Gestiftet von einem Industriellen
Das Stadion wurde zwischen 1934 und 1936 nach Entwürfen des Architekten Paul Bonatz errichtet und am 23. Juli 1936 eingeweiht — wenige Tage vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Berlin. Die Baukosten betrugen eine Million Reichsmark.
Gestiftet wurde der gesamte Sportpark von Willy Sachs, Alleininhaber des örtlichen Industrieunternehmens, das sein Vater gegründet hatte. Im Stiftungsschreiben sicherte er dem 1. FC Schweinfurt 05 ein bevorrechtigtes Nutzungsrecht zu. Eigentümerin ist die Stadt.
Im Ligaarchiv ist das der zweite Fall eines von einem Privatmann gestifteten Stadions — nach dem Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden, das 1922 ebenfalls auf eine private Stiftung zurückgeht.
Ein Name, der 2021 fiel
An der Eröffnungsfeier nahmen führende Politiker des NS-Staates teil. Der Namensgeber war SS-Obersturmbannführer; wegen seiner Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus wurde der Name umstritten.
2021 wurde die Anlage von Willy-Sachs-Stadion in Sachs-Stadion umbenannt — der Familienname blieb, der Vorname verschwand.
Im Ligaarchiv ist das eine eigene Variante der Namensbereinigung. In Gütersloh, Stuttgart und Lübeck verschwanden die NS-Namen 1945 vollständig, in Meppen hielt sich der Name Hindenburgstadion bis 1992. Hier wurde 2021 nur ein Teil des Namens abgelegt.
Drei Tage nach der Eröffnung
Das erste Spiel fand am 26. Juli 1936 statt: ein 2:2 gegen den deutschen Meister von 1935, den FC Schalke 04.
Von 1936 bis 1963 war die Anlage durchgehend erstklassige Spielstätte. Der Zuschauerrekord liegt bei 22.500 — bei einem Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern im Jahr 1954.
Heute fasst das Stadion je nach Quelle 14.718 bis 15.662 Zuschauer, davon 860 auf Sitzplätzen.
Umbauten nach Vorgaben
- 2001 — Sanierung der Stehstufen und Flutlichtmasten, um den Anforderungen der 2. Bundesliga zu genügen
- 2014 — Einbau von Wellenbrechern wegen erhöhter Sicherheitsstandards, um die volle Kapazität zu erhalten
- 2022 — eine 30 Quadratmeter große LED-Wand ersetzt die alte Anzeigetafel, die von der örtlichen Industrie beigesteuert worden war
Ausweichquartier für einen Nachbarn
In der Saison 2008/09 trug der benachbarte TSV Großbardorf seine Regionalligaheimspiele hier aus, weil die eigene Anlage den Ligavorgaben nicht genügte.
Damit gehört das Sachs-Stadion zu den Anlagen im Bestand, die selbst als Ausweichquartier dienten — neben dem Stadion am Lotter Kreuz, dem Ludwigsparkstadion und dem Marschweg-Stadion.
Häufige Fragen zum Sachs-Stadion
Wie viele Zuschauer fasst das Sachs-Stadion?
Je nach Quelle 14.718 bis 15.662, davon 860 Sitzplätze. Der Rekord liegt bei 22.500 aus dem Jahr 1954.
Wann wurde das Stadion eröffnet?
Am 23. Juli 1936, wenige Tage vor den Olympischen Spielen in Berlin.
Wer bezahlte den Bau?
Der Industrielle Willy Sachs stiftete den gesamten Sportpark. Die Baukosten betrugen eine Million Reichsmark.
Warum wurde das Stadion 2021 umbenannt?
Der Namensgeber war SS-Obersturmbannführer; der Vorname wurde aus dem Stadionnamen entfernt.
Wer entwarf das Stadion?
Der Architekt Paul Bonatz.
Welcher andere Verein spielte hier?
Der TSV Großbardorf in der Saison 2008/09.
Quellen: Sachs-Stadion, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · 1. FC Schweinfurt 05, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Willy-Sachs-Stadion, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-11)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.