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Rosenaustadion: Die erste große Sportstätte im Nachkriegsdeutschland

Das Rosenaustadion wurde 1951 eröffnet und gilt als erste große Sportstätte, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland gebaut wurde. Errichtet wurde es aus Kriegstrümmern. 58 Jahre lang war es die Heimat des FC Augsburg.

Illustriertes Laufbahnstadion mit niedriger Tribüne, Rosenaustadion in Augsburg
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Der erste Stadionneubau der Nachkriegszeit

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg beschloss der Augsburger Stadtrat den Bau eines neuen Stadions. Errichtet wurde es auf dem Trümmerschutt, den eine eigens eingerichtete Trümmerbahn nach den Luftangriffen an den Rosenauberg gebracht hatte. Die Bauzeit betrug zwei Jahre, die Kosten lagen zwischen 1,1 und 1,8 Millionen D-Mark.

Eröffnet wurde am 16. September 1951 mit einem B-Länderspiel gegen Österreich vor 51.000 Zuschauern. Es ist der früheste Stadionneubau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und war zum Zeitpunkt der Eröffnung das größte seiner Art.

Was danach folgte, ist im Ligaarchiv als Reihe belegt: 1952 bis 1954 das Niedersachsenstadion in Hannover, ebenfalls auf einem Trümmerberg, 1953 das Auestadion in Kassel und das Volksparkstadion in Hamburg, 1954 bis 1956 das Zentralstadion in Leipzig. Auch in Berlin und Magdeburg entstanden Sportbauten über Trümmerschutt.

Ein bewusster Bruch mit der NS-Architektur

Geplant wurde die Anlage von der Stadtbauverwaltung unter Leitung von Georg Werner und Walther Schmidt. Der geschwungene, ellipsoide Bau mit teils in den künstlichen Hügel eingefügten Stehwällen und einer Sitztribüne unter weit vorkragendem Betondach gilt als bewusster Bruch mit der monumentalen Architektur des NS-Regimes — und zugleich als besonders frühes Beispiel der Nachkriegsmoderne.

Die Ironie liegt im Fundament: Die Hinterlassenschaft eben jenes Regimes bildete die Grundlage des Baus — der Schutt der zerbombten Stadt.

Als Vorbilder gelten antike Theater- und Sportstättenbauten sowie für die Tribünenüberdachung die Bauten Pier Luigi Nervis in Italien. 2014 wurde das Rosenaustadion unter Denkmalschutz gestellt.

Die Sportstadt Augsburg

Bis 1972 hatte die Anlage wegen ihrer Größe und Modernität große Bedeutung für den deutschen Fußball und die internationale Leichtathletik. Die Zahlen aus jener Zeit sind bemerkenswert:

  • Bis 1961 kamen fast 3,5 Millionen Zuschauer zu über 400 Veranstaltungen.
  • Bis 1978 fanden zwölf Leichtathletik-Länderkämpfe und zwei Feldhandball-Länderspiele statt; Augsburg galt dank Organisation und Publikum als erste Wahl.
  • 1958 verfolgten an zwei Tagen 85.000 Zuschauer den Leichtathletik-Länderkampf gegen die Sowjetunion.

Erst mit der Eröffnung des Münchner Olympiastadions 1972 schwand diese Stellung.

Die Geburt der Weltmeister-Elf

Am 9. November 1952 fand hier ein Länderspiel gegen die Schweiz statt, das Deutschland vor 64.586 Zuschauern mit 5:1 gewann. Auf deutscher Seite standen acht Spieler der späteren Weltmeistermannschaft von 1954 — vielen Anhängern gilt dieses Spiel im Rückblick als Geburtsstunde der Berner Elf.

Fünf Jahre später feierte der FC Bayern München im Rosenaustadion seinen ersten DFB-Pokalsieg.

Die Kapazitätsangaben

  • 65.000 bis 70.000 in der Anfangszeit
  • 64.586 beim Länderspiel 1952, mit Zusatztribüne
  • 42.000 beim Zuschauerrekord des FC Augsburg 1973 gegen den 1. FC Nürnberg
  • rund 32.000 im Jahr 1996
  • 28.000 heute als offizielles Fassungsvermögen

Die Reihe zeigt den Rückgang von rund 70.000 auf 28.000 in siebzig Jahren — im Bestand einer der stärksten Rückgänge überhaupt, vergleichbar mit dem Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig.

Was heute hier stattfindet

Bis zum Ende der Saison 2008/09 spielte der FC Augsburg im Rosenaustadion; 2009 zog der Verein um. Heute nutzt die zweite Mannschaft die Anlage. Wegen des Denkmalschutzes bleibt sie erhalten, obwohl Teile als einsturzgefährdet gelten.

Ein Nebendetail zur Vollständigkeit: Der Augsburger Boxer Willi Färber war von 1951 bis 1972 Platzwart des Stadions.

Häufige Fragen zum Rosenaustadion

Wie viele Zuschauer fasst das Rosenaustadion?

Offiziell 28.000. In der Anfangszeit waren es 65.000 bis 70.000.

Woraus wurde das Stadion gebaut?

Aus dem Trümmerschutt der zerbombten Stadt, den eine Trümmerbahn an den Rosenauberg brachte.

Warum ist das Rosenaustadion historisch bedeutsam?

Es ist der früheste Stadionneubau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und war bei der Eröffnung 1951 das größte seiner Art.

Wann wurde es eröffnet?

Am 16. September 1951, mit einem B-Länderspiel gegen Österreich vor 51.000 Zuschauern.

Was geschah 1952 gegen die Schweiz?

Deutschland gewann vor 64.586 Zuschauern mit 5:1. Acht Spieler der späteren Weltmeistermannschaft von 1954 standen auf dem Feld.

Steht das Stadion unter Denkmalschutz?

Ja, seit 2014. Deshalb bleibt es erhalten, obwohl Teile als einsturzgefährdet gelten.

Wer spielt heute im Rosenaustadion?

Die zweite Mannschaft des FC Augsburg. Die Profis zogen 2009 um.

Quellen: FC Augsburg, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05) · FC Augsburg Club History, The Soccer Tavern (abgerufen 2026-09-05) · FC Augsburg, sport.de (abgerufen 2026-09-05)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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