Gebaut auf einer Mülldeponie
Bereits in den dreißiger Jahren war ein städtisches Stadion geplant. Gebaut wurde erst ab 1948 — auf einer ehemaligen Mülldeponie. Die Einweihung fand 1951 statt.
Im Ligaarchiv ergänzt Oldenburg damit eine Reihe von Bauplätzen, die zuvor anderen Zwecken dienten: Augsburg auf Kriegstrümmern, Frankfurt auf einer Schießanlage, Köln auf geschleiften Festungsanlagen, Mönchengladbach auf einer Kaserne, Ingolstadt auf einem Raffineriegelände. Die Mülldeponie ist der ungewöhnlichste Untergrund im Bestand.
Erstes Flutlicht nach 73 Jahren
1960 erhielt das Stadion eine erste Tribüne mit 2.000 Sitzplätzen. 1996 wurde die Haupttribüne für vier Millionen Euro zweitligagerecht auf 4.600 Sitzplätze ausgebaut, samt einer 3.000 Quadratmeter großen Spanndachkonstruktion — seither sind alle Sitzplätze überdacht.
Eine Angabe fällt dabei besonders auf: Erst seit dem 25. April 2024 verfügt die 1951 eröffnete Anlage erstmals in ihrer Geschichte über fest installiertes Flutlicht — dreiundsiebzig Jahre nach der Einweihung.
Zum Vergleich im Bestand: Oberhausen hatte 1970 das hellste Flutlicht Europas, Darmstadt baute seines 1981 als DFB-Auflage für 1,8 Millionen Mark.
Zu klein für die Liga, zu teuer für die Stadt
Das Stadion erfüllt die Kriterien der 3. Liga nicht, in die der VfB Oldenburg zur Saison 2022/23 aufstieg — es fehlten damals Rasenheizung und Flutlicht.
Am 27. Februar 2023 fasste der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zur Konzepterstellung für einen Neubau: angestrebt wurden mindestens 7.500 Plätze, geschätzte Kosten rund fünfzig Millionen Euro.
Der Vorgang ist umstritten. Eine Bürgerinitiative spricht sich gegen den Neubau durch die Stadt aus, weil die Nutznießerin ein profitorientiertes Unternehmen sei; ein Antrag auf Einwohnerbefragung wurde vom Stadtrat abgelehnt.
Im Ligaarchiv ist das der einzige Fall, in dem sich eine Bürgerinitiative gegen einen Stadionneubau formierte. In Freiburg verhinderte eine Anwohnerklage die Kapazitätserhöhung, in Paderborn verzögerte sie den Bau um Jahre — hier geht es um die Frage, wer zahlt.
32.000 Zuschauer, zweimal
Der Zuschauerrekord wurde zweimal erreicht: am 9. Oktober 1960 gegen den Hamburger SV (1:1) und am 1. Dezember 1973 im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach (0:6) — jeweils 32.000.
Heute sind offiziell 15.200 Plätze genehmigt: 4.500 überdachte Sitz- und 10.700 unüberdachte Stehplätze.
Häufige Fragen zum Marschweg-Stadion
Wie viele Zuschauer fasst das Marschweg-Stadion?
15.200, davon 4.500 überdachte Sitzplätze. Der Rekord liegt bei 32.000.
Worauf wurde das Stadion gebaut?
Auf einer ehemaligen Mülldeponie, ab 1948.
Seit wann gibt es Flutlicht?
Seit dem 25. April 2024 — 73 Jahre nach der Einweihung.
Erfüllt das Stadion die Drittligakriterien?
Nein. Beim Aufstieg 2022/23 fehlten Rasenheizung und Flutlicht.
Was kostet ein Neubau?
Geschätzt rund fünfzig Millionen Euro bei mindestens 7.500 Plätzen. Eine Bürgerinitiative wendet sich dagegen.
Seit wann spielt der VfB hier?
Seit der Saison 1991/92, nach dem Verkauf des Stadions Donnerschwee.
Quellen: Marschweg-Stadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · Marschweg-Stadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Marschweg Stadion, vfb-oldenburg.de (abgerufen 2026-09-11)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.