern mit 1:2.
Die Konstruktion des Tribünendachs galt lange als wegweisend, weil von jedem Sitzplatz aus das gesamte Stadion zu überblicken war. Als Bauwerk der fünfziger Jahre steht die Anlage grundsätzlich unter Denkmalschutz — von der ursprünglichen Bausubstanz ist nach mehreren Umbauten allerdings wenig erhalten.
37.000 Zuschauer, einmal
Der Zuschauerrekord stammt vom 6. Juni 1964: 37.000 Menschen sahen das Aufstiegsrundenspiel zur Bundesliga gegen Hannover 96, das Kassel mit 1:2 verlor. Heute fasst das Stadion 18.737 Plätze, davon rund 8.700 Sitzplätze — etwa die Hälfte des Rekordwerts.
Zu den Angaben aus der Frühzeit gibt es Widersprüche. Für das Oberligaspiel gegen den 1. FC Nürnberg im Dezember 1953 werden 35.000 Zuschauer genannt, für die Partie gegen Eintracht Frankfurt zuvor 25.000. Über das damalige Fassungsvermögen gehen die Quellen ausdrücklich auseinander. Das Ligaarchiv nennt die Spannweite, statt eine Zahl auszuwählen.
Zwei Pokalendspiele
Zweimal wurde hier das Endspiel um den DFB-Pokal ausgetragen: 1958 gewann der VfB Stuttgart mit 4:3 nach Verlängerung gegen Fortuna Düsseldorf, 1959 Schwarz-Weiß Essen mit 5:2 gegen Borussia Neunkirchen.
Das ist bemerkenswert, weil das Endspiel seit 1985 fest im Berliner Olympiastadion stattfindet. In den fünfziger Jahren wanderte es noch, und Kassel gehörte zu den Orten, die es ausrichteten — in einer Zeit, als der KSV Hessen in der Oberliga Süd spielte, einer der fünf Staffeln der damals höchsten Spielklasse.
Leichtathletik
Die Leichtathletikanlagen wurden erst am 17. Juni 1956 eingeweiht; bis dahin trainierten die Leichtathleten weiter in der Hessenkampfbahn. Bis 1972 lief man auf einer schwarzen Aschenbahn, 1973 kam eine Kunststoffbahn für 647.000 D-Mark. Höhepunkt war das erste Europapokalfinale der Frauen am 19. September 1965 vor 22.000 Zuschauern.
Zwischen 1983 und 1993 kamen zwei Zusatztribünen mit je rund 700 Sitzplätzen dazu, 2010 wurde die Haupttribüne neu gebaut.
Häufige Fragen zum Auestadion
Wie viele Zuschauer fasst das Auestadion?
18.737 Plätze, davon rund 8.700 Sitzplätze. Damit ist es das größte Stadion Nordhessens.
Wie hoch ist der Zuschauerrekord?
37.000 am 6. Juni 1964, beim Aufstiegsrundenspiel zur Bundesliga gegen Hannover 96.
Woraus wurde das Auestadion gebaut?
Aus Trümmerschutt der im Krieg zerstörten Stadt, auf einem früheren Aufmarschgelände.
Wann wurde das Auestadion eröffnet?
Am 23. August 1953, mit einem Oberligaspiel gegen Viktoria Aschaffenburg vor rund 20.000 Zuschauern.
Fanden hier Pokalendspiele statt?
Ja, zwei: 1958 gewann der VfB Stuttgart 4:3 nach Verlängerung gegen Fortuna Düsseldorf, 1959 Schwarz-Weiß Essen 5:2 gegen Borussia Neunkirchen.
Steht das Auestadion unter Denkmalschutz?
Als Bauwerk der fünfziger Jahre grundsätzlich ja. Von der ursprünglichen Bausubstanz ist nach mehreren Umbauten wenig erhalten.
Welcher Verein spielt im Auestadion?
Der KSV Hessen Kassel.
Wann kam die Leichtathletikanlage dazu?
Sie wurde am 17. Juni 1956 eingeweiht, drei Jahre nach dem Stadion selbst.
Quellen: Auestadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · Auestadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.