Stadion an der Gellertstraße: Kapazität, Geschichte und Verein
Stadion an der Gellertstraße ist die Heimspielstätte eines Vereins der Regionalliga Nordost. Kapazität, Bau- und Namensgeschichte im Überblick, jede Angabe mit Quelle.

Gebaut auf einem Reitplatz
Am 31. Juli 1933 begann der Bau auf einem ehemaligen Reitplatz im Stadtteil Sonnenberg, geplant für 30.000 Zuschauer. Eingeweiht wurde die Anlage am 13. Mai 1934 als Stadion an der Planitzstraße, mit einem Freundschaftsspiel des PSV Chemnitz gegen die SpVgg Fürth (5:1) vor 25.000 Zuschauern.
Bis zum Kriegsende diente sie dem PSV als Heimstadion, danach übernahm die SG Chemnitz Nord, ein Vorläufer des späteren FC Karl-Marx-Stadt.
Vier Namen in neunzig Jahren
- 1933 bis 1950 Stadion an der Planitzstraße, im Volksmund Planitzwiese
- 1950 bis 1990 Dr.-Kurt-Fischer-Stadion, nach dem kurz zuvor verstorbenen sächsischen Innenminister — im Volksmund Fischerwiese
- seit 1990 Stadion an der Gellertstraße
- zwischen 2016 und 2018 sowie erneut seit Kurzem Sponsorennamen
Damit ist Chemnitz der vierte Fall im Bestand, in dem ein Name der DDR-Zeit nach 1990 abgelegt wurde — neben dem Alfred-Kunze-Sportpark, wo der Wechsel schleichend geschah, dem Erzgebirgsstadion in Aue und dem Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam, das seinen Namen behielt.
30.000 bei einem Jugendländerspiel
Der Zuschauerrekord stammt vom 4. Juli 1955: 30.000 Menschen sahen das Jugendländerspiel DDR gegen die Bundesrepublik (1:2). Ein Jugendspiel als bestbesuchte Partie der Stadiongeschichte ist im Ligaarchiv einmalig — und beschreibt eine Zeit, in der ein Vergleich zwischen beiden deutschen Staaten mehr war als ein Sportereignis.
Nach einem Spiel gegen Vorwärts Berlin mit 28.000 Zuschauern im November zog der FC Karl-Marx-Stadt aus Kapazitätsgründen ins größere Sportforum um und kehrte erst zur Rückrunde 1967/68 zurück. Dasselbe Muster zeigt das Bruno-Plache-Stadion in Leipzig, wo für die großen Spiele ebenfalls ausgewichen wurde.
Umbau im Betrieb, zweimal
1980 wurden die alten Stehtraversen aus hinterfüllten Rasenkantensteinen während des laufenden Spielbetriebs durch Betonstufen ersetzt. 1989 erhielt die Tribüne eine Überdachung, erstmals genutzt am 22. Oktober im Oberligaspiel gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig.
Zwischen 2014 und 2016 folgte der Neubau. Er steht in derselben Reihe wie Offenbach, wo Tribüne für Tribüne ersetzt wurde, und Zwickau, wo man den Standort aufgab.
Weniger Plätze, neunmal so viele Sitze
Der Umbau zeigt beispielhaft, was die Modernisierung mit Kapazitäten macht:
- 30.000 geplant beim Bau 1933, Rekord 30.000 im Jahr 1955
- 18.700 bis zum Abbruch 2014, davon nur 1.062 Sitzplätze
- 15.000 bis 15.200 heute, davon rund 9.200 Sitzplätze — vollständig überdacht
Die Gesamtzahl sank also um rund ein Fünftel, die Zahl der Sitzplätze stieg um das Neunfache.
Häufige Fragen zum Stadion an der Gellertstraße
Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?
15.000 bis 15.200, davon rund 9.200 Sitz- und 6.000 Stehplätze, alle überdacht. Vor dem Umbau waren es 18.700 bei nur 1.062 Sitzplätzen.
Wie hoch ist der Zuschauerrekord?
30.000 am 4. Juli 1955 beim Jugendländerspiel DDR gegen die Bundesrepublik, das 1:2 endete.
Wann wurde das Stadion eröffnet?
Am 13. Mai 1934, mit einem Spiel des PSV Chemnitz gegen die SpVgg Fürth vor 25.000 Zuschauern.
Was war die Fischerwiese?
Der volkstümliche Name des Dr.-Kurt-Fischer-Stadions, wie die Anlage von 1950 bis 1990 hieß.
Worauf wurde das Stadion gebaut?
Auf einem ehemaligen Reitplatz. Der erste Spatenstich erfolgte am 31. Juli 1933.
Wann wurde zuletzt umgebaut?
Zwischen 2014 und 2016.
Welcher Verein spielt hier?
Der Chemnitzer FC.
Quellen: Stadion an der Gellertstraße bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04)
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