Ein Feld, das einem Bauern gehörte
Die Geschichte beginnt vor dem Ersten Weltkrieg. Fußballpioniere überzeugten den Bauern Dieckmann, ihnen seine Wiese nordöstlich der Stadt zu verpachten. Das erste Spiel fand am 8. Oktober 1911 vor 500 Zuschauern statt, gegen eine Mannschaft aus Hamm.
Zehn Jahre später entstand an derselben Stelle ein Stadion für 50.000 Zuschauer — und der Zeitpunkt macht das bemerkenswert: gebaut im Chaos des Jahres 1921, während die Alliierten eine Besetzung des Ruhrgebiets erwogen und Deutschland auf die Hyperinflation zusteuerte. Im Juli 1922 fand im Stadion an der Castroper Straße das erste Länderspiel statt.
Geplant für 42.000, heute 26.000
Seit dem 21. Juli 1979 spielt der VfL Bochum im heutigen Bau. Die Kapazitätsangaben zeigen den vertrauten Bruch:
- 50.000 im Bau von 1921
- 42.000 als Planungsziel für den Neubau von 1979
- 31.328 nach der Umwandlung von Steh- in Sitzplätze und dem Einbau großer Videoleinwände, davon 15.689 Sitzplätze
- 26.000 bis 27.599 in heutigen Angaben
Der Rückgang von 50.000 auf rund 26.000 gehört zu den stärksten im Bestand — vergleichbar mit Augsburg und dem Waldstadion Homburg.
Beliebtestes Auswärtsziel
Die Anlage gilt trotz ihres Alters als besonders beliebt, und der Grund ist baulich: Kompaktheit und geringe Distanz zwischen Spielfeld und Rängen. Bei einer Umfrage des Fanmagazins Stadionwelt wurde das Ruhrstadion 2004 zum beliebtesten Ziel für Auswärtsfahrten in der Bundesliga gewählt.
Im Ligaarchiv steht diese Qualität neben dem Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden, dem steilsten Einrangstadion Deutschlands, und dem Millerntor — Häuser, deren Ruf sich aus der Bauweise ergibt, nicht aus der Größe.
Die Anhänger des VfL stehen in der Ostkurve, Gästefans gegenüber in der Westkurve. In den achtziger und neunziger Jahren war das Ruhrstadion Schauplatz mehrerer Länderspiele, unter anderem gegen Finnland, Jugoslawien und Ghana.
Häufige Fragen zum Ruhrstadion
Wie viele Zuschauer fasst das Ruhrstadion?
Die Angaben reichen von 26.000 bis 27.599. Nach dem Bau von 1979 waren 42.000 geplant.
Seit wann wird an dieser Stelle gespielt?
Seit dem 8. Oktober 1911. Das erste Spiel sahen 500 Zuschauer.
Was war das Stadion an der Castroper Straße?
Der Vorgängerbau für 50.000 Zuschauer, errichtet 1921 und ab Juli 1922 auch Austragungsort von Länderspielen.
Wann wurde das heutige Stadion eröffnet?
Am 21. Juli 1979.
Warum ist das Ruhrstadion bei Auswärtsfahrern beliebt?
Wegen seiner Kompaktheit und der geringen Distanz zwischen Spielfeld und Rängen. 2004 wurde es zum beliebtesten Auswärtsziel der Bundesliga gewählt.
Welche Länderspiele fanden hier statt?
In den achtziger und neunziger Jahren unter anderem gegen Finnland, Jugoslawien und Ghana.
Quellen: Ruhrstadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · VfL Bochum, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Zahlen & Fakten, vfl-bochum.de (abgerufen 2026-09-11) · VfL Bochum, LiberoGuide (abgerufen 2026-09-11)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.