Gestiftet von einem Privatmann
Am 21. Dezember 1922 begann der Geheime Hofrat Hermann Ilgen mit dem Bau eines Stadions auf den Güntzwiesen am Großen Garten. Eingeweiht wurde es am 16. Mai 1923 als Dresdner Kampfbahn, mit rund 24.000 Plätzen und im Rahmen der Jahresschau Deutscher Arbeit, Spiel und Sport. Die Baukosten lagen bei 500.000 Reichsmark, finanziert aus der Hermann-Ilgen-Stiftung.
Im Ligaarchiv ist das der einzige Fall eines von einem Privatmann gestifteten Stadions. Anderswo bauten Städte, Betriebe, Vereine oder Fans — hier war es ein einzelner Stifter, nach dem die Anlage 1937 auch benannt wurde: Ilgen-Kampfbahn.
Sportlich genutzt wird das Gelände allerdings schon viel länger: Seit 1874 gibt es hier Sportanlagen, und Länderspiele fanden bereits ab 1911 statt.
Hauptzielpunkt der Bomberverbände
Der Name Kampfbahn erhielt im Krieg eine bittere Doppelbedeutung: Am 5. November 1944 wurden hier zwei Volkssturm-Bataillone mit Männern von 16 bis 60 Jahren vereidigt.
Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 war das Stadion der Hauptzielpunkt der anfliegenden Verbände; die Anlage wurde schwer zerstört und blieb bis 1951 geschlossen.
Sieben Namen in hundert Jahren
- 1911 Sportplatz an der Hygieneausstellung
- 1923 bis 1937 Dresdner Kampfbahn
- 1937 bis 1945 Ilgen-Kampfbahn
- 1951 Wiedereinweihung als Rudolf-Harbig-Stadion, vor etwa 30.000 Zuschauern
- 1971/72 bis 1990 Dynamo-Stadion, aus politischen Gründen umbenannt
- 1990 bis 2010 wieder Rudolf-Harbig-Stadion
- 2010 bis 2018 drei Sponsorennamen in Folge
- seit 2018 erneut Rudolf-Harbig-Stadion
Namensgeber ist der 1913 in Dresden geborene Rudolf Harbig, der erfolgreichste deutsche Mittelstreckenläufer der dreißiger Jahre; er fiel 1944 in der Ukraine. Damit steht das Stadion neben dem Fritz-Walter-Stadion und dem Max-Morlock-Stadion — drei nach Sportlern benannte Anlagen im Bestand, hier allerdings nach einem Leichtathleten.
Bemerkenswert ist die zweifache Rückbenennung: 1990 und noch einmal 2018. Damit ist Dresden im Ligaarchiv der einzige Fall, in dem ein Stadion zweimal zu seinem historischen Namen zurückkehrte.
Das Hochwasser von 2002
Nach dem Lizenzentzug von 1995 verfiel die Anlage zusehends. Beim Jahrhunderthochwasser im August 2002 staute sich das angestiegene Grundwasser einen halben Meter hoch in der alten Betonschüssel. Danach begann die Diskussion über einen Neubau.
Umstritten war vor allem der Standort; viele Stimmen sprachen gegen den Großen Garten. Am 7. Juli 2006 beschloss der Stadtrat den Neubau, am 11. November 2007 um 11:11 Uhr begannen die Abbrucharbeiten — parallel dazu entstanden bereits Teile des Neubaus.
Der Neubau steht auf dem Boden des alten Harbig-Ovals, auch dank des Engagements der Anhänger. Damit unterscheidet sich Dresden von Zwickau, wo der Standort aufgegeben wurde, und ähnelt Offenbach, wo am selben Ort ersetzt wurde.
Die Bauzeit betrug 22 Monate, die Kosten rund 45 Millionen Euro. Eröffnet wurde am 15. September 2009 mit einem Spiel gegen den FC Schalke 04 vor rund 32.000 Zuschauern.
Das steilste Einrangstadion Deutschlands
Die Anlage fasst 32.066 Plätze: 19.502 Sitz- und 11.055 Stehplätze, vollständig überdacht; bei internationalen Spielen sind es rund 27.000. Einzelne Verzeichnisse nennen 32.249. Für Gästefans stehen bei Bedarf 2.000 Plätze zur Verfügung.
Eine bauliche Besonderheit hebt das Stadion heraus: Es ist das steilste Einrangstadion Deutschlands. Daher rührt der Ruf als eine der stimmungsvollsten Spielstätten des Landes.
Der Zuschauerrekord stammt vom 19. März 1983: 38.000 Zuschauer beim Spiel gegen den BFC Dynamo — ausgerechnet gegen jene Mannschaft, die 1954 aus Dresden nach Berlin delegiert worden war.
Häufige Fragen zum Rudolf-Harbig-Stadion
Wie viele Zuschauer fasst das Rudolf-Harbig-Stadion?
32.066 Plätze, davon 19.502 Sitz- und 11.055 Stehplätze. Bei internationalen Spielen sind es rund 27.000.
Wann wurde das Stadion gebaut?
1922 bis 1923, gestiftet von Hermann Ilgen. Eingeweiht am 16. Mai 1923 als Dresdner Kampfbahn.
Wer war Rudolf Harbig?
Ein 1913 in Dresden geborener Leichtathlet, der erfolgreichste deutsche Mittelstreckenläufer der dreißiger Jahre. Er fiel 1944 in der Ukraine.
Was geschah mit dem Stadion im Zweiten Weltkrieg?
Es war bei den Luftangriffen auf Dresden Hauptzielpunkt der Bomberverbände und wurde schwer zerstört. Bis 1951 blieb es geschlossen.
Wie hoch ist der Zuschauerrekord?
38.000 am 19. März 1983, beim Spiel gegen den BFC Dynamo.
Was kostete der Neubau?
Rund 45 Millionen Euro, bei 22 Monaten Bauzeit. Eröffnet wurde am 15. September 2009 gegen den FC Schalke 04.
Was ist am Bau besonders?
Es ist das steilste Einrangstadion Deutschlands.
Wie oft wurde das Stadion umbenannt?
Mehrfach. Zweimal kehrte es zu seinem historischen Namen zurück: 1990 und 2018.
Quellen: Rudolf-Harbig-Stadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-06) · Rudolf-Harbig-Stadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-06) · Stadiongeschichte, dynamo-dresden.de (abgerufen 2026-09-06) · Fakten & Geschichte, rudolf-harbig-stadion.com (abgerufen 2026-09-06) · Rudolf-Harbig-Stadion, Stadtwiki Dresden (abgerufen 2026-09-06)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.